18. März 2015

In der Finsternis lauert das Monster

In der Finsternis
von Sandrone Dazieri

Eine Leseprobe findet ihr hier

In den Bergen Italiens wird ein Kind entführt. Die Mutter wird brutal ermordet, der Vater festgenommen und verhört. Und obwohl er kein Geständnis ablegt, ist sich die Staatsanwaltschaft sicher: man hat den Täter gefasst. Doch ein Ermittler ist nicht dieser Ansicht und wendet sich an die beurlaubte Colomba Caselli. Diese soll unauffällig Nachforschungen anstellen und sich dabei an jemanden wenden, der sich mit Kindesentführungen auskennt: Dante Torre. Dante wurde in seiner Kindheit entführt und für 11 Jahre in einem Silo gefangen gehalten. Mühsam hat er sich ins Leben zurückgekämpft und kann nun besser als jeder andere die Körpersprache von Mitmenschen lesen. Zusammen sichten Colomba und Dante Spuren und müssen erkennen, dass der Fall nicht nur eine Entführung ist, sondern viel mehr beinhaltet...

"In der Finsternis" war mein erster Thriller von Sandrone Dazieri und ich konnte mich kaum davon losreißen. Der Autor beginnt mit einer, wie es scheint, normalen Kindesentführung, nur um dann Stück für Stück Fakten zu enthüllen, die mir den Atem verschlagen haben.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man zum Großteil Colomba und Dante. Ab und an bekommt man auch einen Einblick in die Handlungen des Täters. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen.

Dante und Colomba sind zwei Figuren, die zerbrochener kaum sein könnten. Colomba wurde im Dienst schwer verletzt und befindet sich eigentlich noch in der Beurlaubung, als sie der Auftrag erreicht, dass sie heimlich ermitteln soll. Und ihr Spürsinn erlaubt es ihr nicht zu kneifen.
Dante wurde 11 Jahre gefangen gehalten, gefoltert, misshandelt und konnte nur mit Müh und Not fliehen. Seitdem leidet er an Klaustrophobie, nimmt täglich einen mehr als großen Medikamentencocktail ein und ist versessen auf sehr guten Kaffee. Er hat sich in das Leben zurückgekämpft und versucht nun, so viel wie möglich nachzuholen.

Und obwohl beide Personen doch kaputt sind, habe ich sie ins Herz geschlossen. Besonders Dante ist mir geradewegs ins Herz gesprungen. Ich war erschrocken über sein Schicksal, aber genauso bewundere ich ihn, wie er damit umgeht und wie er sein Leben meistert. Ich hatte mit ihm zu keinem Zeitpunkt Mitleid, sondern habe mit ihm gelacht, den Wahn ausgehalten und gezittert. Grandios, wie Sandrone Dazieri seine Figuren aufgebaut hat.

Auch die Story an sich hat mich von Beginn an gefesselt. Der Autor erzählt nicht zwingend geradlinig, aber doch so geradeaus, dass ich mich kaum lösen konnte. Ab und an macht er Nebenschauplätze auf, bei denen ich zuerst ratlos war, nur um dann festzustellen, dass Dazieri alles aus einem bestimmten Grund erzählt. Der Thriller ist nicht blutig, sondern begeisterte mich durch die psychologischen Elemente und durch die Ermittlungen, die immer mehr ungeheuerliche Fakten ans Licht brachten. Seite für Seite war ich immer geschockter, was er noch aus dem Hut zaubert. Und ich saß bis zum Schluss mit offenem Mund da. Denn obwohl es viele Wendungen gibt, wirkt die gesamte Geschichte plausibel und in sich schlüssig.

Der Stil von Sandrone Dazieri ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist für mich, die gern amerikanische Thriller liest, anders, weil er einfach nicht Fakt für Fakt aufzählt, sondern auch gern mal abbiegt. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ich konnte mich so einfach in die Geschichte fallen lassen.


Fazit: bitte mehr davon! Der Thriller hat mich mehr als überzeugt. Ich kann ihn nur empfehlen.

Kommentare:

  1. Eine schöne Rezi ;) Den Thriller werde ich mir mal merken ;) Amerikanische Thriller langweilen mich meistens ;)

    Liebe Grüße
    Jessi

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  2. Das hört sich aber gut an. Das Buch kommt auf meine Liste! :-)

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