29. November 2014

Tyrannen und ihre verrückten Ideen

Der Kampf des Jahrhunderts
von Jan Oldenburg

Eine Leseprobe findet ihr hier

Horax der Dritte ist der Herrscher über das Schattenelfreich. Wie es sich für einen Tyrannen gehört, regiert er mit harter und launischer Hand, gibt sich Orgien hin und spricht zwischen Mittag- und Abendessen das ein oder andere ungerechte Urteil. Doch dann wagt es ein Kobold die Stimme zu erheben: Dorgol, der Schmied beleidigt den Tyrannen. Und dieser kommt auf die verwegende Idee, den Frevler herauszufordern. Doch wie gut kann eine Idee sein, wenn sie von einem nicht ganz dichten Herrscher erdacht wurde?

"Der Kampf des Jahrhunderts" ist mein erster Roman von Jan Oldenburg. Für den Autor ist es bereits das dritte Werk. Die Lektüre war durchaus unterhaltsam, auch wenn ich mir an einigen Stellen mehr Tiefe gewünscht hätte.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man zum Einen dem Herrscher Horax, zum Anderen dem Schmied Dorgol. Der Kampf des Jahrhunderts, der auch namensgebend für das Werk war, findet schon recht früh statt und ist der Auftakt zu einer Reihe von tiefgreifenden Veränderungen, die für Horax mit seiner Flucht aus dem Königreich enden. Und seit diesem Zeitpunkt begleitet man fast ausschließlich den abgesetzten Herrscher.

Und genau das fand ich schade. Jan Oldenburg erschafft eine durchaus amüsante und in vielen Dingen unserer Gesellschaft gleichenden Welt und ich hätte so gern erfahren, wie sich Dorgol in seiner neuen Rolle schlägt. Das wurde mir leider verwehrt.

Und so folgte ich Horax, dem ein Unglück nach dem anderen passiert. Meist konnte ich darüber kichern, schallend lachen konnte ich allerdings nicht. Was vielleicht auch daran gelegen hat, dass die Witzigkeit Oldenburgs mich zu sehr an den Meister des Faches, Terry Pratchett, erinnert hat. Nur leider kommt der Autor so gar nicht an den Godfather of Humor Fantasy ran.

Die Geschichte selbst ist durchaus unterhaltsam und kurzweilig. Ich hatte beim Lesen Spaß, aber etwas besonderes ist der Roman um Horax und Dorgol nicht. Dazu fehlte ihm einfach die Tiefe, die es auch bei humorvollen Büchern geben kann. Und Jan Oldenburg kann das, denn er zeigt so manches Mal im Verlaufe des Erzählens, dass er zu beißender Satire und scharfzüngigen Sarkasmus fähig ist.

Der Stil des Autor ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist humorvoll, meist mit einem Augenzwinkern zu sehen und recht zügig. Das hat mir gefallen.

Fazit: ein humorvolles Buch für einige heitere Stunden. Ich kann es, trotz der genannten Schwächen, empfehlen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen