Sonntag, 15. März 2015

Die größte Schwäche: pure Langeweile

Die Sieben Schwestern
von Lucinda Riley

Eine Leseprobe findet ihr hier

Maia lebt in einer ganz besonderen Familie. Sie und ihre sechs Schwestern sind von einem wohlhabenden Mann adoptiert worden. Jede von ihnen kommt aus einem anderen Teil der Welt und jede ist so einzigartig wie das Sternenbild, nachdem Maia und ihre Schwestern jeweils benannt worden sind. Als ihr geliebter Vater stirbt, hinterlässt er jeder Frau einen Hinweis auf ihre wahre Herkunft. Maia macht sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit und entdeckt dabei eine Geschichte, die sie nicht mehr loslässt...

"Die sieben Schwestern" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Lucinda Riley. Zudem war es mein erster Roman der Autorin. Und es wird auch mein letzter gewesen sein. Denn ich konnte die Belanglosigkeit und die Gewöhnlichkeit der Geschichte nicht bis zum Ende ertragen.

Ich mag Familiensagas und finde es großartig, wenn dort von verflossenen, vergangenen und neu gefundenen Lieben erzählt wird. Auch die Entdeckungen von Geheimnissen macht mir sehr großen Spaß. Es ist also nicht das Thema an sich, was mir bei den sieben Schwestern nicht gefallen hat.

Doch zunächst das Positive: die Geschichte wird auf 2 Zeitebenen erzählt. Zum Einen berichtet Maia persönlich aus ihrem Leben, ihrem Umgang mit dem Tod ihres Vaters und ihren Nachforschungen in Brasilien. Zum Anderen wird aus der Erzählerperspektive das Leben von Izabela, der Urgroßmutter von Maia, begleitet. Dort folgt dem 18-jährigen Mädchen nicht nur in Brasilien, sondern sogar bis nach Paris und entdeckt mit ihr gemeinsam das Leben in Europa. Diese Idee der 2 Ebenen gefällt mir sehr gut und so könnte mir die Autorin auch die beiden Frauen näher bringen.

Könnte...denn da komme ich zum entscheidenen Punkt. Lucinda Riley schafft es gar nicht, dass ich etwas für ihre Figuren empfinde. Weder Maia noch Izabela, kurz Bel genannt, konnten bei mir Sympathie oder Antipathie auslösen. Das ist mir bisher sehr selten passiert, dass ich gar nichts für die handelnen Personen empfinden konnte.

Schon der Beginn, als ich Maia und ihre Geschwister kennengelernt habe, wirkte auf mich gestelzt und fern jeder Realität. Von der viel beschworenen Geschwisterliebe habe ich nichts gespürt, alle Sieben sind sehr förmlich miteinander umgegangen. Als Maia dann nach Brasilien reist, hatte ich kurzzeitig die Hoffnung, dass ich mich für sie erwärmen könnte. Denn ich mag solche Nachforschungen sehr. Aber Pustekuchen, auch hier war ich nur gelangweilter Zaungast.

Schlimmer wurde es nur noch bei dem ersten Abschnitt, bei dem ich Bel begleitet habe. Alles an ihrer Geschichte, ihrem Hintergrund und ihrem Schicksal wirkte gewöhnlich, einfältig und schon tausend Mal erzählt. Lucinda Riley kann hier weder mit Kreativität noch mit neuen Ideen punkten.

So kam es auch, dass ich mir den Rest des Romans nach knapp 250 Seiten denken konnte. Und was soll ich sagen? Ein paar Abschnitte, willkürlich aus der zweiten Hälfte herausgepickt, bestätigten meine Gedanken. Ich war richtig erleichtert, als ich das Buch zugeklappt habe.

Auch der Stil der Autorin trug dazu bei, dass ich mich nicht in die Geschichte hineinversetzen konnte. Zwar lässt er sich relativ gut lesen, aber ihre Erzählungen beinhalten weder Herz, noch Gefühl oder Anteilnahme. Lucinda Riley hätte mir genau so gut von dem Aufbau eines neuen Regals oder der Pubertät der Maikäfer erzählen können. Es wäre ebenso spannend gewesen wie ihre Geschichte um Izabela und Maia.


Fazit: gefreut hatte ich mich auf eine spannende Familiensaga, bekommen habe ich einen Wälzer ohne Herz. Schade!

1 Kommentar:

  1. Da kann ich dir nur zustimmen. Ich habe mich auch gelangweilt und nicht mal Lust noch eine Bewertung zu schreiben.
    Lg Lara

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