22. Juli 2014

Wenn Computer Liebe lernen...

Eine vorläufige Theorie der Liebe
von Scott Hutchins

Eine Leseprobe findet ihr hier

Neill Bassett junior arbeitet bei einer IT-Firma an einem besonderen Projekt: seine Kollegen und er wollen einen empfindsamen Computer bauen. Neill ist allerdings für diesen Job gar nicht ausgebildet, aber hat einen entscheidenen Vorteil: der Computer basiert auf dem 5000 Seiten starken Tagebuch seines verstorbenen Vaters. Und während Neill so täglich mit der digitalen Version seines Vaters chattet, lernt er nebenbei auch noch Rachel kennen und erfährt mehr über sich, als er je gedacht hätte!

"Eine vorläufige Theorie der Liebe" ist mein erster Roman von Scott Hutchins und er hat mir sehr gut gefallen. Der Autor geht einen ungewöhnlichen und zugleich humorvollen Weg, um seinen Lesern im Bezug auf das Thema Liebe den Spiegel vorzuhalten.

Neill erzählt die Geschichte aus seiner eigenen Sicht und offenbart dabei so manchen Fehler, wie auch so manche Stärke. Er ist humorvoll, zugleich aber auch immer wieder tiefgründig. Das hatte ich zu Beginn des Romans gar nicht so erwartet. Zudem lernt er so einige schräge Leute kennen, bei denen ich mich, ebenso wie er, gefragt habe, wie diese Menschen nun auch noch in sein Leben passen sollen.

Die Story hat mich sehr berührt, auch wenn es nun keine dramatischen Wendungen oder straff gespannte Spannungsbögen gab. Neill ist ein Durchschnittstyp, der aber zeigt, dass Liebe noch nie was durchschnittliches war oder ist. Zudem verwendet er eine Sprache, die sich im Laufe der Zeit immer mehr seinem Vater anpasst und Neill zeigt Gedankengänge, die sehr viel tiefer gehen als sein Job, seine Wohnung und seine Ex-Frau ahnen lassen.

Der Stil von Scott Hutchins ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise wechselt zwischen humorvoll, ernst und sogar hilflos. Doch nie verliert er den Faden und die Entwicklungen, die seine Figuren durchmachen, waren für mich jederzeit nachvollziehbar.


Fazit: ein toller Roman, der zeigt, dass Liebe nicht selbstverständlich ist. Eine klare Leseempfehlung an alle, die nicht nur an der Oberfläche kratzen wollen.

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