10. Februar 2015

Kurios? Ja. Aber leider auch eintönig

(Quelle: http://www.mira-taschenbuch.de/)

Eine Leseprobe findet ihr hier

Gerichtsvollzieher rangieren bei der Beliebtheit nicht gerade auf den vorderen Rängen. Kommen sie doch dann, wenn schon fast alles zu spät ist und bringen dann auch noch das Pfandsiegel, genannt Kuckuck, mit. Doch hat sich nicht jeder von uns schon mal heimlich gefragt, wie es dem Gerichtsvollzieher selbst dabei geht? Muss man sadistisch veranlagt sein oder reicht es einfach, wenn man ein gesundes Selbstbewusstsein hat? Die Vollzieherin Katja K. erzählt in ihrem Buch "Wenn die Kuckuck zweimal klingelt" von ihrem Alltag.

Und der könnte abwechslungsreicher nicht sein. Die Beamtin schlägt sich in München nicht nur mit den "normalen" Fällen wie Unterhaltsforderungen oder ähnlichem rum, sondern steht auch schon mal an der Rennbahn oder im angesagten Fischrestaurant um Schulden einzutreiben. Dabei verliert sie nie ihre Freundlichkeit, wird aber dort, wo es notwendig ist, sehr deutlich und zeigt dem Schuldner den weiteren Gang auf, wenn er nicht zahlen will.

Gegenüber denjenigen, die zahlen möchten, zeigt sich Katja offen und hilfsbereit. Und so vermittelt sie auch mal Kontakte zum Sozialamt, zu Buchhaltern oder Geldgebern. Ob die Geschehnisse diesbezüglich so wahrheitsgetreu sind, lasse ich mal dahingestellt. Wenn es so sein sollte, freut mich das für die zahlungswilligen Schuldner. Auf der anderen Seite wirken die Kontakte der Beamtin doch zu gut um wahr zu sein. Aber ich möchte hier nicht spekulieren.

Die einzelnen Fälle sind in übersichtlichen Kapiteln dargelegt und werden recht kurz abgehandelt. Das fand ich schade, da ich zu manchen Fall gern mehr erfahren hätte. So weiß man oft nicht, wie es mit den Fällen weiterging oder ob die Gerichtsvollzieherin wirklich Erfolg hatte. Hier hätte ich weniger Fälle und mehr Details besser gefunden.

Auch wird für meinen Geschmack das Hauptaugenmerk zu sehr auf die High-Society von München gelegt. Die spielende Baronesse, der leidenschaftliche Fast-Sterne-Koch, der Gestütbesitzer und weitere eher erlauchte Personen sind Kunden von Katja K. Deren Fälle zu lesen, hat zwar durchaus einen gewissen Reiz, doch hätten mich auch die Fälle normaler Durchschnittsbürger interessiert. Denn dann hätte ich auch mehr Bindung zur Beamtin und ihrem Tun aufbauen können. So reiht sich ein erlauchter Kunde an den anderen und für mich blieb da der Reiz auf der Strecke.

Die Erzählungen der einzelnen Episoden sind sehr gut und flüssig zu lesen. Das Buch kann man auch kapitelweise genießen, da die Fälle in sich geschlossen sind.


Fazit: wer mal einen Einblick in den Alltag einer Gerichtsvollzieherin bekommen möchte, kann zugreifen. Allerdings sollte man nicht zu viel erwarten.


Ihr seid neugierig auf das Buch geworden? Dann schaut doch mal im Shop von Mira Taschenbuch vorbei.

Ich danke Mira Taschenbuch
für das Ebook!

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