1. Juni 2014

Schema F in ganz leisen Tönen

Die Chemie des Todes
(David Hunters 1. Fall)
von Simon Beckett

David Hunter will seine Vergangenheit vergessen und zieht aufs Land. Niemand dort weiß, dass er mal einer der besten anthropologischen Forensiker war. Bis eines Tages die verstümmelte Leiche einer Frau gefunden wird. Aus ihrem Rücken ragen die weißen Flügel eines Schwans. Schon bald wird Hunter von der Polizei gebeten, sich den Fall anzuschauen. Und er taucht damit tiefer in die Dorfgemeinschaft ein, als ihm lieb ist.

Lange Zeit habe ich mich vor den Büchern von Simon Beckett gedrückt. Doch nachdem selbst eine gute Freundin von mir eine Empfehlung ausgesprochen hat, habe ich zu "Die Chemie des Todes" gegriffen. Ich hätte es lassen sollen.

Der Autor lässt seine Figur David Hunter die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen. Dabei wird schon auf den ersten Seiten klar, dass Hunter nicht gerade zu den mitteilsamsten Menschen gehört. Er erzählt alles ruhig, sachlich und mit sehr wenig Emotionen. Selbst als der Fall persönlich wird, merkte ich ihm kaum den Schock an.

Die Geschichte selbst ist ein Thriller vom Reißbrett. Schlimmes Schicksal in der Vergangenheit, der Überflieger in seinem Fachbereich und ein Mörder, der sich als bald ein Opfer aussucht, das der Hauptfigur nahe geht. Die Tipps, wer der vermeintliche Mörder sein könnte, sind so offensiv gestreut, dass ich mich gar nicht auf die falsche Fährte führen lassen konnte. Auch der Schluss ist bekannt und nicht überraschend.

Fazit: es gibt bessere Thriller als diesen, die zudem noch spannender sind. Ich kann vom Lesen nur abraten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen