Freitag, 2. Januar 2015

Vernetzung bis in den letzten Winkel

(Quelle: http://www.dotbooks.de/)

Eine Leseprobe findet ihr hier

Vigo und seine Freunde leben in München im Jahre 2052. Die Welt ist komplett vernetzt, jede Bewegung kann nachvollzogen werden, TUBE und Puma sind DIE sozialen Netzwerke, über die von Bezahlung bis hin zum Einkaufen alles gemacht wird. Selbst Geld wird vorzugsweise über diese Kanäle verdient. Und Vigo hat die Idee zum Geld verdienen: eine Dokumentation über die 2010-er Jahre, als noch nicht alles vernetzt war. Wie war das Leben damals? Wie kamen die Menschen ohne Vernetzung klar?

"Unverschlüsselt" ist mein erster Roman von Albrecht Mangler und hat mich fasziniert. Der Autor entführt seine Leser in eine erschreckend reale Zukunft, in der das Leben weitesgehend online verfolgbar wird und die Menschen sich diesem Trend vollkommen freiwillig unterwerfen. Etwas, was heute bereits teilweise passiert.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man Vigo und seinen WG-Bewohnern, die alle mehr oder minder erfolgreich per Puma ihr Geld verdienen. 3-D-Drucker, Vernetzung verschiedener Unternehmen und ein Einkaufsbringdienst sind bereits Realität und machen das Leben angenehmer. Industrie und Herstellung von realen Produkten wurden nach Afrika ausgelagert, die Menschen der ersten Welt leben von ihren Ideen und deren Verkauf.

Was sich zunächst wie der Traum schlechthin anhört, hat auch seine Schattenseiten. Und diese lässt Albrecht Mangler sehr gut in die Story selbst einfließen. Dabei erhebt er weder belehrend den Zeigefinger noch malt er die Zukunft in düsterem Schwarz. Der Autor zeigt einfach nur, dass selbst das bequemste Leben eine Schattenseite hat. Und gerade das machte mich nachdenklich. Denn schon heute veröffentlichen wir immer wieder Fakten aus unserem Leben, bei denen wir vor 10 Jahren noch heftigst mit dem Kopf geschüttelt hätten.

Was für den Einen der Wandel der Zeit ist, ist für den Anderen das Horrorszenario schlechthin. Und so fühlte ich mich auch bei "Unverschlüsselt". Auf der einen Seite war ich fasziniert und begeistert von den Möglichkeiten, die Albrecht Mangler in der Zukunft sieht. Auf der anderen Seite war ich aber auch erschüttert, mit welcher Freude sich die Menschen gläsern haben machen lassen. Will ich unbedingt, dass meine Freunde jederzeit wissen, wo ich bin und was ich tue?

Die Figuren selbst werden nur kurz vorgestellt. Doch für die Geschichte war dies ausreichend. Denn die Spannung kommt nicht durch die Personen an sich auf, sondern durch ihre Handlungen und ihr Streben nach Informationen. Und so gibt es auch kein langes Vorgeplänkel. Man ist direkt in der Story, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Ende war für mich dann überraschend, lehrreich und gibt dem ganzen Werk nochmal einen leicht moralischen Anstrich, ohne dabei wertend zu sein.

Der Stil von Albrecht Mangler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist jugendlich frisch, locker und mit dem nötigen Witz. Die Zukunft, wie der Autor sie sich vorstellt, ist glaubhaft und könnte so durchaus bald Realität werden. Toll!

Fazit: ein toller Kurzroman, der mich überzeugen konnte. Wer gern was über die Zukunft liest, sollte hier zugreifen.


Ein großes Dankeschön an dotbooks
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