11. Dezember 2014

Ein dunkles Buch mit finsteren Geheimnissen

Das Buch der Finsternis
von Richard Dübell

Eine Leseprobe findet ihr hier

Quirin ist Gehilfe bei einem Buchdrucker. Lesen oder Schreiben kann er nicht und auch sonst ist er eher Lakai für seinen Meister als ein Mensch. Bei einem Auftrag für ein Kloster bekommt Quirin auf einmal eine ganz neue Aufgabe: sein Meister drückt ihm in großer Hast eine Truhe in die Hand. Sein Auftrag: die Truhe zum Bischof von Salzburg bringen. Der Inhalt: das Buch der Finsternis, in dem alle Seelen stehen, die dem Teufel verpfändet wurden. Noch ehe der Gehilfe verstehen kann, was mit ihm geschieht, springt der Meister in einen Fluß und ertrinkt. Nun sind die Reiter des Klosters hinter ihm her. Quirin rennt um sein Leben, nicht ahnend, dass alles noch viel schlimmer kommen wird...

"Das Buch der Finsternis" ist mein erster Roman von Richard Dübell. Der Autor ist mir zwar schon öfters beim Stöbern ins Auge gefallen, jedoch habe ich noch nie zu einem seiner Bücher gegriffen. Nach der Lektüre seines Jugendbuches frage ich mich allerdings, warum nicht?

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben, wobei man zum größten Teil Quirin und seiner Begleiterin Anna folgt. Die beiden haben sich aus der Not heraus zusammengeschlossen und flüchten nun gemeinsam nach Salzburg. Während Quirin fast naiv durchs Leben stolpert, hat Anna eine gewisse Bauernschläue an sich, auch wenn sie das ein oder andere Mal ihren Mund zu weit aufreißt. Die beiden Jugendlichen sind mir während des Lesens ans Herz gewachsen, auch wenn sie nicht die Tiefe haben, die ich mir für sie gewünscht hätte. Hier wären mehr Details toll gewesen.

Der Roman selbst ist spannend und durchaus unterhaltsam geschrieben. Blutige Szenen, wie Kämpfe oder Überfälle, werden relativ kurz abgehandelt. Ich hätte mir mehr gewünscht, allerdings kann ich diese Entscheidung im Hinblick auf die bevorzugte Zielgruppe (Jugendliche ab 14 Jahren) durchaus nachvollziehen. Auch der Fortgang der Story ist manches Mal sehr zügig, wo ich mir mehr Ruhe gewünscht hätte. Alles in allem ist die Geschichte um Quirin und Anna aber rund und bietet Spannung, Ritter und Intrigen. Eine tolle Mischung.

Der Stil von Richard Dübell ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Sprache ist einfach gehalten, wirkt aber nicht zu kindlich.


Fazit: ein rundes Buch für Jugendliche. Ich werde mich demnächst mal an Dübells Büchern für Erwachsene versuchen.

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