Dienstag, 11. November 2014

Die Polizei schützt die Unschuldigen...oder?

Ich bin unschuldig
von Sabine Durrant

Eine Leseprobe findet ihr hier

Gaby, TV-Moderatorin mit Leib und Seele, findet beim Joggen die Leiche einer jungen Frau. Noch im Schock ruft sie die Polizei und gibt zu Protokoll, wie sie auf die Tote gestoßen ist. Eigentlich sollte damit alles für sie erledigt sein. Ist es aber nicht. Denn schon kurze Zeit später bekommt Gaby Besuch von der Polizei und wird eingehend befragt. Schon bald wird klar: die Ermittler haben sie in Verdacht. Aber warum?

"Ich bin unschuldig" ist mein erstes Buch von Sabine Durrant und es hat mir gut gefallen. In ihrem Thriller zeigt die Autorin, wie es gehen kann, wenn man als Zeugin auf einmal unter Verdacht gerät und somit unter die Räder der Justiz kommt.

Die Geschichte wird von Gaby selbst erzählt. So ist man quasi live dabei, als sie die Leiche findet. Ihre Gedanken bekommt man als Leser ungefiltert und auch teilweise unsortiert serviert. Das erschwerte zwar das Lesen, aber ich konnte somit auch Gabys Beunruhigung, ihren Schock und ihre Fassungslosigkeit, als der Verdacht auf sie fällt, sehr gut nachvollziehen.

Zu Beginn wirkte die Hauptfigur auf mich sehr zerstreut und fahrig, doch sobald sie beschließt, der Polizei neue Beweise zu liefern, um den wahren Täter zu finden, geht ein Ruck durch ihr Verhalten. Sie wird lebendiger, ihre Gedanken sind geradliniger und sie wirkte insgesamt gefestigter auf mich. Dieser Wandel und seine Nachvollziehbarkeit haben mir sehr gut gefallen.

Natürlich habe ich mir auch meine eigenen Gedanken zum Täter gemacht und zwischendrin sogar die Polizei verflucht, warum sie sich so auf Gaby versteifen, wo doch die Beweise auch in eine andere Richtung weisen können.

Das Ende konnte mich dann begeistern und gibt dem gesamten Thriller einen mehr als runden Abschluss.

Der Stil von Sabine Durrant ist gut zu lesen. Zu Beginn musste ich mich zwar erst an die typisch britisch-unterkühlte Erzählweise gewöhnen, doch Seite um Seite nahm mich das Buch mehr gefangen.


Fazit: wer mal einen Thriller der anderen Art lesen möchte, sollte zugreifen.


Ein großes Dankeschön an den Piper-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

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