20. November 2014

Wenn Träume deiner Macht unterstehen...

Quelle: Bundesamt für magische Wesen


Nora kann Träume beeinflussen. Und zwar nicht nur ihre eigenen, sondern auch die von anderen Menschen. Seit dem Tod ihrer Eltern und ihrer besten Freundin flüchtet sie sich Nacht für Nacht in eine wunderbare Traumwelt. Dort begegnet sie auch ihrer großen Liebe David und ihren späteren Freunden Lucy, Aleks und Stephen. Doch Nora hat noch einen viel größeren Wunsch: sie möchte, dass David sie unbändig liebt. Und dafür beschwört sie sogar einen Gott, nicht ahnend, dass dieser Gott ganz andere Pläne als ein bisschen Liebeszauberei im Sinn hat...

"Blutmond im Mitternachtsblau" ist das Debüt von Blake Kato. Kato ist ein Indie-Autor, der ohne Verlag und Lektorat arbeitet. Sein Roman ist für Jugendliche geschrieben und zeigt, dass der Autor durchaus Talent hat. Allerdings kommen der guten Grundidee so manches Mal der rote Faden und der fehlende Feinschliff in die Quere.

Die Geschichte selbst birgt sehr großes Potenzial. Ein Mädchen, das Träume beeinflussen kann und durch einen eher kleinen Wunsch einen ehemaligen Gott beschwört, der die Welt beherrschen will, hat mich sehr neugierig gemacht.

Zu Beginn war ich etwas verwirrt, da die Story aus 3 Strängen bestehen zu scheint. Doch nach einer kurzen Eingewöhnung kam ich sehr gut damit klar. Manche Entwicklung, wie zum Beispiel die Begegnung von Aleks und dem Engel, gehen so schnell, dass man schon genau hinschauen muss. Generell ist die Bereitschaft zur Akzeptanz von übernatürlichen Dingen bei den Figuren sehr schnell gegeben. Hier hätte ich mir mehr Bedenken und Zweifel gewünscht.

Die Gruppe um Nora birgt ebenso Potenzial wie die gesamte Geschichte. Vor allem Lucy mit ihrem vorlauten Mundwerk hat es mir angetan. Leider lässt sich Blake Kato wenig Zeit um dem Leser seine Figuren richtig vorzustellen. Dadurch waren für mich manche Handlungen oder Gedankengänge nicht nachvollziehbar. Schade eigentlich, denn die Jugendlichen hätten bestimmt eine Menge zu sagen gehabt.

Der Roman selbst schreitet zügig voran, manchmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass der Autor selbst nicht mehr wusste, wo er anknüpfen wollte. Gerade beim roten Faden merkt man leider deutlich, dass hier eine professionelle Korrektur oder ein Lektorat fehlt.

Genau so verhält es sich mit dem Schreibstil von Blake Kato. Ich habe deutlich gemerkt, dass er erzählen kann und dass seine Erzählungen auch spannend und fesselnd sein können. Doch ab und an fehlten mir die Zusammenhänge, waren Worte zu viel oder der Satzbau passte so gar nicht in den Lesefluss. Auch hier hätte eine Korrekturlesung echt was bringen können.

So bleibt mir zum Ende zu sagen: Blake Kato hat Talent zum Erzählen, verbirgt es aber aktuell unter konfusen Erzählsträngen, komischem Satzbau oder fehlenden Zusammenhängen. Mit einem professionellen Korrekturleser lässt sich aber das meiste durchaus ausmerzen.

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