Mittwoch, 30. Juli 2014

Wiederaufbau, verrückte Vampire und ganz viel Blut

Department 19 - Das Gefecht
(Department-19-Reihe Band 3)
von Will Hill

Eine Leseprobe findet ihr hier

Department 19 befindet sich nach dem verherrenden Angriff von Dracula im Wiederaufbau. Jamie Carpenter bildet neue Mitglieder aus, während Kate Randall sich um die innere Sicherheit von Schwarzlicht kümmert. Die Vampirin Larissa ist in die USA abkommandiert worden, um dort neue Agenten auszuwählen. Doch kaum scheint sich alles zu normalisieren, da brechen aus mehreren psychatrischen Kliniken für Schwerstverbrecher alle Insassen aus. Und diese Insassen sind verwandelt worden. Also muss die Jagd auf Dracula erstmal verschoben werden. Doch kann sich die Welt überhaupt diesen Aufschub leisten??

"Department 19 – Das Gefecht" ist Band 3 der Department-19-Reihe von Will Hill und hat mir sehr gut gefallen. Der Autor führt die Geschichte von Jamie und seinen Freunden konsequent, wenn auch düster und blutig fort.

Der Roman wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man immer wieder anderen Teammitgliedern. So weiß man nicht nur, was in England vor sich geht, sondern ist auch live in den USA dabei, wenn Larissa ihren Auftrag ausführt. Diese verschiedenen Erzählstränge haben mir sehr gut gefallen und ich fühlte mich immer auf dem aktuellen Stand. Allerdings gewährt Hill seinen Lesern kaum einen Wissensvorsprung, so dass ich erst gemeinsam mit den Figuren hinter so manches Geheimnis und hinter so manchen Verrat gekommen bin.

Die Geschichte ist noch blutiger als ihre Vorgänger und der Autor geht da auch mit seinen doch eher jugendlichen Lesern nicht gerade zimperlich um. Es spritzen Blutfontänen, es werden Körperteile abgerissen und mancher Kampf endet in einer wilden Prügelei. Daher würde ich die Reihe auch nur älteren Jugendlichen ab 15 Jahren aufwärts empfehlen.

Die Figuren agieren in meinen Augen glaubwürdig und nachvollziehbar. Auch ihre Motive, warum sie so handeln, wie sie handeln, waren für mich verständlich. Selbst die Absichten des Vampirs, der in diesem Band eine größere Rolle einnimmt, waren für mich logisch und so konnte ich mich auch in den "Bösen" sehr gut hineinversetzen.

Einen Kritikpunkt gibt es dennoch: die Figuren von Will Hill fluchen gern, aber leider sehr eintönig. Egal, ob sie erschrocken, wütend oder einfach nur überrascht sind, es fällt immer wieder nur ein Wort: "Jesus!" Ob dies nun am Original liegt oder ob der Übersetzer wenig Kreativität gezeigt hat, kann ich leider nicht beurteilen, da ich nur die Übersetzung gelesen habe. Hier wäre aber mehr Abwechslung besser gewesen.

Der Stil von Will Hill ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise hat mich nach ein paar Seiten wieder gefesselt und ich war wieder mitten im Geschehen, obwohl ich den Vorgänger schon vor einiger Zeit gelesen habe.


Fazit: ein grandioser 3. Band, der mich neugierig auf Teil 4 macht. Eine klare Leseempfehlung an alle Vampir- und Jamie-Carpenter-Fans.

Sonntag, 27. Juli 2014

Eine Droge, die alles zu zerstören droht

Süsses Gift
(Hart-Drake-Reihe Band 1)
von C. J. Lyons

Eine Leseprobe findet ihr hier

Dr. Cassandra Hart, von vielen nur Cassie gerufen, arbeitet in der Notaufnahme des Three Rivers Medical Center. Ihre Arbeit ist ihr Leben, daher kann sie es kaum mit ansehen, wie sich immer mehr Jugendliche mit der Designerdroge FX den Rest geben. Als Cassie dann auch noch bei einer minderjährigen Patientin einen Beutel mit diesen Tabletten findet, beschließt sie, die Sache selbst in in die Hand zu nehmen und macht sich auf den Weg zur Polizei. Dort wird sie eher abgewatscht und kurze Zeit später ermittelt die Sondereinheit rund um Mickey Drake im Krankenhaus. Wer macht sich an den Beständen des Three Rivers zu schaffen? Und warum ist Cassie immer da, wo es Ärger gibt?

"Süsses Gift" war mein erster Thriller von C.J. Lyons. Die Autorin hat bereits eine Reihe um Caitlyn Tierney veröffentlicht. Mit "Süsses Gift" startet sie nun eine neue Reihe um die Ärztin Hart und den Ermittler Drake. Und mir hat der Startschuss sehr gut gefallen.

Das Buch ist ein toller Vertreter des Romantic-Thrill-Genres. Lyons findet in der Geschichte ein sehr gutes Gleichgewicht zwischen Ermittlungen und romantischen Szenen. Dabei wird sie bei einem, wie beim anderen nicht zu detailreich und überlässt die Details der Fantasie ihrer Leser.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben, jedoch begleitet man abwechselnd Cassie und Drake, so dass man Einblicke sowohl in die Arbeit einer Notfallärztin als auch eines Ermittlers bekommt. Das hat mir sehr gut gefallen. Zudem wird der Spannungsbogen erst vorsichtig und dann immer stärker gespannt, so dass ich zum Finale hin fast keine Fingernägel mehr hatte.

Die Ermittlungen sind in meinen Augen realitätsnah und lassen sich sehr gut nachvollziehen. So konnte ich auch die Identifizierung des Täters logisch ermittlen und hätte, wenn ich nicht so gefangen von der Geschichte gewesen wäre, selbst drauf kommen können.

Die Figuren, allen voran Drake und Hart, agieren glaubhaft und natürlich. Jede Figur hat nicht nur eine dunkle, sondern auch eine helle Seite. Die beiden Hauptfiguren tragen zwar ihr Päckchen mit sich rum, aber diese Päckchen sind in meinen Augen durchaus nachvollziehbar und noch nicht allzu abgelutscht.

Der Stil von C.J. Lyons ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist mal detailreich und mal spannungsgetrieben, so dass ich das Gefühl hatte, ich sitze in einem Auto, das immer schneller beschleunigt.


Fazit: ein toller Auftakt zu einer sicherlich spannenden Reihe. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Für Fans von Thrillern mit romantischen Einlagen ein Must-Have.

Samstag, 26. Juli 2014

Morde im Namen des Herrn?

(Quelle: www.pendo.de)
Wüstenblut 
von Zoe Ferraris
 
Eine Leseprobe findet ihr hier

Ibrahim Zahrami ist Kommissar bei der Mordkommission Dschidda und wird zu einem mysteriösen Fund gerufen: in der Wüste hat man 19 Frauenleichen gefunden. Jeder Leiche fehlt eine Hand. Was hat das zu bedeuten? Und vor allem: warum hat niemand das Verschwinden der Frauen gemeldet? Während Zahrami sich noch über diesen Fall den Kopf zerbricht, geht es auch in seinem Privatleben drunter und drüber: Sabina, seine Geliebte, ist verschwunden. Doch er kann sie nicht als vermisst melden, denn Sabina ist noch verheiratet und darauf steht in dem arabischen Staat die Todesstrafe...

"Wüstenblut" ist bereits das 3. Werk von Zoe Ferraris, aber es war mein erster Krimi von ihr. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Autorin sich sehr viel Zeit beim Erzählen lässt.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben, man begleitet aber immer wieder andere Personen. So bekommt man nicht nur einen Einblick in die arabische Polizeiarbeit, sondern auch in die strenggläubige Welt mit all ihren Vor- und Nachteilen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Ermittlungen sind sehr von religiösen Vorschriften geprägt, daher kommen sie nur schleppend voran. Das wirkte auf mich realitätsnah, auf der anderen Seite hätte ich mir ab und an weniger Details, dafür mehr Ermittlungserfolg gewünscht. Der Krimi ist durchaus spannend, aber beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass Ferraris unbedingt zeigen möchte, wie schwer religiöse Vorschriften die Ermittlerarbeit machen. Dies war mir zu viel des Guten.

Die Figuren fand ich sehr gut beschrieben und auch ihre Aktionen wirkten auf mich nachvollziehbar. Die Auflösung des Falls konnte ich ebenso folgen, auch wenn ich nicht so mitermittlen konnte, wie ich es von Krimis, die in den USA oder Deutschland spielen, kenne. Dennoch fand ich den Einblick in die arabische Polizeiarbeit tiefgründig und faszinierend.

Der Stil von Zoe Ferraris ist nach einer kurzen Eingewöhnung sehr gut und flüssig zu lesen. Durch die für mich ungewohnten Namen musste ich mich gerade zu Beginn sehr konzentrieren, damit ich nicht durcheinander geriet.

Fazit: ein toller Krimi in einer ungewohnten Umgebung. Trotz einiger Längen eine klare Leseempfehlung für alle Krimi-Fans.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Spy Kids lassen grüßen!

Code Black
von Kat Carlton

"Kannst du noch Milch holen?" Normalerweise entlockt so eine SMS den meisten Jugendlichen nur ein Augenrollen, doch die 16-jährige Kari ist keine normale Jugendliche. Ihre Eltern arbeiten für die CIA und diese SMS bedeutet nur eins: hol deinen kleinen Bruder und verstecke dich. Doch Karis Eltern kommen zu keinem der verabredeten Treffpunkte und Kari muss sich und ihren Bruder vor Entführungen schützen. Aber mehr als alles andere will sie ihre Eltern finden und dafür geht Kari ungewöhnliche Wege...

"Code Black" ist ein Jugendthriller aus der Feder von Kat Carlton. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass dieser Roman eher eine Agentenposse a la Spy Girls oder Spy Kids als ein Thriller ist.

Die Geschichte wird von Kari aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei erlebt man sowohl ihre Flucht, als auch die Kämpfe, die sie führen muss, hautnah mit. Allerdings sind diese Kämpfe, trotz dass Kari bei ausgebildeten Spionen aufgewachsen ist, nach dem 5. Mal unglaubwürdig. Denn ich glaube nicht, dass eine 16-jährige mehrmals und dazu noch in Unterzahl Profis der CIA und des FBI umlegen kann. Darüber könnte ich noch hinwegsehen, da das Buch ja für Jugendliche geschrieben wurde. Aber die Pläne, die Kari schmiedet und die doch eher reibungslose Durchführung ließen mich dann nur noch den Kopf schütteln.

Da überrascht es auch nicht, dass die beste Freundin der Hauptfigur eine perfekte Hackerin ist und ihr Schwarm ihr hilft. Leider verschwindet der Schwarm für über die Hälfte des Buches von der Bildfläche, taucht am Ende überraschend auf und alles ist gut. Nein, ich glaube, selbst Teenager möchten mehr Action, mehr Glaubwürdigkeit und mehr Romantik.

Allerdings muss ich Kat Carlton (ein Pseudonym, wenn man dem Klappentext glauben darf) zu gute halten, dass ihr Stil sehr gut und flüssig zu lesen ist. Sie trifft die Gedanken und Gefühle eines Teenagers sehr gut. Das hat mir gefallen.


Fazit: ich hatte mehr erwartet und eine Posse bekommen. Leider war das Buch gar nichts für mich.

Dienstag, 22. Juli 2014

Wenn Computer Liebe lernen...

Eine vorläufige Theorie der Liebe
von Scott Hutchins

Eine Leseprobe findet ihr hier

Neill Bassett junior arbeitet bei einer IT-Firma an einem besonderen Projekt: seine Kollegen und er wollen einen empfindsamen Computer bauen. Neill ist allerdings für diesen Job gar nicht ausgebildet, aber hat einen entscheidenen Vorteil: der Computer basiert auf dem 5000 Seiten starken Tagebuch seines verstorbenen Vaters. Und während Neill so täglich mit der digitalen Version seines Vaters chattet, lernt er nebenbei auch noch Rachel kennen und erfährt mehr über sich, als er je gedacht hätte!

"Eine vorläufige Theorie der Liebe" ist mein erster Roman von Scott Hutchins und er hat mir sehr gut gefallen. Der Autor geht einen ungewöhnlichen und zugleich humorvollen Weg, um seinen Lesern im Bezug auf das Thema Liebe den Spiegel vorzuhalten.

Neill erzählt die Geschichte aus seiner eigenen Sicht und offenbart dabei so manchen Fehler, wie auch so manche Stärke. Er ist humorvoll, zugleich aber auch immer wieder tiefgründig. Das hatte ich zu Beginn des Romans gar nicht so erwartet. Zudem lernt er so einige schräge Leute kennen, bei denen ich mich, ebenso wie er, gefragt habe, wie diese Menschen nun auch noch in sein Leben passen sollen.

Die Story hat mich sehr berührt, auch wenn es nun keine dramatischen Wendungen oder straff gespannte Spannungsbögen gab. Neill ist ein Durchschnittstyp, der aber zeigt, dass Liebe noch nie was durchschnittliches war oder ist. Zudem verwendet er eine Sprache, die sich im Laufe der Zeit immer mehr seinem Vater anpasst und Neill zeigt Gedankengänge, die sehr viel tiefer gehen als sein Job, seine Wohnung und seine Ex-Frau ahnen lassen.

Der Stil von Scott Hutchins ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise wechselt zwischen humorvoll, ernst und sogar hilflos. Doch nie verliert er den Faden und die Entwicklungen, die seine Figuren durchmachen, waren für mich jederzeit nachvollziehbar.


Fazit: ein toller Roman, der zeigt, dass Liebe nicht selbstverständlich ist. Eine klare Leseempfehlung an alle, die nicht nur an der Oberfläche kratzen wollen.

Sonntag, 20. Juli 2014

Wer seine Zunge hütet, bewahrt sein Leben

Celeste bedeutet Himmelblau
(Frank-Liebknecht-Reihe Band 1)
von Brigitte Pons

Frank Liebknecht hat sich für ein ruhiges Leben als Dorfpolizist in Vielbrunn entschieden. Doch das ruhige Leben ist schnell vorbei, als auf einem Acker eine stark entstellte Leiche gefunden wird. Schnell wird klar: der Tote ist Theodor Brettschneider und der Tod ein Unfall. Frank zweifelt an dieser Lösung und sucht auf eigene Faust weiter. Dabei gerät er in einem Sumpf, aus dem er aus eigener Kraft kaum noch herauskommt...

"Celeste bedeutet Himmelblau" ist mein erster Krimi von Brigitte Pons und er hat mir sehr gut gefallen. Das Buch ist der 1. Band der Frank-Liebknecht-Reihe.

Die Geschichte wird komplett aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Allerdings begleitet man neben dem Polizisten Liebknecht auch andere Figuren. Dadurch lernt man verschiedene Blickwinkel kennen und kann sich somit besser in die Geschehnisse hineindenken.

Frank Liebknecht ist als Ermittler eher unkonventionell und missachtet so manche Vorschrift. Damit kommt er zwar voran, jedoch wirkte die Masse der Übertretungen für mich übertrieben. Denn Frank risikiert mehr als nur einmal seinen Job.

Auch das Finale mutete für mich zunächst zu fantastisch an um wahr zu sein. Allerdings zeigt die Autorin in ihrem Nachwort, dass die schrägsten und auch traurigsten Geschichten immer das Leben schreibt.

Der Stil von Brigitte Pons ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist bedacht, aber nicht gemütlich, und sie erzählt nur das, was für den Fall wichtig ist. Die Details, die sie aufzeigt, sind wichtig, aber nicht effektheischend. Das hat mir sehr gut gefallen.


Fazit: ein tolles Krimi-Debüt, das mir Lust auf mehr macht. Wer gern mit den Figuren ermittelt, kann beherzt zugreifen.

Samstag, 19. Juli 2014

Eine schöne Geschichte für den Sommer

Quelle: www.piper.de

Die Essenz der Liebe
von Sophie Vallon

Eine Leseprobe findet ihr hier 


London 1955: Grace erhält einen mysteriösen Brief aus Paris, in dem ihr eine Anwaltskanzlei mitteilt, dass sie die Alleinerbin einer gewissen Eva d'Orsey ist. Grace kennt diese Französin nicht und hat auch noch nie von ihr gehört. Neugierig begibt sie sich nach Paris und erfährt dort, dass das Erbe beträchtlich ist. Grace will dieses Erbe aber nicht eher annehmen, bis sie weiß, wer Eva ist. Und so begibt sie sich in Paris auf Spurensuche...

"Die Essenz der Liebe" ist das Debüt von Sophie Vallon und es hat mir sehr gut gefallen. Der Roman ist eine schöne Mischung aus Romantik, Geschichte und der betörenden Wirkung von Parfüm.

Die Geschichte wird in 2 Strängen erzählt: zum einen begleitet man Grace und ihre Suche nach Fakten, zum anderen begleitet man Eva und erfährt, wie sie ihr Leben in den 20er und 30er Jahren verlebt hat. Diese beiden Geschichten nähern sich immer weiter an, wobei Grace' Geschichte zum Ende hin gefühlvoller und Evas Geschichte tragischer wird. Und genau diese Entwicklungen haben mich verzaubert.

Sophie Vallon erzählt ihren Roman mit sehr viel Liebe zum Detail, aber sie verliert sich nicht darin. Sie lässt durch ihre schönen Beschreibungen das Paris der 50er Jahre wieder auferstehen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Figuren, allen voran Grace und Eva, sind toll und facettenreich beschrieben. Zwar hüllen sich die beiden Frauen in so manches Geheimnis, doch meist reichten mir die Andeutungen aus, um hinter diese Rätsel zu steigen.

Der Stil von Sophie Vallon ist flüssig und sehr gut zu lesen. Ihre Erzählweise ist leicht romantisch, aber nicht kitschig und sie lässt auch die harten Seiten der jeweiligen Zeiten nicht außen vor.

Fazit: ein tolles Buch für den Lesesommer. Wer es romantisch und faszinierend mag, sollte zugreifen.


Ein großes Dankeschön an den Piper-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Etwas fürs Herz

True: Wenn ich mich verliere
(True-Reihe Band 1)
von Erin McCarthy

Rory ist auf dem College, lernt fleißig für ihren Wunsch Medizin zu studieren und kann mit sozialen Interaktionen recht wenig anfangen. Da verwundert es auch nicht, dass sie mit Anfang 20 noch Jungfrau ist. Eines Tages trifft sie durch ihre besten Freundinnen auf Tyler Mann, den Bad Boy schlechthin: tätowiert, trainiert und rauchend stand er vor ihr. Und Rory war hin und weg. Aber was noch viel besser ist: Tyler wollteZeit mit ihr verbringen. Doch wie kam er dazu? Machte er das freiwillig? Oder steckten ihre besten Freundinnen dahinter?

"True- Wenn ich mich verliere" war mein erster Roman von Erin McCarthy und er hat mich in seinen Bann gezogen. Die Geschichte von Rory und Tyler ist zwar nicht neu, aber die Autorin hat es dennoch geschafft, eine zu Herzen gehende Lovestory zu schreiben.

Die Geschichte wird von Rory aus der Ich-Perspektive erzählt. Durch ihr abstraktes und logisches Denken merkt man beim Lesen schnell, dass sie nicht der Typ für überschwängliche Gefühle ist. Umso erstaunter und positiv überraschter war ich, als sich ihr Verhalten im Laufe des Buches verändert hat. Rory macht eine tolle Entwicklung durch ohne sich dabei selbst zu verlieren. Das fand ich toll.

Schön fand ich auch, dass Erin McCarthy sich nicht an die 08/15-Probleme in Liebesromanen gehalten hat. Ihre Figuren reden miteinander und so schaffen sie manches Missverständnis aus der Welt. Großartig, denn ich habe schon bei manchem tollen Roman mit den Augen gerollt, weil die Figuren einfach nicht den Mund aufbekommen haben.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Erzähl- und Ausdrucksweise passt sehr gut zu einer 20-jährigen und auch die Gedankengänge sind nachvollziehbar. Ich habe mit Rory gelacht und geweint.


Fazit: ein Buch fürs Herz. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Eine klare Leseempfehlung.

Dienstag, 15. Juli 2014

Thrillerdebüt mit Potenzial

Mädchenjäger
(Mark-Heckenburg-Reihe Band 1)
von Paul Finch

Eine Leseprobe findet ihr hier

Mark Heckenburg, von allen eigentlich nur Heck genannt, ist schon über 2 Jahre an einem großen Fall dran. Immer wieder verschwinden Frauen spurlos, die eigentlich keinen Grund haben ihr bisheriges Leben aufzugeben. Doch es gibt keine Leichen, keine Beweise, ja selbst Indizien sind rar gesät. Und so kommt, was kommen muss: Heck wird der Fall entzogen und er wird in den Zwangsurlaub geschickt. Der Ermittler wäre aber nicht er selbst, wenn er seinen Urlaub nicht für weitere Untersuchungen nutzen würde...

"Mädchenjäger" ist der Auftakt einer Reihe um den Ermittler Mark Heckenburg und zugleich das Debüt von Paul Finch. Das Lesen hat mir einerseits Spaß gemacht, auf der anderen Seite hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt.


Die Story wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei lernt man sowohl Heck als auch seine spätere Begleiterin Lauren kennen, als auch Täter und Opfer. Diese verschiedenen Einblicke fand ich sehr gut, da mir so nicht nur die Guten, sondern auch die Bösen näher gebracht wurden.


Die Geschichte selbst ist durchaus spannend, wirkt aber durch die eher distanzierte Erzählweise des Autors kühl und stellenweise langatmig. Dennoch ist der Thriller in sich logisch. Allerdings sind die einzelnen Elemente nicht neu: der Ermittler, der auf eigene Faust weitermacht; die Angehörige eines Opfers, die unbedingt helfen will; ja selbst die Täter sind aus einem zumindest Thriller-Lesern sehr bekannten Milieu und auch das Motiv schockiert nicht mehr. Hier hätte ich von Paul Finch mehr Kreativität erwartet.


Sein Stil ist nach einer kleinen Eingewöhnung gut zu lesen. Manchmal drückt er sich umständlich, ja fast poetisch aus, während er an anderer Stelle sehr distanziert die Fakten eines Mordes wiedergibt. Diese Mischung hat mir gut gefallen.


Auch das Finale des Buches und die Hauptfigur Heck haben es mir so angetan, dass ich dem Autor mit seinem zweiten Buch nochmal eine Chance geben werde.


Fazit: ein solides Debüt, wenn auch nicht der ganz große Wurf. Daher nur was für Thriller-Leser, die sich gern an Debüts versuchen.

Montag, 14. Juli 2014

Bist du nicht patriotisch, musst du sterben!

Quelle: www.blanvalet.de
Todeszimmer
(Rhyme-Sachs-Reihe Band 10)
von Jeffery Deaver

Eine Leseprobe findet ihr hier

Auf den Bahamas wird der US-Bürger Robert Moreno kaltblütig erschossen. Moreno war ein großer Kritiker der USA und versuchte durch seine Organisation "Lokale Selbstbestimmung" den Menschen in Entwicklungsländern zur Unabhängigkeit von US-Entwicklungshilfe zu verhelfen. Wer könnte so einen Mann töten? Die Staatsanwältin Nance Laurel hat da einen starken und zugleich sehr gefährlichen Verdacht: der Mord geschah im Auftrag eines US-Geheimdienstes. Sie heuert Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs an, damit sie der Anwältin die nötigen Beweise liefern. Doch der Täter ist den beiden Ermittlern näher, als sie vermuten...

"Todeszimmer" ist bereits Band 10 der Rhyme-Sachs-Reihe von Jeffery Deaver und er konnte mich wiederum begeistern. Der Autor hat sich diesmal die Vorgehensweise der US-Geheimdienste als zentrales Thema ausgesucht und trifft damit den Nerv der Zeit.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man sowohl den Ermittlungen, als auch dem Täter, so dass man immer 2 Blickwinkel auf das Geschehen hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Story selbst ist hochspannend und faszinierend. Rhyme und Sachs können nicht, wie gewohnt, auf alle möglichen Quellen zurückgreifen, da ihre Ermittlungen im Geheimen stattfinden müssen. Dennoch lässt es sich der mürrische Ermittler im Rollstuhl nicht nehmen, jeden nach seiner Pfeife tanzen zu lassen. Und genau dieser Sarkasmus, gepaart mit dem ungeheuren Fachwissen Rhymes, macht den Ermittler dennoch so sympathisch.

Jeffery Deaver erzählt mit großer Liebe zum Detail und informiert seine Leser sehr ausführlich. Selbst wer all seine Bücher kennt, bekommt nochmal eine Auffrischung in Sachen Tatortbegehung oder Waffenkunde. Das hat mir gefallen, denn nicht immer bleiben alle Beschreibungen aus den Vorgängern haften. Trotz dieser großen Detaildichte war es keinen Augenblick langweilig.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ich finde, dass Deaver im Gegensatz zu seinen früheren Werken auch besser lesbar geworden ist. Die Details beschreibt er nun so bildhaft und klar, dass man einfach weiterlesen muss. Das war grad in den Anfängen seines Schaffens nicht immer der Fall.

Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist, empfiehlt es sich, die Reihe chronologisch zu lesen, damit man die Entwicklung der Figuren nachvollziehen kann.

Fazit: ein sehr genialer 10. Band, der mich erstaunt und fasziniert zurücklässt. Eine klare Leseempfehlung an alle Thriller-Fans.


Ein großes Dankeschön an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Buches.

Once again, diesmal aus Camerons Sicht

trust in me
(wait-for-you-Reihe Band 3)
von J. Lynn

Eine Leseprobe findet ihr hier

Cameron Hamilton ist der Traum eines jeden Mädchens: gut gebaut, intelligent und einfach unwahrscheinlich charismatisch. Komisch, dass all diese Attribute sich bei Avery nicht verfangen. Denn gerade Avery hat es Cam angetan und so versucht er alles, um sie zu erobern. Und was wäre da geeigneter, als ein Mädchen zu bekochen?

"trust in me" ist der 3. Band der wait-for-you-Reihe von J. Lynn und konnte mich wieder begeistern. Als ich die Kurzbeschreibung das erste Mal gelesen habe, kam mir die Geschichte ungemein bekannt vor. Schnell wurde mir klar: die Geschichte ist die gleiche wie in "wait for you", jedoch erzählt diesmal Cameron, wie es war, als er Avery kennen- und lieben lernte.

Die Geschichte wird von Cameron aus der Ich-Perspektive erzählt und dabei merkt man gleich vom ersten Satz an, dass der junge Mann sehr viel von sich hält. Doch gleichzeitig schwingt seine Hilfsbereitschaft und sein großes Herz mit. Das hat mir sehr gut gefallen.

Für mich war dieser Roman der erste, bei dem ich die Geschichte in groben Zügen schon kannte, nur die Perspektive nicht. Das ist beim Lesen zunächst mal ein komisches Gefühl, denn ich wusste ja von Beginn an, wie es ausgehen wird. Auf der anderen Seite lernte ich Seiten an Cameron kennen, die Avery zu dem jeweiligen Zeitpunkt noch gar nicht kennen konnte. Und das berührte mich, denn Cameron ist in Wirklichkeit nicht der starke Kerl, den er gerne markiert.

Der Stil von J. Lynn lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Autorin bringt die Gefühlswelt ihres männlichen Protagonisten sehr gut rüber, so dass ich ganz vergessen konnte, dass hier eine weibliche Person am Werk war.

Fazit: ein wunderschöner 3. Band, der wieder zu Herzen geht. Eine klare Leseempfehlung.


Ein großes Dankeschön an den Piper-Verlag für die Zurverfügungstellung des Buches.

Sonntag, 13. Juli 2014

Wer verdient noch dein Vertrauen?

Fearless
(Boy-Nobody-Reihe Band 2)
von Allen Zadoff

Boy Nobody, in seinem neuen Auftrag als Daniel benannt, beschäftigt sich noch mental mit seinem letzten Auftrag, als sein Vater ihn wieder zurück in den Alltag zwingt. Daniel soll den Anführer einer ultrarechten Vereinigung töten. Das Problem ist nur: der Anführer Moore wird ständig bewacht, ist paranoid und vertraut niemanden. Doch Daniel will Daniel, wenn er nicht ein Mittel finden würde. Doch wie gefährlich ist das Mittel, das er einsetzen will?

"Fearless" ist der 2. Teil der Boy-Nobody-Reihe von Allen Zadoff und hat mich noch mehr als Band 1 begeistert. Daniel (im ersten Band noch Benjamin) geht auf eine höchst gefährliche Mission, in der er nicht nur den Gegner, sondern auch sich selbst besser kennenlernt. Und das ist eine ebenso große Gefahr!

Die Geschichte wird von Daniel aus der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch merkte ich wieder schnell, wie wenig Emotionen er besitzt. Doch im Laufe der sehr spannenden und fesselnden Story verändert sich Daniel und damit verändert sich auch seine Erzählweise. So springen die Zweifel, Gedanken und auch Pläne den Leser direkt an und reißen ihn mit. Das hat mir sehr gut gefallen.

Aber auch die Mission, die Daniel erfüllen muss, ist actionreich und leider näher an der Realität, als ich es mir wünschen würde. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass solche Camps irgendwo existieren. Allen Zadoff schafft es, die Gefahr sehr realitätsnah un damit beängstigend darzustellen.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Erzählweise passt zu einem Jugendlichen, der durch ein hartes Trainings- und Drillprogramm gegangen ist. Und auch die Wandlung von Daniel bekommt Zadoff durch die Veränderung seiner Erzählungen sehr gut hin.

Ein Hinweis für alle Erstleser: es empfiehlt sich, die Reihe chronologisch zu lesen, da in Band 2 so einige Rückblicke auf Daniels ersten Einsatz getätigt werden.

Fazit: ein grandioser 2. Teil, der mich nicht losgelassen hat. Ich freue mich schon auf Teil 3. Eine klare Leseempfehlung.

Samstag, 12. Juli 2014

Eine Romanze zu Zeiten des Krieges

Der Sommer der Freiheit
von Heidi Rehn

Eine Leseprobe findet ihr hier

Sommer 1913: Selma, eine Tochter aus gutem Hause, verlebt ihren Sommer wie jedes Jahr in Baden-Baden. Bei einem Ausflug lernt sie nicht nur ihre spätere beste Freundin Constanze, sondern auch den Franzosen Robert kennen. Und in diesen verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch Selma ist mit Gero, einem Anwalt aus Ostpreußen, verlobt! Dennoch tobt ein Kampf der Gefühle in ihr. Und der wird noch härter, als 1914 der Krieg ausbricht...

"Der Sommer der Freiheit" war mein erster historischer Roman von Heidi Rehn und er hat mir recht gut gefallen. Allerdings lässt die Autorin viele Chancen der Geschichte ungenutzt, so dass ich am Ende zwiegespalten zurückbleibe.

Der Roman beschäftigt sich hauptsächlich mit Selma und ihrem Leben von 1913 bis ca. 1920. Die anderen Figuren, allen voran Constanze und Robert, bekommen nur ganz kleine, eigene Auftritte und werden ansonsten nur durch die Augen von Selma begutachtet und erwähnt. Das fand ich schade, denn gerade die beiden boten sehr viel Potenzial zum Erzählen, ist doch Constanze eine der ersten Frauen, die Ingenieurswesen studiert und Robert ein Fotograf. Vieles, was bei den anderen Figuren passiert und was mich neugierig gemacht hat, wird dann in einer kurzen Rückblende erzählt, die meist nicht mehr als 2 oder 3 Sätze umfasst. Schade!

Die Kriegsgeschehnisse bleiben sehr weit im Hintergrund. Selbst als Selma dem Krieg verdammt nah kommt, erfährt man kaum etwas über den Schrecken und die Grausamkeiten. Wer also auf einen Roman mit Kriegsberichten gesetzt hat, ist hier leider falsch.

Dafür kommt die Romantik und die damit verbundene Dramatik nicht zu kurz. Selmas Gefühle für Gero und Robert machen sie zu einem Spielball der beiden, was von Heidi Rehn sehr gut und sehr ausführlich dargestellt wird. Zudem ist ihr die Charakterisierung ihrer Hauptfigur sehr gut gelungen. Ich konnte Selma stellenweise aus tiefstem Herzen hassen. Und das bekommen nur wenige Schriftsteller hin.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Beschreibungen, gerade diejenigen aus der Vorkriegszeit, sind so detailreich und nachvollziehbar, dass ich mir ihre Figuren sehr gut vorstellen konnte und mit ihnen durch Baden-Baden flaniert bin.

Fazit: eine romantische Geschichte fürs Herz, bei der der Krieg nur als Kulisse geht. Wer vergnügliche Stunden verbringen möchte, kann beruhigt zugreifen.


Ein großes Dankeschön geht an die Büchereule, bei der ich das Buch gewonnen habe.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Mir fehlen die Worte!



Hallo Ihr Lieben,

ich weiß bald nicht mehr, was ich schreiben soll. Ihr seid die Besten! Innerhalb weniger Tage habt ihr die nächsten Tausend voll gemacht. WAHNSINN!!

Und noch etwas begeistert mich: vor allem meine Interviews finden großen Anklang bei euch. Ich werde weiterhin alles geben, damit ihr immer wieder Autorinnen und Autoren kennenlernen könnt.

Tausend Dank!

Eure Denise

Mittwoch, 9. Juli 2014

Mein Interview mit Michael Kibler



Ich entdecke immer wieder gern für mich neue Autoren. Über den Piper-Verlag habe ich Michael Kibler und seine Darmstadt-Krimis kennengelernt. Dabei ist es ja schon fast peinlich, dass ich erst vor einigen Wochen auf den Autoren gestoßen bin, denn Herr Kibler ist schon lange im Geschäft. Und weil ich immer wieder gern mit Menschen und im Besonderen mit Krimiautoren plaudere, habe ich es mir nicht nehmen lassen, Michael Kibler mit Fragen zu bombardieren. Und er hat sogar geantwortet!

Viel Spaß mit dem Interview!


F: Zuerst meine Lieblingsfrage: welches Buch lesen Sie zur Zeit?

A: „Germania“ von Harald Gilbers. Er hat in diesem Jahr den Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Debut-Krimi bekommen - wie ich finde, nachdem ich nun zwei Drittel gelesen habe, absolut zu Recht.


F: Seit 2005 dürfen Ihre Leser nun schon das Ermittlerduo Hesgart/Horndeich in Darmstadt begleiten. Sehen Sie sich selbst als Regionalkrimi-Schreiber?

A: Ach, das ist immer so eine Sache mit diesem Regio-Etikett. In erster Linie möchte ich gute Krimis schreiben, die spannend sind, gut unterhalten und vielleicht auch die eine oder andere Frage zum Nachdenken aufwerfen. Natürlich spielt jeder Krimi irgendwo, mehr oder weniger verwurzelt. Ich kann in meinen Krimis sehr detailverliebt sein, und das natürlich auch in Bezug auf die Stadt in der ich lebe, sehr gern lebe, wie ich nicht müde werden zu betonen. Insofern können die Darmstädter die Bücher auch als verkappte Reiseführer interpretieren - ich möchte es eher so sehen, dass die Hamburger einen guten Krimi lesen können und für die Darmstädter ein paar Sahnehäubchen als Bonus dabei sind.


F: Mit "Sterbenszeit" kommt nun ein Krimi mit BKA-Kommissar auf den Markt. Werden Sie Ihrem Ermittlerduo untreu oder dürfen Fans auf weitere Bücher mit Hesgart und Horndeich hoffen?

A: Lorenz Rasper ermittelt für das BKA und damit bundesweit. Aber keine Angst, bereits der kommende Krimi, an dem ich schon arbeite, ist wieder ein echter Horndeich/Hesgart.


F: Was inspiriert Sie zu neuen Büchern?

A: Das Leben. Das ist so trivial wie wahr. Dazu gehört, dass man Dinge und Ereignisse sehr bewusst wahrnimmt, die schönen wie auch die nicht so schönen. Und es gehört dazu, dass man nicht aufhört, Fragen zu stellen. Besonders die Frage „Was wäre, wenn …?“ war bei mir der Startschuss für einige Geschichten.


F: Wenn Sie schreiben, wo und wie schreiben Sie?

A: Meistens schreibe ich an meinem Schreibtisch. Da sitzt die Tastatur in der richtigen Höhe, der Monitor hat die entsprechende Größe, mit dem auch meine Augen sich anfreunden können. Schließlich ist auf dem dortigen Rechner auch eine Diktiersoftware installiert und eine gute Kanne Tee ist immer in Reichweite. Manchmal, besonders wenn der Abgabetermin anfängt, richtig zu drücken, fahre ich für eine Woche zu meinem Vater ins so genannte „Schreibasyl“.


F: Ich habe gelesen, dass Sie Germanistik mit den Nebenfächern Filmwissenschaft und Psychologie studiert haben. Das ist eine interessante Kombination. War es für Sie schon immer klar, dass Sie Autor werden möchten?

A: Nein, durchaus nicht. Meine ersten Geschichten habe ich - abgesehen von Aufsätzen in der Schule - erst während des Zivildienstes geschrieben. Besonders das Studium der Filmwissenschaft hat sich im Nachhinein als sehr nützlich für den Beruf des Autors erwiesen: hier habe ich gelernt wie man Geschichten erzählt, verschiedene Strukturen verwenden kann, Personen lebendig gestaltet usw. Nun ja, Psychologie hat nun auch nicht wirklich geschadet, ebenso wenig wie Germanistik. Während des Studiums habe ich mich aber mehr auf die Sprachwissenschaft konzentriert, als auf Goethe und Co.


F: Was war Ihre bisher witzigste oder bizarrste Lesung?

A: Es gibt tatsächlich eine Lesung, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist: Ein Handy klingelte, während ich las. Das allein ist noch nichts Ungewöhnliches, kann immer mal passieren, ich habe dann meist einen lockeren Spruch auf den Lippen wie: „Das war jetzt die Werbeunterbrechung für Nokia“, meist mit dem Effekt, dass der oder die Betreffende etwas rot wird (dürfen sie ruhig…). Und das Handy ausmachen. Eine Dame hingegen hatte dazu keine Lust, sie nahm den Anruf an und fühlte sich bemüßigt, der Freundin am anderen Ende lautstark mitzuteilen, dass sie gerade in einer Lesung säße, und ja, es wäre ganz gut … Ich muss gestehen, wenige Dinge in meinem Leben habe mir die Sprache verschlagen, dieser Moment hingegen schon. Die Dame beendete das Gespräch auch erst, nachdem einige Zuhörer ihr - formulieren wir es einmal sehr freundlich - nahe legten, das Gespräch zu beenden.


F. Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie nicht gerade schreiben oder Stadtführungen durchführen?

A: Ich gehe sehr gern spazieren, im Sommer auch im Woog schwimmen und außerdem bin ich bekennender Serien-Junkie.


F: Und zu guter Letzt: gibt es etwas, was Sie Ihren Lesern noch sagen möchten?

A: Aber klar doch: Liebe Leser, gebt Lorenz Rasper vom BKA eine Chance ;-)



Ich danke Michael Kibler vielmals für das aufschlußreiche und sehr interessante Interview. Ich selbst werde sowohl Lorenz Rasper eine Chance geben, als auch seinem Ermittler-Duo aus Darmstadt treu bleiben.

Dienstag, 8. Juli 2014

Thriller? Nein! Aber Spannung und Nervenkitzel bis zum Schluss

Quelle: www.angela-planert.de

¿Identität?: Sehnsucht und Vergessen
von Angela Planert

Katharina fliegt im Auftrag ihrer Firma nach Kolumbien. Mit diesem Auftrag kommt sie ihrem Traum von einem Leben in Kolumbien ein Stück näher. Bei der Präsentation in der Partnerfirma wird sie auf den Geschäftsführer Antonio aufmerksam. Der attraktive Mann sitzt im Rollstuhl, was ihn aber nicht weiter zu behindern schient. Mit der Zeit kommen sich die beiden näher und Katharina lernt Antonio von einer anderen Seite kennen. Und auch Bogota hält so manche, nicht gerade angenehme Überraschung für sie bereit...

"¿Identität?: Sehnsucht und Vergessen" war mein erstes Buch von der mir bis dahin unbekannten Schriftstellerin Angela Planert. Jedoch hat mich die Kurzbeschreibung neugierig gemacht und so stürzte ich mich auf das Buch. Im Nachhinein keine schlechte Entscheidung.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet, jedoch liegt das Hauptaugenmerk abwechselnd auf Katharina und Antonio. Diesen beiden sind auch die Hauptfiguren in dem Roman. Die Story selbst ist spannend und lebhaft erzählt. Zu Beginn erlebt man mit den Beiden das Aufblühen ihrer Liebe, im weiteren Geschehen wird diese aber auf eine harte Probe gestellt, als der Privatermittler von Antonio ungeheuerliche Details aus der Vergangenheit ans Licht bringt. Dieser Bogen hat mir sehr gut gefallen.

Der Roman wird auch als Thriller beworben. So sehe ich ihn nicht. Für mich war "¿Identität?" eine Mischung aus Romantik, Abenteuer und Nervenkitzel. Und der Nervenkitzel kommt erst gegen Mitte des Buches zum Tragen, was für mich vollkommen okay war, aber einen Thriller-Fan eventuell schon zum Aufgeben bewegt hätte.

Obwohl ich die Geschichte spannend und sehr lesenswert finde, gibt es doch ein paar Kritikpunkte: der arme Antonio muss eine Menge über sich ergehen lassen und gerade diese Szenen (ich möchte nicht zu viel verraten) häufen sich sehr, so dass ich auf der einen Seite zwar Mitleid mit ihm hatte, auf der anderen Seite mir aber mehr Kreativität oder Straffung gewünscht hätte. Zudem bleibt mir das Motiv der Täter zu schwammig. Es werden viele mögliche Faktoren angerissen, doch keiner wird so sehr vertieft, dass ich sagen konnte: "Jawoll, deshalb wurde die Tat begangen!" Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.
Zudem scheint in Kolumbien ein sehr höflicher Umgangston zu herrschen, denn ich habe bisher noch nie so oft Entschuldigungen gelesen wie in diesem Roman.

Der Stil von Angela Planert ist sehr gut und flüssig zu lesen. Sie versteht es durch ihre Erzählweise den Leser zu fesseln und ihn so sehr in die Zweifel hineinzuziehen, dass man sich am Ende nicht mal mehr selbst traut. Echt klasse.

Fazit: ein durchaus lesenswerter Roman. Wer sich an ein paar Wiederholungen nicht stört, kann beherzt zugreifen.


Ein großes Dankeschön an die Autorin Angela Planert für die Zurverfügungstellung des Buches.

Montag, 7. Juli 2014

Vorhersehbar und doch wunderschön

Dein eines, wildes, kostbares Leben
von Jessi Kirby

Eine Leseprobe findet ihr hier

Parker Frost ist in ihrem Abschlussjahr an der Highschool und hat ihr Stipendium für die Uni so gut wie in der Tasche. Ihre letzte Aufgabe als Hilfskraft eines Lehrers soll sie Tagebücher verschicken. Und diese Tagebücher sind etwas besonders: sie wurden vor 10 Jahren von der Abschlussklasse geschrieben und versiegelt. Während dieser eher drögen Aufgabe entdeckt Parker das Tagebuch von Julianna, einem Mädchen, das in der Nacht nach dem Abschlussball bei einem Unfall gemeinsam mit ihrem Freund ums Leben gekommen ist. Was hat Julianna gedacht, erträumt, gehofft? Diese Fragen treiben Parker um und lassen sie etwas tun, was sie nie für möglich gehalten hätte...

"Dein eines, wildes, kostbares Leben" ist das Debüt von Jessi Kirby und es hat mich in seinen Bann gezogen. Obwohl die Geschichte vorhersehbar ist, berührte sie mich.

Der Roman wird von Parker Frost aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei stellte ich schnell fest, dass Parker bisher immer das getan hat, was von ihr erwartet wurde: lernen, gute Noten bekommen und ein Stipendium ergattern. Dabei kommt sie selbst zu kurz. Erst der Fund des Tagebuchs lassen sie über alles nachdenken.

Leider verliert sich Parker so sehr in dem Tagebuch, dass ihr eigenes Leben fast gar nicht mehr zur Sprache kommt. Das fand ich schade, denn ich hätte gern mehr über das Mädchen und ihre Beweggründe erfahren.
Auch ihr eigenes Schicksal wird in wenigen Seiten abgehandelt. Hier hätte sich die Autorin mehr Zeit lassen können. Denn das sie gefühlvoll schreiben kann, hat sie mit den Details über Juliannas Leben hervorragend gezeigt. Und genau das war es auch, was mich so gefesselt hat und mich so manches Mal schniefen ließ.

Die Geschichte ist nicht anspruchsvoll, passt aber meiner Meinung nach zu 14- bis 17- Jährigen. Denn Gefühlschaos, der Wunsch nach Rebellion und auch die Suche nach sich selbst nehmen eine zentrale Rolle in diesem Jugendbuch ein.

Fazit: ein schönes, zu Herzen gehendes Buch, was mir einen tolle Lesezeit beschert hat. Eine klare Leseempfehlung an alle, die beim Lesen gern mal abschalten wollen.

Sonntag, 6. Juli 2014

Sein Leben ist Schmerz, bis er sie trifft

Schwarze Lust
(Die Herren der Unterwelt Band 03)
von Gena Showalter

Eine Leseprobe findet ihr hier

Reyes, der seinen Körper mit dem Dämon des Schmerzes teilen muss, kann nur noch an eines denken, oder vielmehr an eine: Danika. Seit sie aus der Burg verschwunden ist, sucht Reyes nach ihr. Auch weil sein Freund Aeron, Hüter des Zorns, Danika und ihre Familie immer noch töten will. Nur mit Mühe kann sich die Sterbliche vor den Herren der Unterwelt verbergen. Bis sie einen tödlichen Fehler begeht...

"Die Herren der Unterwelt 03: Schwarze Lust" von Gena Showalter konnte mich, wie schon die beiden Bände davor, wieder begeistern. Die Geschichte um Reyes und Danika fügt sich nahtlos an das Ende von Band 2 an und führt den Leser tiefer in die Vergangenheit der Krieger.

Der Roman wird aus der Erzählerperspektive berichtet, jedoch wird in jedem Kapitel bzw. Abschnitt auf jemand anderen das Hauptaugenmerk gelegt. Mal begleitet man Reyes und Danika, mal Paris und die anderen Krieger in Rom, mal sogar die Jäger. So war ich immer auf dem aktuellsten Stand und wusste genau, welche Geschehnisse parallel abliefen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Figuren sind sehr gut und überzeugend beschrieben. Toll finde ich auch, dass sich die Autorin, obwohl es in Band 3 hauptsächlich um Reyes geht, nicht vollends nur auf ihn konzentriert, sondern den Blick auch auf die Suche nach den Artefakten richtet. So wird der Teilstrang, der Band 1, 2 und 3 verbindet, weiter geflochten und bietet damit auch genug Potenzial für Folgebände. Die Romantik zwischen dem Krieger des Schmerzes und seiner sterblichen Frau ist zwar von Beginn an zu spüren und doch lässt sich Gena Showalter genug Zeit und Raum um die beiden zusammenzuführen. Das hat mir gefallen.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist locker, aber nicht zu leicht und sie zeigt an den nötigen Stellen auch Ernst. Zudem gibt sie Details aus der Vergangenheit der Krieger preis, was mich schon sehr neugierig auf die nächsten Bände macht.

Fazit: ein sehr guter 3. Band, der mir viel Lesespaß gebracht hat. Eine klare Leseempfehlung für alle Dämonen-Fans.

Samstag, 5. Juli 2014

Die Bestie in Menschengestalt

Level 26: Dunkle Seele
(Level 26-Reihe Band 1)
von Anthony E. Zuiker und Duane Swierczynski

Eine Leseprobe findet ihr hier

Mörder gibt es viele. Deshalb haben die Strafverfolgungsbehörden in den USA ein System entwickelt, mit dem sie die Killer kategorisieren können. Level 1 sind die Zufallstäter, Level 25 die schlimmsten Verbrecher, die die Welt je sah. Und doch gibt es einen Täter, der selbst für Level 25 zu grausam ist: Sqweegel. Er ist ein Level-26-Killer und nicht zu stoppen. Nur einer war mal nah dran: Steve Dark. Doch der hat seinen Job geschmissen. Aber kann man seinen Job wirklich aufgeben, wenn der gefährlichste Täter der Welt mit einem spielen will??

"Level 26: Dunkle Seele" war mein erster Thriller von Anthony E. Zuiker und Duane Swierczynki und er hat mir das Blut in den Adern gefrieren lassen. Zuiker kannte ich schon vorher als Erfinder der CSI-TV-Serie. Doch was er hier zusammen mit seinem Kollegen abliefert, stellt die schlimmsten Fälle des CSI in den Schatten.

Die Geschichte wird temporeich aus der Erzählerperspektive berichtet. Die Kapitel sind kurz gehalten und dennoch so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Das Besondere an diesem Werk ist die Möglichkeit, sich nach bestimmten Kapiteln Videos im Netz anzusehen. Diese Mischung aus Fantasie beim Lesen und Konfrontation mit dem Grauen beim Schauen der Videos war für mich fasznierend und beängstigend. Denn Zuiker setzt in seinen Videos das Grauen, welches Swierczynki und er heraufbeschwören, so gekonnt in Szene, dass man auf der einen Seite einen Teil seiner Vorstellungen bestätigt bekommt, auf der anderen Seite aber so viel Raum bleibt, um seine Gedanken noch weiter fließen zu lassen. Ein sehr genialer Effekt.

Die Figuren, allen voran Steve Dark, sind toll, wenn auch nicht besonders tiefgreifend beschrieben. Man erfährt gerade so viel über die Ermittler, den Täter und allen anderen, wie es für die Geschichte gerade von Belang ist. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, denn ich glaube, dass dadurch der Schrecken noch realistischer und tiefer gegangen wäre.

Der Stil der Autoren ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Beiden erzählen detailreich, wo es nötig ist und mit Tempo, wo es sinnvoll ist.

Beim Schauen der Videos sollte man darauf achten, dass man die richtige Reihenfolge erwischt. Denn obwohl ich die Kurzfilme über den Kanal von "Level 26" aufgerufen habe, war die Reihenfolge nicht immer korrekt.

Fazit: ein Thriller, der unter die Haut geht und auch hartgesottenden Fans das Fürchten lehrt. Eine klare Leseempfehlung an alle mit festen Magen.


Donnerstag, 3. Juli 2014

Der Hass flammt auf

Chicagoland Vampires: Sehnsuchtsbisse
(Chicagoland-Vampires-Reihe Band 8)
von Chloe Neill

Eine Leseprobe findet ihr hier

Merit will sich einen ungestörten Abend mit ihrer Freundin Mallory gönnen, da wird ganz in der Nähe eine Fabrik für "Lebenssaft", Blut in Flaschen für Vampire, von Demonstranten zerstört. Der Mob scheint sehr gewaltbereit und Merit und Mallory entkommen nur mit knapper Not. Was zunächst wie ein Einzelfall anmutet, entwickelt sich zu einer Welle des Hasses. Einer Welle, die Merit und ihr Partner und Meister Ethan auf den Grund gehen müssen!

"Chicagoland Vampires - Sehnsuchtsbisse" ist bereits Teil 8 der Chicagoland-Vampires-Reihe von Chloe Neill. Und wieder konnte mich die Autorin mit ihrem Mix aus Action, Krimi und Humor in ihren Bann ziehen.

Die Geschichte wird, wie auch schon in den Bänden davor, von Merit selbst erzählt. Obwohl sie selbst noch nicht mal ein Jahr eine Vampirin ist, ist sie mittlerweile sehr gut im Haus Cadogan intigriert. Dabei hat sie aber weder ihren Humor noch ihren Sarkasmus verloren und hat selbst in brandgefährlichen Situationen immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Allerdings gibt es in diesem Band auch Gefahren, die selbst Merit Angst einjagen. Und dass sie diese offen eingesteht, hat mich positiv überrascht. Dadurch wirkt sie realer und auch menschlicher.

Der Roman entwickelt sich zu Beginn ruhiger, wird aber ab einem Drittel sehr spannend. Chloe Neill hat diesmal ihr Hauptaugenmerk auf klassische Detektiv- und Ermittlerarbeit gelegt. Das hat mir sehr gut gefallen. Und ganz nebenbei gibt es auch noch eine urkomische Begebenheit im Elternhaus Merits. Aber darüber möchte ich nicht zu viel verraten.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Durch die lockere Erzählweise konnte ich mich sofort wieder in Merit hineinversetzen.

Ein Hinweis für alle, die Chicagoland Vampires noch nicht kennen: es ist sehr zu empfehlen, die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, da sie aufeinander aufbauen.

Fazit: ein sehr gelungener 8. Band, dessen Ende mich sehnsüchtig auf den nächsten Teil warten lässt. Eine klare Leseempfehlung.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Ein Exorzist in Pension und ein Fall, den er gar nicht haben will

Felix Castor: Den Teufel im Blick
(Felix-Castor-Reihe Band 1)
von Mike Carey

Eine Leseprobe findet ihr hier

Felix Castor, seines Zeichens Exorzist, hat eben dieses Feld aufgegeben und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Denn nach einem missglückten Exorzismus wagt er sich nicht mehr an sein Spezialgebiet. Da erreicht ihn ein Anruf eines Archivars: in dem Archiv spukt es und es wurde sogar ein Mitarbeiter verletzt. Aufgrund chronischen Geldmangels nimmt Castor den Auftrag an und ahnt nicht, wie sehr ihm dieser unter die Haut gehen wird.

"Felix Castor: Den Teufel im Blick" ist das Debüt von Mike Carey und es konnte mich, bis auf einige Längen, überzeugen. Carey erschafft eine Welt, in denen Geister, Werwölfe und Zombies nichts besonderes mehr sind und dennoch so manches Mal den lebendigen Einwohnern von London auf den Geist gehen.

Die Geschichte wird von dem Exorzisten Felix Castor höchstselbst erzählt. Somit bleibt vieles, was seine Vergangenheit betrifft, erstmal im Dunkeln bleibt. Das fand ich als Einstieg nicht optimal, denn so blieben viele Fragen offen. Ich hatte teilweise das Gefühl, ich hätte einen Vorgänger des Buches nicht gelesen. Hier hätte ich mehr Offenheit besser gefunden.

Als Castor den Auftrag des Archivars übernimmt, fängt die Geschichte an sich zu ziehen. Der Exorzist berichtet sehr detailliert über seine Vorgehensweisen, beweist dort auch so manches Mal typisch britischen Humor, dennoch fand ich diesen Teil sehr langatmig. Da ich aber unbedingt wissen wollte, worauf sich die Hauptfigur eingelassen hatte, blieb ich dran.
Und wurde belohnt. Denn ab circa der Hälfte nimmt der Roman an Fahrt auf und zum Ende hin wird es richtig spannend, so dass ich die zweite Hälfte in einem Rutsch gelesen habe.

Mit seiner Vorgehensweise, seinem Umfeld und seinem Humor erinnert mich Felix Castor leicht an den Magier Harry Dresden von Jim Butcher. Allerdings kann Castor dem guten Dresden nicht das Wasser reichen.

Der Stil von Mike Carey ist gut und nach einer kleinen Eingewöhnung auch flüssig zu lesen. Er legt sehr viel Wert auf Details, bleibt aber bei anderen Szenen zu oberflächlich. Hier hätte ich mir eine ausgewogenere Mischung gewünscht. Allerdings hat mich gerade die zweite Hälfte des Buches so überzeugt, dass ich dem Autor durchaus nochmal eine Chance gebe.

Fazit: ein solides Debüt, das durchaus lesenswert ist. Wer mit ein paar Längen klar kommt, kann beherzt zugreifen.

Dienstag, 1. Juli 2014

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