1. Juni 2014

Grausame, schonungslose Dystopie

Memento - Die Überlebenden
(Memento Band 1)
von Julianna Baggott

Pressia lebt bei ihrem Großvater. Ihre Eltern sind bei dem großen Bombenangriff ums Leben gekommen und auch Pressia ist nicht ohne Spuren geblieben. Sie ist, wie alle anderen, die das Unglück außerhalb des Kapitols erlebt haben, mit dem Gegenstand, den sie in der Hand gehalten hatte, verschmolzen. Nur die Menschen, die im Kapitol waren, sind ohne Verletzungen geblieben. Und dafür werden sie gehasst und vergöttert...

"Memento - Die Überlebenden" war mein erstes Buch von Julianna Baggott und es hat sowohl schockiert als auch fasziniert. Ich bin ein großer Fan von Dystopien, doch die Welt, die Baggott erschaffen hat, ist die trostloseste und grausamste, die mir bisher untergekommen ist.

Die Geschichte wird zwar komplett aus der Erzähler-Perspektive berichtet, allerdings wird in jedem Kapitel eine andere Figur begleitet. So bekommt man einen tiefen Einblick in die Welt außerhalb sowie innerhalb des Kapitols. Und diese Welten könnten unterschiedlicher nicht sein.

Obwohl das Buch für Jugendliche ist, hat mich die Schonungslosigkeit und Kühle der Erzählweise gleichermaßen berührt wie beunruhigt. Egal, welche grausamen Taten begangen werden, Gefühle werden nur selten bis gar nicht zugelassen. Auch die Beweggründe der Figuren sind in den meisten Fällen nicht emotional, sondern rein rationaler Natur. Das macht für mich mit den größten Unterschied zu anderen Dystopien aus,

Der Stil von Julianna Baggott ist nach einer kurzen Eingewöhnung sehr gut zu lesen. Wenn man sich erstmal an die teilweise spröde Erzählweise gewöhnt hat, kann man nicht mehr aufhören.

Fazit: ein grandioser, wenn auch schockierender Einstieg in eine Trilogie. Eine klare Leseempfehlung.

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