Donnerstag, 25. Dezember 2014

Dein Leben ist nicht sicher...

Denn du gehörst mir
von Jane Lythell

Eine Leseprobe findet ihr hier

Kathy könnte nicht glücklicher sein: sie ist gerade Mutter eines kleinen Jungen geworden, glücklich verheiratet und zudem Chefredakteurin bei einem Architekturmagazin. Ihre Arbeit macht ihr Spaß und sie versteht sich mit allen aus ihrem Team. Naja, bis auf Heja. Die kühle Finnin betrachtet Kathy mit Missgunst und Verachtung. Dabei ahnt Kathy nicht, wie weit diese Gefühle bei Heja wirklich reichen...

"Denn du gehörst mir" ist das Debüt von Jane Lythell. Bevor sie mit dem Schreiben anfing, war sie beim Fernsehen beschäftigt. Ihren Roman fand ich beängstigend und ich hatte beim Lesen so manches Mal große Augen vor Entsetzen.

Die Geschichte wird abwechselnd von Kathy und Heja erzählt. Während man mit Kathy versucht, den Alltag zu meistern und dabei auch noch eine gute Mutter und Ehefrau zu sein, stalkt man mit Heja die junge Mutter und vergreift sich mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit an ihrer Privatsphäre.

Jedes Kapitel zeigt sehr deutlich, wie unterschiedlich die beiden Frauen sind. Bei Heja spricht aus jedem Satz Kälte, Missgunst, Verachtung und das Wissen, etwas besseres zu sein. Kathy hingegen ist geplagt von Ängsten und macht so viele Gefühle durch, dass einem als Leser manchmal der Kopf schwirrt. Jane Lythell hat hier 2 Figuren erschaffen, die sehr gegensätzlich sind und bringt diese Zwei gekonnt zusammen. Ich hatte beim Lesen oft ein beklemmendes Gefühl, da Heja bei jeder ihrer Aktionen so ungerührt ist, während sie genau weiß, was sie damit in Kathys Leben anrichten kann.

Die Story selbst gönnt sich im Mittelteil eine Verschnaufpause. Das fand ich schade, denn der Anfang hat mich direkt begeistert und auch das Ende war für mich sehr gut gewählt. Zudem überzeugten mich die Handlungen der 2 Personen. Ich konnte beide verstehen, was mir bei Heja ein wenig Angst bereitet hat. Die Autorin übertreibt die Aktionen ihrer Figuren nicht und führt den Leser behutsam an jede Steigerung heran. Umso schockierender sind dann auch deren Ausführungen.

Der Stil von Jane Lythell ist sehr gut und flüssig zu lesen. Sie versetzt sich gekonnt in die gefühlsbetonte Kathy sowie in die eiskalte Heja. Ich finde es erstaunlich, wie ein und die gleiche Autorin zwei so unterschiedliche Frauen erschaffen und überzeugend erzählen lassen kann.


Fazit: ein Roman, der durch seine Ruhe und Selbstverständlichkeit erschreckt. Eine klare Leseempfehlung.


Ein großes Dankeschön an den Piper-Verlag für die Zurverfügungstellung des Buches.

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