12. Dezember 2014

Ein Reiter, der Schrecken und Hoffnung verbreitet

Der Pestreiter
von Deana Zinßmeister

Eine Leseprobe findet ihr hier

Trier, 1652: der 30-jährige Krieg ist vorbei und die Menschen versuchen sich wieder einen Alltag aufzubauen. Susanna und ihr Geliebter Urs leben bei Urs' Eltern im Hause. Urs möchte unbedingt Heiler werden, sein Vater Jaggi will hingegen, dass er Soldat wird. Wie kann der Konflikt gelöst werden?
Zur gleichen Zeit macht ein wundersamer Mann als Pestreiter von sich reden. Die einen verehren ihn, die anderen fürchten ihn. Der Reiter will, dass die Pestkranken von den Gesunden getrennt werden um so die Krankheit einzudämmen. Wer ist der Reiter? Und in wessen Auftrag handelt er?

"Der Pestreiter" ist mein erster Roman von Deana Zinßmeister und er hat mir gut gefallen. Die Autorin hat bereits mehrere Bücher verfasst und auch das vorliegende Buch ist der 2. Teil einer Reihe. Der Vorgänger heißt "Das Pestzeichen", welches mir auch schon öfter ins Auge gefallen ist.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben und man begleitet sowohl Susanna als auch Urs. Zudem folgt man dem Pestreiter sowie Urs' Vater Jaggi. Die verschiedenen Erzählstränge haben mir keine Probleme bereitet. Deana Zinßmeister trennt diese sehr akkurat und durch ihre Erzählweise.

Die Figuren von Susanna und Urs waren mir direkt sympathisch. Auch Jaggi und der Pestreiter, so schwer sein Werk auch sein mag, habe ich ins Herz geschlossen. Insgesamt sind die handelnden Personen sehr toll und eingängig beschrieben, auch wenn sie manches Mal naiv handeln. Aber das trägt auch zum Fortlauf der Geschichte bei.

Der Roman selbst ist nicht spannungs- sondern handlungsgetrieben. Ab und an merkte ich, dass mir das Vorwissen aus dem ersten Band fehlt. Zudem habe ich nach Beenden des Buches das Gefühl, dass noch ein weiterere Band kommt, denn mir fehlen so manche Lösungen und zu vieles bleibt offen und ungesagt. Schade fand ich, dass die Autorin sehr spät auf die Fortschritte bei der Erforschung der Pest eingegangen ist. Und auch hier ist das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen. Dennoch hat mir das Lesen Freude bereitet.

Der Stil von Deana Zinßmeister ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Beschreibungen des 17. Jahrhunderts und auch die Details, die sie eingewoben hat, machen den Roman glaubwürdig und interessant.


Fazit: ein toller, historischer Roman. Allerdings sollte man vorher Band 1 gelesen haben. Dennoch kann ich das Buch empfehlen.

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