Sonntag, 19. April 2015

Liebesromane und ihr Ruf

Hallo Ihr Lieben,

die LoveLetterConvention rückt immer näher, meine Nervosität steigt und damit kreisen auch die Gedanken um das Thema Liebesromane.

Ich bin eine leidenschaftliche Thriller-Leserin und bekomme von Blut und Co. nie genug. Daher waren einige Freunde leicht irritiert, als ich jubelnd von der LLC berichtet habe. "DU und Liebesromane?" war da noch die höflichste Aussage. Doch woher kommen diese Vorurteile und vor allem: sind sie berechtigt?

Vorurteil
Liebesromane sind doch nur was für Leute ohne Sinn für Realität!

Wirklichkeit
Ist nicht jeder Roman eine Flucht aus dem Alltag? Wer will sich denn in seiner Freizeit noch mit der harten Realität beschäftigen, wenn er doch in eine andere Welt abtauchen kann? Ich bin froh, dass ich bei Thrillern nur von außen zuschauen darf. Und bei Liebesromanen hat der Kitsch extrem abgenommen. Ich habe früher solche Bücher nicht mal mit der Kneifzange angefasst und heute? Heute ziehe ich mich gern mal zurück und lasse die Seele bei so einem Roman baumeln.

Vorurteil
In Liebesromanen gibt es keine Action und kein Blut, nur Gefühlsduselei!

Wirklichkeit
Ja, solche Romane gibt es. Aber es gibt auch Bücher wie diese hier

Lara Adrian und ihre Midnight-Breed-Reihe haben mich überhaupt erst auf den Geschmack gebracht, Bücher zu lesen, in denen nicht nur irre Mörder vorkommen. Die amerikanische Autorin bringt in meinen Augen Liebe, Action und Vampire perfekt zusammen. Und das ganz ohne Glitzer.

Und noch eine Reihe passt hier perfekt hinein:

Roxanne St. Claire stellt ihren Lesern in der Bullet-Catcher-Reihe Bodyguards vor, die nicht nur mit Waffen, sondern auch ihren Körpern umgehen können. Dabei halten sich Action und Erotik die Balance. Also genau das Richtige, wenn man nicht nur schmachten möchte.

Vorurteil
Autorinnen von Liebesromanen haben doch selbst nichts erreicht im Leben!

Wirklichkeit
Autsch, das ist ein hartes Vorurteil, doch leider noch zu sehr verankert. Daher greife ich mir aus der Vielzahl der Autorinnen, die lebende Gegenbeispiele sind, eine raus.
(Die Rechte am Bild liegen bei Kristina Günak)

Kristina Günak hat, bevor sie sich dem Schreiben gewidmet hat, Immobilien verkauft und vermietet. Ein Job, der nicht nur Überzeugungskraft und Charisma, sondern auch viel Wissen benötigt. Heute arbeitet Kristina als Coach. Eine Berufung, die ebenso stressig wie wissenslastig ist. Zudem muss sich die Autorin in Menschen einfühlen können. Und das ist eine Aufgabe, der nicht viele gewachsen sind. Wer also behauptet, dass Autorinnen nichts außer Schreiben können, der sollte vorsichtig sein, vielleicht wird er von einer gecoacht, beraten oder vearztet.

Vorurteil
In Liebesromanen ist immer alles Friede, Freude, Eierkuchen!

Wirklichkeit
Hier sage ich entschieden NEIN! Denn auch die Leserschaft verändert sich und mit einem einfachen "Und sie waren glücklich bis zum Lebensende" lockt man kaum noch jemanden hinterm Ofen hervor. Da sollte es schon mehr Schicksal, mehr Schmerz, einfach mehr Realität sein. So wie hier:

Erin McCarthy, die im Übrigen auch bei der LLC dabei sein wird, entführt ihre Leser in der True-Reihe in die amerikanische Unterschicht. Sie widmet sich Brüdern mit einer drogenkranken Mutter, einem unbekannten Vater und einer mehr als fragwürdigen Zukunft. Und so sympathisch die Brüder auch sind, so verkorkst ist doch ihr Leben. Das macht den Zauber der Bücher aus, dass es eben nicht so läuft wie man denkt.


Ich hoffe, ich konnte etwas Licht in den dunklen Vorurteilswald bringen. Mit welchen Vorurteilen zum Thema Liebesromane wurdet Ihr schon konfrontiert?

Liebe Grüße
Eure Denise

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