9. November 2014

Das Meer schlägt zurück!

Aquarius
von Thomas Finn

Eine Leseprobe findet ihr hier

Mehrere Menschen ertrinken. Eigentlich nichts ungewöhnliches, allerdings sterben diese Menschen ohne überhaupt in der Nähe von Wasser gewesen zu sein. Wie ist das möglich?
Berufstaucher Jens Ahrens erkundet mit seinem Kollegen Werner ein altes Schiffswrack. Dabei stoßen sie auf eine alte Seemine, die auch noch explodiert. Jens wird an Land gespült, kann sich kaum erinnern, was passiert ist und wird dann auch noch vom Fleck weg entführt. Zwar kann er seinen Entführern entkommen, doch warum haben sie ihn geholt? Er und die Polizistin Meike Ehlers fangen an zu recherchieren. Und stoßen dabei auf etwas, was größer ist als sie je dachten...

"Aquarius" ist mein erster Thriller von Thomas Finn und hat mir sehr gut gefallen. Der Autor verwebt spannende mit leicht fantastischen Elementen. Dabei wirkt das Werk aber keinesfalls überzogen oder überzeichnet.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man der Hauptfigur Jens Ahrens. Der Taucher kommt vom Regen in die Traufe und muss sich einem Fall stellen, der ihn nicht nur in immer wieder neue Gefahren hineinmanövriert, sondern auch an den Überzeugungen Ahrens' rüttelt. Gemeinsam mit Jens entdeckte ich ein uraltes Geheimnis, was mich, ebenso wie ihn, ungläubig staunen ließ. Ich möchte gar nicht verraten, auf was wir gestoßen sind. Allerdings kann ich sagen, dass Thomas Finn das Geheimnis sehr gut in seinen Thriller integriert hat.

So fiel es mir auch sehr leicht, dem ganzen Geschehen Glauben zu schenken. Denn trotz ein paar weniger Fantasy-Elementen wirkt der Thriller sehr realitätsnah. Gut, manche Actionszene ist schon fast hollywoodreif, aber dennoch übertreibt der Autor nicht arg. Die Ermittlungen von Jens und Meike stehen klar im Mittelpunkt und so rückt das Fantastische fast in den Hintergrund. Aber eben nur fast, denn immer wieder stoßen die beiden darauf und müssen erkennen, dass man nicht alles erklären kann, was zwischen Himmel und Erde passiert.

Der Roman hat mich von Beginn an gefesselt. Zwischendrin war ich zwar ob der vielen ähnlich klingenden, nordischen Namen verwirrt, aber je länger ich gelesen habe, desto mehr konnte ich in der Geschichte versinken. Zum Ende hin habe ich es vor Spannung fast nicht mehr ausgehalten und das Finale ist dem Autoren mehr als gelungen.

Der Stil von Thomas Finn ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist nah, direkt und schonungslos. Seine Exkursionen in die Ortsgeschichte seiner Handlungsorte hat mir sehr gut gefallen. Und auch Jens und Meike sind mir direkt ans Herz gewachsen. Die beiden sind bodenständig, kämpferisch und hart im Nehmen. Toll!


Fazit: "Aquarius" hat mich, als Thriller- und Fantasy-Leserin, begeistert. Und ich kann es jedem Thriller-Leser empfehlen, der sich gern mal an ein wenig Fantasy versuchen möchte.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen