17. September 2014

Ein gefühlvolles Buch zu schwierigen Themen

Ein Platz in deinem Herzen
von Amy Hatvany

Eine Leseprobe findet ihr hier

Grace wollte nie Kinder. Allerdings ist ihr Verlobter Victor zweifacher Vater. Nun ja, solang sie die 13-jährige Ava und den 7-jährigen Max nur alle 2 Wochenenden im Monat sieht, ist das für sie okay. Bis zu dem Tag, an dem Victors Ex-Frau Kellie tot aufgefunden wird. Auf einmal muss Grace nicht nur mit der Trauer klar kommen, die von ihrem Verlobten und den Kindern ausgeht, sondern auch noch eine komplette Familie managen. Schafft sie das?

"Ein Platz in deinem Herzen" ist mein erster Roman von Amy Hatvany und ich bin begeistert. Die Autorin nimmt sich den schweren Themen Trauer, Scheidung und Neuanfang an und verbindet diese Themen zu einer herzergreifenden Geschichte.

Der Roman wird von Grace und Ava aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei wechseln sie sich kapitelweise ab. Auch Kellie kommt zu Wort, allerdings aus der Erzählerperspektive, da sie selbst ja nicht mehr erzählen kann. Durch diese Mischung konnte ich sowohl Avas Trauer, als auch Grace' Ängste sehr nah erleben. Zudem lernt man auch Kellie und ihre Vergangenheit kennen und versteht so, warum sie so war, wie sie war.

Die Geschichte selbst bewegt sich innerhalb weniger Tage und Wochen. Die Autorin hat ein großes Augenmerk auf die Tage nach dem Tod von Kellie gelegt. Die Wut, die Trauer, die Leere, die die Kinder spüren, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Ava lässt ihren Gefühlen und Gedanken freien Lauf und zeigt, für eine 13-jährige typisch, von himmelhoch jauchzender Freude bis zu tiefer Trauer alles. Und jedes Auf und Ab konnte ich so gut verstehen. Auch ihre fixen Ideen, die sie hat und die entsprechenden Rechtfertigungen passen so gut in das Alter, das ich mich so manches Mal darin wiedergefunden habe.

Grace Gedankengänge sind da schon strukturierter, wenn auch nicht weniger gefühlvoll. Sie kämpft mit ihrer eigenen Vorstellung vom Muttersein, mit ihrem Anspruch an sich selbst und mit der vollkommen neuen Situation. Dass sie in manchen Situationen dann noch cool geblieben ist, konnte ich nur bewundern.

Kellies Geschichte und auch ihre Entwicklung ist zu Herzen gehend, wenn auch leider nicht untypisch. Amy Hatvany hat es geschafft, das Bild einer emotional und körperlich ausgelaugten Frau zu zeichnen, ohne dass sie übertreibt oder überzeichnet. Das hat mich beeindruckt.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die unterschiedlichen Erzähler machten es mir leichter, mich in die unterschiedlichen Positionen zu versetzen. Zudem ist die Erzählweise von Hatvany so gefühlvoll und einfühlsam, dass mir bei mancher Szene die Tränen in die Augen gestiegen sind. Dabei wurde die Autorin aber zu keinem Augenblick kitschig oder schnulzig. Toll!


Fazit: ein Buch, das zu Herzen geht. Wer etwas mit Gefühlen und einer guten Geschichte sucht, sollte zugreifen.

Kommentare:

  1. Hey :) einen wirklich schönen Blog hast du! ich würde dir ja gerne Folgen, aber du hast leider keine google connect follower und facebook habe ich nicht >.<

    Trotzdem ein wirklich schöner Blog!

    Alles liebe, sarah.

    Sarah-liest.blogspot.de

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    1. Hi Sarah, dankeschön für dein Lob :) Hmm Google connect, da muss ich direkt nochmal gucken. Ansonsten kannst du mir auch über blogconnect folgen, da reicht auch dein Google-Account.
      Ganz liebe Grüße
      Denise

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