29. Dezember 2014

In Tirol ist die Welt noch in Ordnung...eigentlich

Veilchens Winter
(Valerie-Mauser-Krimis Band 1)
von Joe Fischler

Eine Leseprobe findet ihr hier

Valerie Mauser, von ihrem besten Freund auch Veilchen genannt, übernimmt die Leitung eines Teams in Innsbruck. Raus aus Wien und nach Tirol versetzt erhofft sie sich mehr Ruhe und wenig Stress. Doch schon ihr erster Fall zeigt Valerie die hässlichen Seiten Tirols: Landeshauptmann Freudenschuß bittet sie um diskrete Ermittlungen in einem Entführungsfall. Die kleine Tochter eines russischen Oligarchen wurde gekidnappt und nun fordern die Täter mehrere Millionen. Die Polizei soll dabei nicht hinzugezogen werden. Valerie macht sich an die Arbeit und muss schon bald erkennen, dass auch die Schönen und Reichen nur mit Wasser kochen...

"Veilchens Winter" ist das Krimidebüt von Joe Fischler. Der Autor bloggte zwar schon eine ganze Weile und schreibt auch Sachbücher und der Krimi ist sein Debüt als Romanautor. Und das hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet, jedoch folgt man zum Großteil der Ermittlerin Valerie Mauser, deren erster Fall sie direkt in die High-Society von Tirol führt. Dabei muss Veilchen schnell lernen, dass in solchen Kreisen nichts geheim bleibt, was Ermittlungen angeht, aber alles verschwiegen wird, was zur Lösung des Falls beitragen könnte. Doch Valerie wäre nicht Valerie, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würde.

Durch ihren Kampfgeist, ihr Selbstbewusstsein und auch ihre leichte Selbstironie ist mir Veilchen direkt ans Herz gewachsen. Joe Fischler gibt seinen Lesern auch einen kleinen Einblick in das Privatleben seiner Ermittlerin, die sich mit einer verwitweten Mutter und einer hochmoralischen Schwester rumplagen muss. Diese Einblicke machten mich neugierig und ich hoffe, dass man in den Folgebänden mehr über Valeries Familie erfährt.

Neben Veilchen hat es auch eine andere Figur geschafft, sich in mein Herz zu schleichen: Valeries bester Freund Stolwerk. Diesen Hünen von Mann mit einem Herz aus Gold muss man einfach lieb haben, auch wenn die Gags, die er reißt, schon von den Ägyptern wieder aus den Steintafeln entfernt wurden.

Auch die Geschichte selbst ist spannend und fesselnd. Joe Fischler übertreibt es nicht mit Action, sondern lässt Veilchen einfach ihre Arbeit tun, was für mich mal eine angenehme Abwechslung war. Zudem wirkten dadurch die Ermittlungen realitätsnah und der Zauber Tirols konnte richtig gut zur Geltung kommen.

Das Finale war für mich rund und stimmig. Der Fall wird gelöst und dennoch gibt es so einige offenen Fragen zu Valerie Mauser selbst und ihrem Team, dass ich schon gespannt auf einen weiteren Teil bin.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist unaufgeregt, entspannt und mit leichtem Humor. Ich habe bei der Lektüre sowohl gelacht als auch mit den Figuren gebangt. So muss das sein.


Fazit: ein toller Krimi, der hoffenltich noch ganz viele Nachfolger bekommt. Eine klare Leseempfehlung!

P.S.: beim Schreiben der Rezension habe ich den Songs gelauscht, die Joe Fischler auch noch selbst geschrieben und gesungen hat. Ein Multitalent der Gute. Wer auch mal reinhören will, bitte hier klicken.

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