1. Juni 2014

Die Vergangenheit will nicht verändert werden

Der Anschlag
von Stephen King

Jake lebt von seiner alkoholsüchtigen Frau getrennt, ist Lehrer für Erwachsene und führt auch sonst ein eher unscheinbares Leben. Das ändert sich, als er den Inhaber von Al's Diner kennenlernt und dieser ihm sein größtes Geheimnis anvertraut: im Keller des Diners befindet sich ein Tunnel in die Vergangenheit, genauer gesagt ins Jahr 1958. Und Jake soll eines der einschneidendsten Ereignisse der US-Geschichte verhindern: den Mord an Kennedy...

"Der Anschlag" ist mein 4. Buch von King und es hat mich begeistert. Der doch sehr große Umfang des Romans ist gerechtfertigt und zum Schluss hin hätte ich mir sogar noch gute 100 Seiten mehr gewünscht.

Die Geschichte wird von Jake alias George persönlich erzählt. Man erlebt mit ihm sowohl die Gegenwart im Jahr 2011 als auch die Jahre von 1958 bis 1963. Seine Erfahrungen und seine Gedanken teilt er dem Leser schonungslos und ohne Beschönigung mit. Ich habe mit George gemeinsam gestaunt, geschmunzelt und gelitten. Sein Leben in der Vergangenheit ist nicht geprägt von Spannung oder besonderen Ereignissen, aber genau das macht den Roman so anziehend. Man lernt mit der Hauptfigur gemeinsam, sich in der Vergangenheit zurecht zu finden und der Alltag der späten 50er Jahre bietet genug Stoff, der erzählt werden will.

Und wenn Stephen King eines kann, dann ist es erzählen. Sein Stil ist sehr gut und flüssig zu lesen, seine Erzählweise spinnt den Leser in ein Netz, aus dem er nicht mehr so einfach entfliehen kann. Ich bin immer wieder in die Geschichte versunken und es viel mir zum Ende hin immer schwerer wieder aufzutauchen. Das Finale hätte von mir aus auch gern noch detaillierter sein können.

Fazit: ein grandioser King, der mich durch seine Details und seine durchdachte Geschichte beeindruckt hat. Eine klare Leseempfehlung.

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