Montag, 16. März 2015

Gott ist barmherzig, sagen sie. Das ist eine Lüge, sagt er!

(Quelle: Blanvalet )
Gotteslüge
(Faris-Iskander-Reihe Band 2)
von Kathrin Lange

Eine Leseprobe findet ihr hier

Faris Iskander, Ermittler bei der Sondereinheit für religiös motivierte Verbrechen in Berlin, hat sich kaum von seinem Einsatz gegen den Kruzifix-Mörder erholt, als er wieder zu einem Tatort gerufen wird. Und diesmal ist er persönlich involviert: seine Ex-Verlobte Laura wird tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Ermordet! Noch bevor Faris diesen Fakt verdauen kann, wird er zum nächsten Einsatz gerufen: ein Geiselnehmer hat sich an der Gedächtniskirche verschanzt und droht, eine Bombe in die Luft zu jagen. Er will nur mit einem sprechen: mit Faris Iskander. Doch der ist eigentlich für solche Einsätze noch nicht wieder fit....eigentlich!

"Gotteslüge" ist der 2. Fall für Faris Iskander aus der Feder von Kathrin Lange. Schon das Debüt konnte mich begeistern und auch mit diesem Buch habe ich wieder spannende Stunden auf dem Sofa verbracht.

Der Thriller wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man zumeist Faris oder einem seiner Kollegen. Zudem lässt die Autorin auch den Täter zu Wort kommen, was ich persönlich sehr ansprechend finde. Denn ich interessiere mich bei solchen Stories immer auch für die Seite des vermeintlich Bösen.

Besonders gut finde ich die Darstellung von Faris' innerer Zerrissenheit gelungen. Der Ermittler wird nicht als Superheld dargestellt, der schadlos von einem Einsatz zum nächsten hechtet. Im Gegenteil: Iskander geht zur Therapie und hat, obwohl er diensttauglich ist, noch große Probleme seinen Job zu 100% auszuführen. Er erlebt Flashbacks, starke Schuldgefühle und zeigt somit dem Leser, dass er auch nur ein Mensch ist. Das finde ich toll, denn dadurch hebt sich der Berliner Ermittler stark von seinen amerikanischen Kollegen ab, die meist als Übermenschen dargestellt werden.

Die Geschichte an sich wird in einem hohen Tempo und sehr spannend erzählt. Kathrin Lange greift unter anderem das Thema Radikalisierung auf, was ich sehr gut finde. Sie zeigt, ohne die moralische Keule zu heben, wie schnell man in solche Kreise geraten kann und wie leicht die eigenen Überzeugungen extrem werden können. Auch die Entwicklung der Story und die Zusammenführung der losen Enden sind gelungen und bilden eine harmonisches Ganzes.

Ich habe mit Faris und seinen Kollegen ständig mitgefiebert, habe sogar fast aufgeschrien, als ich die Forderungen des Täters gelesen habe und wollte ihm am liebsten an die Kehle springen. Kathrin Lange versteht es sehr gut, obwohl ihre Ermittler nicht zur emotionalen Sorte gehören, ihre Leser gefangen zu nehmen und sie mitleiden zu lassen.

Das Ende ist in sich geschlossen, bietet aber genügend Potenzial für mindestens einen weiteren Band rund um den sympathischen Ermittler.

Der Stil von Kathrin Lange ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist rasant, spart aber dennoch weder an Details noch an Beschreibungen. Durch diesen fesselnden Erzählstil konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und hatte es innerhalb weniger Stunden durchgelesen.

Fazit: auch der zweite Fall von Faris Iskander konnte mich überzeugen. Wer Ermittlungen in Berlin mag, sollte zugreifen.

1 Kommentar:

  1. Hey,

    ich liebe ja Thriller und das es hier um religiös motivierte Taten geht, finde ich gleich nochmal spannender.
    Gerade heutzutage ist ja auch das Thema der Radikalisierung sehr aktuell.

    Danke für diese tolle Empfehlung, das Buch wandert gleich auf die Wunschliste!

    Liebe Grüße,
    Julia

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