10. Dezember 2014

Wir sind lose Blätter im Wind!

Kein Wille geschehe
von Guido Kniesel

In Berlin werden kurz hintereinander ein pensionierter Richter und ein Staatsanwalt ermordert. Die Leichen bleiben in der Öffentlichkeit liegen und der Täter schert sich wenig darum, ob und wann sie entdeckt werden. Im Zuge der Ermittlungen wird auch der forensische Psychiater Hendrik Jansen befragt. Ausgerechnet dann, als er mit seiner Frau und seinem Sohn in den Urlaub will. Notgedrungen schickt er die beiden vor und hält sich für die Polizei zur Verfügung. Als er dann den beiden nachreisen möchte, muss er mit Entsetzen feststellen, dass seine Frau und sein Sohn nie im Urlaubshotel angekommen sind. Noch bevor er einen klaren Gedanken fassen kann, kontaktiert ihn der Entführer. Und das ist der Beginn eines perfiden Spiels...

"Kein Wille geschehe" ist mein erster Thriller von Guido Kniesel und ich bin mehr als begeistert. Der Roman ist sehr spannend und mitreißend erzählt und mit seinem Ideenreichtum kann es der Autor locker mit den Großen der Szene aufnehmen.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben und man folgt verschiedenen Personen. So ist man zum Einen an der Seite von Dr. Jansen, zum Anderen wird man mit seiner Frau Diana entführt und begleitet auch den Entführer selbst. Das hat mir sehr gut gefallen. Es gibt ganz wenige Thriller, in denen der Täter von Anfang an bekannt ist und die dennoch spannend bleiben. Guido Kniesels Werk gehört zu den wenigen.

Der Thriller selbst ist hochspannend und hat mich von Seite 1 an gefesselt. Die Wechsel zwischen den Figuren und besonders die Interaktionen zwischen dem Täter und Dr. Jansen haben mir so manches Mal das Blut in den Adern gefrieren lassen. Und über allem stand eine Frage: wie frei ist der Wille des Menschen? Der Autor selbst liefert dafür mehrere Antwortmöglichkeiten, lässt es aber dem Leser offen, für was er sich entscheidet. Dieses Vorgehen fand ich grandios, denn so entwickelte ich ungewollt sogar Verständnis für den Täter.

Die Arbeit der Polizei kommt nur am Rande zur Sprache. Das hat mich aber gar nicht gestört, denn das Schicksal von Hendrik Jansen und seiner Frau Diana war so spannend, dass ich so manches Mal geflucht habe, als sich der Autor wieder der Polizeiarbeit zugewandt hat.

Das Ende war für mich sehr rund und passt perfekt zum gesamten Buch. Ich war fassungslos, glücklich und schockiert. Und das alles im gleichen Moment. Einfach nur genial.

Der Stil von Guido Kniesel ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist sehr einnehmend und er lässt seinen Leser, obwohl er so viele Details liefert, doch so weit im Dunkeln, dass man noch miträtseln und -fiebern kann. Toll!


Fazit: das wird nicht mein letzter Thriller des Autoren gewesen sein. Ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen.

1 Kommentar:

  1. Ich habe dich getaggt, vielleicht hast du ja Lust mitzumachen?=)
    Ganz liebe Grüße, Krissy <3
    www.tausendbuecher.blogspot.de

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