17. April 2015

Wenn das Ende nicht wäre...

(Quelle: www.goodreads.com)

Eine Leseprobe findet ihr hier

Armin Weidener, Bestatter in Ausbildung, wird zu seinem ersten Toten gerufen. Leichte Nervosität und Aufregung beherrschen den jungen Mann. Seine erste Leiche ist ein Unfallopfer. Um das Leben der Mitfahrerin wird noch vergeblich gekämpft. Dabei hört Armin einen wohlbekannten Song aus dem Unfallauto dröhnen...
20 Jahre später ist Armin Weidener Chef eines Bestattungsinstituts und kümmert sich mit Würde um seine Toten. Als eines Tages der Leichnam einer Verstorbenen verschwindet, ertönt der Song von vor 20 Jahren. Der Bestatter kann es nicht fassen. Ist das alles nur ein schlechter Scherz?

"Tödlicher Gruß" ist eine Kurzgeschichte von Vincent Voss und konnte mich bis auf den Schluss überzeugen. Das Ende hingegen hat der Autor so verhunzt, dass für mich die gesamte Novelle einen faden Beigeschmack bekommt.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man zum einen dem Bestatter Armin Weidener, der sehr respektvoll mit den ihn überantworteten Leichen umgeht und bei dessen Beschreibung man direkt merkt, dass ihm sein Job am Herzen liegt. Auf der anderen Seite begleitet man Kommissar Hübner, der sich um die Ermittlungen bezüglich des verschwundenen Leichnams kümmert. Auch der Täter bekommt seine Auftritte, diese bleiben jedoch recht kurz und rätselhaft.

Im Mittelpunkt der Kurzgeschichte steht klar der Bestatter. Mit ihm holt man seine erste Leiche ab und etabliert das Unternehmen. Und man muss mit Schrecken herausfinden, dass auf einmal eine Tote fehlt. Dabei bekommt man die Gedanken und Gefühlsregungen Armins hautnah mit. Das fand ich sehr gut.

Auch handeln die Figuren logisch und geben sich nicht einem verqueren Gedankenspiel hin, wie das bei einigen Thrillern der Fall ist. Dadurch wirkten die handelnden Personen glaubhaft und realitätsnah. Dies hat es zwar schwieriger für den Täter gemacht, sein Spiel zu spielen, aber für mich war die Herangehensweise des Autors stimmig.

Das Ende hingegen kam für mich zu schnell und mit zu wenig Tiefe. Gerade habe ich noch mit Weidener mitgefiebert, da löst sich auch schon alles in Wohlgefallen auf. Hier hätte ich mir mehr Spannung und mehr Drama gewünscht. Der Showdown, der sicherlich von Vincent Voss beabsichtigt war, verpuffte. Schade.

Zudem hätte es dem Kurzthriller durchaus gut getan, wenn sich der Autor bei einigen Beschreibungen mehr Zeit für die Details gelassen hätte. Warum handelt der Täter so? Was löst es in ihm aus, wenn er sein Opfer sieht? Wie bereitet sich die Polizei vor? Das sind alles Fragen, die gar nicht oder nur im Vorbeigehen beantwortet wurden. Vincent Voss hat einen neugierig machenden Täter erschaffen. Hier hätte ich mir einfach mehr Raum für ihn gewünscht.

Der Stil des Autors ist gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist anschaulich, fesselnd und ich war während meiner Lesezeit komplett in der Geschichte drin. Toll!

Fazit: eine gute Novelle, deren Schluss vieles verdirbt. Dennoch kann ich sie zum Kennenlernen des Autors empfehlen.

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1 Kommentar:

  1. Oh dabei hat doch schon Stephen King gesagt, dass das Ende der wichtigste Teil einer Geschichte ist!

    Liebe Grüße
    Jessi

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