Dienstag, 23. Dezember 2014

Was tun, wenn Luzifer zurückkehrt?

Teufel
von Markus Tillmanns

Eine Leseprobe findet ihr hier

Ein Komet rast auf die Erde zu. Doch kurz bevor es zum Einschlag kommt, stoppt der Komet und verändert seine Richtung. Sein Ziel ist Köln. Abfangjäger können nichts ausrichten. Über dem Domplatz in Köln kommt die mysteriöse Erscheinung zum Stehen. Menschenmassen sammeln sich. Und das Objekt gibt sein Geheimnis preis. Langsam senkt sich ein wunderschöner Engel auf den Platz hinab. Die Massen sind begeistert, jubeln und knien nieder. Bis auf einen: Tabarie, seines Zeichens Journalist, sieht gar nicht, vor dem Wesen niederzuknien. Im Gegenteil, er befragt den Engel. Er will seinen Namen wissen. Die Antwort überrascht nicht nur ihn. Der Name des Engels lautet Luzifer...

"Teufel" ist mein erstes Buch von Mark Tillmanns und es hat mir sehr gut gefallen. Der junge Autor hat sich dem Thema Engel und übersinnliche Wesen angenommen und stellt sich die Frage: Was würde passieren, wenn wir tatsächlich Besuch von einem himmlischen Wesen bekämen?

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man in jedem Kapitel mal Tabarie, mal Luzifer. Wobei dieser höchst selten selbst in Erscheinung tritt. Meist lässt er seine menschlichen Stellvertreter für sich agieren. Tabarie hingegen ist sehr präsent, kann er doch nicht glauben, dass Luzifer nur gutes im Sinn hat. Ganz Journalist ermittelt und recherchiert er, auch wenn weder seine Chefin noch der Rest der Republik daran ein Interesse zu haben scheint.

Die Story selbst ist unaufgeregt, dadurch aber nicht weniger spannend. Mark Tillmanns zeichnet ein durchaus realitätsnahes Bild der Gesellschaft und ihrem Willen, an Übernatürliches oder Göttliches zu glauben. Nur einer Figur erlaubt er Widerstand zu leisten. Und genau das macht den Roman so spannend. Wie verteidigt man seine eigene Meinung, wenn die gesamte Welt etwas anderes glaubt?

Die Hauptfigur Tabarie war mir von Beginn an sympathisch. Der Journalist wirkte auf mich direkt menschlich, voller Emotionen und mit einem scharfen Verstand gesegnet. Dennoch hat auch er seine Fehler, was ihn nur lebensnäher macht.

Mark Tillmanns verzichtet auf große Spezialeffekte oder Actionszenen. Zwar gibt es in "Teufel" die ein oder andere durchaus hollywoodreife Szene, diese sind aber passend zum Roman rar gesät und gut dargestellt.

Das Ende hat mich verblüfft. So hatte ich gar nicht auf die Geschichte geschaut und im Nachgang deckte sich für mich so einiges auf. Toll!

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist ruhig, sachlich, aber dennoch so fesselnd, dass ich nach jedem Kapitel wissen wollte, wie es weitergeht.


Fazit: ein teuflisch gutes Buch, dass für mich aus der Masse heraussticht. Wer mal eine andere Art von Fantasy lesen möchte, sollte zugreifen.

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