18. Juni 2014

Solides Debüt mit kleinen Schwächen

Quelle: Blanvalet-Verlag
Sibirischer Wind
von Ilja Albrecht

Eine Leseprobe findet ihr hier

Kiran Mendelsohn, Profiler und Berater des BKA, startet mit einem gemütlichen Frühstück in seinen wohlverdienten Urlaub. Doch bevor er überhaupt einen Bissen zu sich nehmen kann, wird er von der Oberstaatsanwältin Eleonore Roellinghoff zurück ins Büro beordert. Der Fall: ein Industriemagnat wird am Wannsee verprügelt und erschossen. Das Brisante dabei ist, dass das Opfer enge Beziehungen sowohl zur Bundesregierung als auch zu Russland pflegte. Kann der Täter durch Mendelsohn und sein Team gefunden werden? Oder muss er aufgrund politischer Interessen im Dunkeln bleiben?

"Sibirischer Wind" ist das Debüt von Ilja Albrecht und hat mir bis auf einige Schwächen gut gefallen. Für ein Debüt beinhaltet der Thriller alles, was benötigt wird: Spannung, 2 schnoddrige Ermittler und eine große Verschwörung.

Die Story wird aus der Erzählerperspektive berichtet, wobei man als Leser großteilig den Profiler Kiran Mendelsohn begleitet. Dadurch ist man hautnah bei den Ermittlungen des Teams dabei und erlebt somit auch die Höhen und Tiefen sowie die Fallstricke bei einem Fall von politischer Brisanz. Ilja Albrecht zeigt dabei schonungslos, wie weit die Verstrickungen von Industrie, Politik und Ermittlungsbehörden gehen können. Wie nah er damit an der Wahrheit ist, kann ich nicht beurteilen, aber die Herleitungen wirken realitätsnah und nachvollziehbar.

Ich habe beim Lesen besonders 2 Figuren ins Herz geschlossen: Profiler Kiran Mendelsohn und Teamleiter Bolko Blohm. Die zwei nehmen kein Blatt vor den Mund und gerade Blohm ist so schnoddrig drauf, dass ich manches Mal in lautes Lachen ausgebrochen bin. Das hat mir sehr gut gefallen.

Ilja Albrecht geizt zwar auf der einen Seite nicht mit Details und seitenlangen Beschreibungen, geht aber auf der anderen Seite für mich zu oberflächlich über bestimmte Sachen drüber. Seinen Figuren fehlt leider die Tiefe. Zwar erfährt man ein paar Sachen, gerade was Kiran angeht, aber doch bleibt vieles im Dunkeln. Hier hätte ich mir mehr Informationen gewünscht.

Auch der Schwung zur Lösung des Falls war für mich zu einfach. Zwar ist die Lösung nachvollziehbar, doch sah es mir zu sehr nach Kommissar Zufall aus. Allerdings glaube ich auch, dass Ilja Albrecht, wenn er weitere Bücher mit dem Team raus bringt, sich hier weiterentwickeln kann.

Fazit: ein für mich solides Debüt, welches schon zeigt, was der Autor kann. Ich hoffe, dass er bei weiteren Büchern sich steigern wird. Für Thriller-Fans durchaus etwas.


Eine Dankeschön an den Blanvalet-Verlag für die Zuverfügungstellung des Buches.



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