20. September 2014

Liebe ist das, was bleibt, wenn wir nicht mehr sind

Einfach unvergesslich
von Rowan Coleman

Eine Leseprobe findet ihr hier

Claire hat einen Mann, 2 Kinder und Alzheimer. Für sie verschwindet die Welt immer mal wieder im dichten Nebel. Dann weiß sie weder, welcher Schuh an welchen Fuß gehört, noch, wie ihre jüngste Tochter heißt. Aber eines weiß Claire immer: sie hat nicht mehr viel Zeit um bei ihren Lieben zu sein. Und so schreibt sie ein Erinnerungsbuch, damit sie nicht verloren geht, selbst wenn ihr Gehirn bald nicht mehr weiß, dass die Lungen atmen müssen.

"Einfach unvergesslich" war mein erster Roman von Rowan Coleman, obwohl es bereits das 11. Werk der Autorin ist. Und ihr Roman hat mich berührt, begeistert und zum Weinen gebracht.

Die Geschichte wird aus 2 Perspektiven erzählt: mal von Claire selbst und mal von ihrer ältesten Tochter Caitline. Zudem bekommt man immer wieder Kapitel aus dem Erinnerungsbuch zu lesen. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen und hat mich sofort der Familie Armstrong und ihren Sorgen näher gebracht.

Vor einiger Zeit habe ich schon mal ein Buch mit dem Thema Alzheimer gelesen. Das damalige Buch konnte mich weder berühren noch sah ich irgendeinen Sinn in der Geschichte. Dies ist bei "Einfach unvergesslich" komplett anders. Claire behält trotz des schnellen Fortschreitens ihrer Krankheit ihren Humor, ihre Tochter zeigt auf, was es heißt, mit einem Menschen zu leben, der sich immer mehr selbst verliert und das Erinnerungsbuch eröffnet dem Leser die Welt der Vergangenheit.

Besonders Claires herzliche Art und ihr Charme beim Umgang mit ihrer Krankheit hatten es mir von Beginn an angetan. Und so konnte ich lachen über etwas, worüber man eigentlich nicht lachen darf. Jedoch gibt die Autorin keine ihrer Figuren der Lächerlichkeit preis. Jede Handlung und sei sie noch so abstrus, ist erklär- und damit nachvollziehbar. Und so habe ich auch mit Claires Ehemann Greg gelitten, als seine Frau ihn immer weniger erkennt. Jede dieser Szenen, in denen Claire ihre Aussetzer hat, hat mich stark berührt und zum Ende hin auch zum Weinen gebracht. Rowan Coleman zeigt schonungslos, aber keinesfalls lieblos, was die Krankheit Alzheimer anrichtet und was sie bewirkt. Das hat mich getroffen.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist gefühlvoll, intensiv und dabei auch locker-leicht. Sie passt diese Lockerheit aber genau an die Situationen an, so dass keine Szene überzeichnet oder gar lächerlich wirkt. Toll!


Fazit: ein grandioses Buch über Alzheimer, Liebe und den Kampf um jede Erinnerung. Eine klare Leseempfehlung!

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