5. September 2014

Übernatürliches trifft auf Forschung

Das Evangelium des Blutes
von James Rollins/ Rebecca Cantrell

Eine Leseprobe findet ihr hier

Dr. Erin Granger befindet sich gerade auf einer Ausgrabung in Israel, als ein gewaltiges Erdbeben den Boden unter ihr erzittern lässt. Kurze Zeit später wird sie vom Nachrichtendienst des israelischen Militärs in einen Helikopter gebeten. Wobei die Bitte für Erin mehr nach einem Befehl klang. Das Ziel ist eine alte Ruine, die durch das Erdbeben aufgerissen ist und eine bisher unbekannte Höhle preisgegeben hat. Neben Erin werden auch ein Priester und eine Truppe des amerikanischen Militärs zum Fundort gebracht. Erin weiß nicht, was sie in der Höhle erwartet. Doch eines ist sicher: dem, was sie dort begegnet, wäre sie lieber aus dem Weg gegangen...

"Das Evangelium des Blutes" ist von James Rollins in Zusammenarbeit mit Rebecca Cantrell verfasst worden und hat mir sehr gut gefallen. Allerdings sollte man sich gleich zu Beginn darauf gefasst machen, dass James Rollins, anders als in seinen anderen Büchern, sehr schnell eine übernatürliche Komponente einbaut.

Der Thriller wird, wie für Rollins typisch, rasant und fesselnd aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Auch diesmal lässt der Autor sich erstmal Zeit mit der Einführung und macht es so umso spannender, was die Archäologin, den Soldaten und den Priester in der Höhle erwartet. Als das übernatürliche Gehemnis dort unten gelüftet wird, war ich nicht allzu überrascht. Denn James Rollins gibt schon auf den ersten Seiten mehrere Hinweise auf das, was den Leser erwartet. Und nachdem das Geheimnis keines mehr ist, reagieren die Figuren für mich erfrischend gelassen auf die Neuigkeit. Klar, erst einmal spielt auch Ungläubigkeit und Skepsis eine Rolle, aber sie erkennen ihr Schicksal schnell an und lassen sich nicht durch ihre Zweifel übermannen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Auch der weitere Lauf der Geschichte war für mich fesselnd, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Man folgt dem Trio in verschiedene Teile der Welt und begibt sich mit ihnen auf die Suche nach dem titelgebenden Evangelium. Dabei werden so einige Geheimnisse der Kirche enthüllt. Doch dies geschieht eher pragmatisch und nicht so öffentlichkeitswirksam, wie man es von anderen Autoren kennt. Das hat mir ebenso gut gefallen.

Die Figuren, allen voran Erin und der Soldat Jordan, waren mir sympathisch und ich konnte mich gut in ihre Lage hineinversetzen. Zudem handeln sie nachvollziehbar und für ihr Spezialgebiet glaubhaft.

Das Ende ist rund, lässt aber gleichzeitig sehr viel Raum für eine Fortsetzung. Und ich denke, dass James Rollins sich es nicht nehmen lässt, die Story um Erin und Jordan weiterzuführen.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist detailreich, gerade was wissenschaftliche oder historische Belange angeht, aber er langweilt damit keinesfalls seine Leser.


Fazit: ein für mich gelungener Rollins, der mit einer übernatürlichen Komponente aufwartet. Eine klare Leseempfehlung für alle Fans des mystischen und geheimnisvollen.

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