28. Dezember 2014

Vielleicht kein gutes Buch...

Dunkelsprung
von Leonie Swann

Eine Leseprobe findet ihr hier

Julius besitzt einen Flohzirkus. Und eine seltsame Erinnerung. Er soll eine Nixe retten, doch weiß er weder wie noch woraus er sie retten soll. Aber vielleicht kann ihm Elizabeth Thorne helfen, auch wenn sie zwei Hörner hat.
Green ist Privatdetektiv. Kein besonders guter, wie es scheint, schließlich kann er nicht mal einen Leguan wiederfinden. Und doch wird er von einem kleinen Mädchen und ihrem Bodyguard beauftragt, eine ältere Dame zu finden. Was tut man nicht alles für Geld...

"Dunkelsprung" ist das neuste Werk von Leonie Swann. Die Autorin ist durch ihre Schafkrimis "Glennkill" und "Garou" bei uns bekannt geworden. "Dunkelsprung" klang für mich nach einem spannenden, leicht skurrilen Märchen. Beim Lesen habe ich dann gemerkt, dass das Werk nur eines war: Verwirrend.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Man folgt verschiedenen Figuren und bekommt somit Einblicke in ihren Alltag. So dressiert man mit Julius Flöhe, ermittelt mit Green oder ist sogar mal als Floh unterwegs. Die Idee fand ich gar nicht übel, denn wer kann von sich schon behaupten, die Ansichten eines Flohs zu kennen? Das war für mich auch schon das Highlight des Romans.

Denn die Story selbst beginnt verwirrend, geht verworren weiter und endet genau so, wie sie angefangen hat: mit einem dicken Fragezeichen. Bis weit über die Hälfte des Buches wusste ich gar nicht, was manche Personen wollten und warum sie so sind, wie sie sind. Ich mag Übersinnliches und auch leicht abgedrehtes, doch in "Dunkelsprung" war es einfach zu viel.

Leonie Swann führt sehr viele Figuren ein, manche nur kurz, manche darf man länger begleiten, aber keine wird in meinen Augen wirklich gut beleuchtet. Ich konnte zwar zu Green eine Beziehung aufbauen, weil er einen größeren Abschnitt lang die Hauptperson war, aber auch diese Beziehung endete, als er auf Julius und seine Begleiter traf. Für mich waren es einfach zu viele und dazu zu außergewöhnliche Figuren. Hier hätte es der Geschichte gut getan, wenn sich die Autorin auf wenige beschränkt hätte. So hätte der Zauber auch auf mich überspringen können. Denn dass Swann kreativ ist, hat sie ja bewiesen.

Ich habe durchaus schon Bücher gelesen, bei denen es keinen roten Faden kam und mich dennoch sehr gut unterhalten gefühlt. Hier war das leider nicht der Fall. Die Autorin erzählt mit sehr viel Liebe zum Detail und auch sehr fantasiereich. Und stellt sich somit selbst ein Bein. Denn was nützt die märchenhafteste Sprache, wenn es zu viel von ihr gibt?

Statt ihren Zauber durch kleinere Dosen wirken zu lassen, wird man während des ganzen Romans mit Fantasie und Magie überschüttet, so dass man gar nicht weiß, wohin man zuerst schauen soll. Für mich war das nervend und zum Schluss hin war ich nur einfach froh, dass ich mich dem Ende genähert habe. Hätte ich das Buch nicht zusammen mit anderen gelesen, wäre es schon nach der Hälfte in die Ecke geflogen.

Fazit: Leonie Swann und ich, das wird in diesem Leben nichts mehr. Ich kann das Buch leider nicht empfehlen.

Kommentare:

  1. Hallöchen!

    Das war doch die Autorin die Glennkill und Garou geschrieben hat. Von den beiden büchern war ich ja begeistert.....

    LG Anne

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    1. Hi Anne,

      genau das ist die Autorin. Vielleicht ist das Buch ja was für dich, wenn du die Schafkrimis auch toll fandest :)

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  2. Hmm, ja das beschreibt ziemlich gut, was ich direkt nach den ersten Seiten denke. Habe nur Fragezeichen über dem Kopf und habe es ja jetzt erstmal zur Seite gelegt.

    LG
    Denise

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