12. September 2014

Eindringlich und erschütternd

Atemnot
von Ilsa J. Bick

Eine Leseprobe findet ihr hier

Jenna hat 3 Monate auf der geschlossenen Abteilung einer Psychatrie verbracht und musste nun mit ihrer alkoholkranken Mutter und ihrem mehr als kontrollsüchtigen Vater in eine neue Stadt ziehen. Während ihre Eltern ihr Leben weiterleben, findet Jenna nur Ruhe, wenn sie ihrem Bruder Matt, der aktuell im Irak stationiert ist, schreiben kann. Auch die neue Schule ist nichts für sie. Bis sie ihrem Chemielehrer Mr. Anderson begegnet...

"Atemnot" ist mein erstes Buch von Ilsa J. Bick. Die Autorin ist bekannt durch ihre Ashes-Reihe, die sie ebenfalls für Jugendliche verfasst hat. "Atemnot" hat mich in seinen Bann gezogen und nicht mehr rausgelassen.

Die Geschichte wird von Jenna selbst erzählt. Und sie ist schonungslos offen und ehrlich. Ob es nun um ihre Eltern (ihren Vater nennt sie nur Psycho-Dad) oder um ihren Drang zum Ritzen geht. Jenna erzählt alles inklusive Hintergründe. Dabei wirkt sie keineswegs schwach oder hilflos, im Gegenteil: sie legt eine große Stärke an den Tag und gesteht sich so manche Schwäche ein. Beim Thema Ritzen merkte ich sehr schnell, mit welcher Leidenschaft sie dabei ist. Und nicht nur dort ist Jenna leidenschaftlich. Ihre Stimmungen wechseln sehr schnell und so manches Mal musste ich tief durchatmen, weil ich Jennas Wutanfall sehr sehr gut nachempfinden konnte. Jenna wirkt einfach echt, authentisch und kein bisschen gekünstelt.

Die Geschichte selbst ist ebenso spannend und reizvoll. Zwar konnte ich mir aus dem Klappentext schon eine ungefähre Richtung erschließen, jedoch hat mich Ilsa J. Bick an vielen Stellen überrascht. Und diese Überraschungen waren keineswegs abwegig, sie passten sehr genau und waren so gut mit der Story verbunden, dass ich mich im Nachhinein selbst gefragt habe, warum ich nicht darauf gekommen bin.

Ilsa J. Bick behandelt in ihrem Buch keine oberflächlichen oder alltäglichen Teenager-Probleme. Aber sie erfindet auch keine neue Realität, sondern zeigt einfach nur in Form von Jenna, mit welchem Problemen neben Pickel, Liebe und Schule sich Jugendliche rumschlagen. Und das mehr als eindrucksvoll. Denn ich habe mit der Hauptfigur gelacht, geliebt und geweint.

Über den Schluss möchte ich gar nicht viel sagen, nur so viel: er passt in meinen Augen sehr gut und hat mir gleichzeitig die Socken ausgezogen!

Der Stil von Ilsa J. Bick ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt hervorragend zu einer 16-Jährigen, die in ihrem Leben schon mehr durchgemacht hat, als sie eigentlich sollte.


Fazit: "Atemnot" ist ein toller und nicht alltäglicher Jugendroman. Unbedingt lesen!

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