13. November 2014

Gefühlsachterbahn mit bekannten Elementen

Bound to you - Providence
(Bound-to-you Reihe Band 1)
von Jamie McGuire

Eine Leseprobe findet ihr hier

Nina hat ihren Vater, den sie vergöttert hat, verloren. Ihre Welt ist durchsetzt von Trauer und einem Gefühl der Leere. Nach der Beerdigung will sie einfach nur nach Hause und verpasst durch einen Blackout den letzten Bus zum Campus. Weinend sitzt sie an der Bushaltestelle, da setzt sich ein fremder, junger Mann zu ihr. Er stellt sich als Jared vor und bietet ihr an, sich mit ihr ein Taxi zu teilen. Sie nimmt an. Und ab diesem Moment begegnen sich die beiden immer wieder. Nina bekommt Jared nicht mehr aus ihrem Kopf, aber sie ahnt, dass etwas an ihm anders ist. Nur was?

"Bound to you – Providence" ist mein erster Roman von Jamie McGuire. Die Autorin hat bereits eine Buchreihe veröffentlicht. "Bound to you – Providence" ist nun der erste Teil ihrer neuen, übersinnlichen Trilogie und konnte mich weitesgehend überzeugen.

Die Geschichte wird von Nina selbst erzählt. Sie gewährt somit dem Leser einen Einblick in ihr Gefühlsleben, ihren Alltag und ihre Gedanken. Als Jared in ihr Leben tritt, kann sie kaum an jemand anderen denken. Ihre Verliebtheit und ihre tiefe Sehnsucht sind direkt auf mich übergesprungen. Ich konnte sehr gut mit Nina mitfühlen und habe mit ihr gelacht, geweint und geschmachtet.

Die Story selbst beinhaltet viele bekannte Elemente. Selbst der Aufbau läuft nach dem erfolgreichen Schema "Er liebt sie, sie liebt ihn und hat dennoch Zweifel" ab. Daher sollte man von "Bound to you" auch keine allzu großen, revolutionären Ideen erwarten. Während am Anfang noch Spannung herrscht, welches Geheimnis Jared umgibt, hält der Mittelteil so manche Länge bereit. Es wird vor allem geschmachtet, die große Liebe versprochen und aneinander gedacht. Was zu Beginn noch toll war, war mir dann an einigen Stellen fast zu viel, auch deshalb, weil die Geschichte selbst nicht vorangetrieben wurde.

Der übersinnliche Anteil hält sich in Grenzen und tritt nur in manchen Szenen zutage. Das hat mir gut gefallen. Denn so wirkt das Fantastische glaubwürdiger. Die Figuren, allen voran Nina und Jared, sind mir direkt ans Herz gewachsen. Jared lernt man nur durch Ninas Augen kennen und es ist klar, dass er dadurch meist rosarot und in den Himmel gelobt erscheint. Dennoch war es für mich toll zu lesen, wie einfach und wundervoll Liebe sein kann.

Zum Schluss hin hätte ich das Buch beinahe an die Wand geworfen. Nina hat eine Entscheidung getroffen, die zwar vorhersehbar, aber sehr unnötig war. Unnötig auch deshalb, weil sie den Verlauf der Story kaum beeinflusst hat. Aber die Autorin hat erreicht, was sie wollte: ich habe mitgelitten.

Der Stil von Jamie McGuire ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt zu Nina und wirkt weder abgehoben noch gewollt jugendlich.


Fazit: der Auftakt zur Bound-to-you-Trilogie ist solide, aber nicht neu. Wer mal wieder schmachten möchte, sollte zugreifen.

Kommentare:

  1. Schöne Rezension!

    Ich bleibe gleich mal Leserin :)

    Liebe Grüße
    Sandra
    http://sandraslittleworldofbooks.blogspot.de/

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    1. Hi Sandra,
      da werde ich ja direkt rot :) Dankeschön für das Lob!!

      Liebe Grüße
      Denise

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