Samstag, 23. Mai 2015

[Hörbuch] Wenn der Sprecher alles rausreisst...

Die Chemie des Todes
(David-Hunter-Reihe Band 1)
von Simon Beckett

Eine Hörprobe findet ihr hier

David Hunter hat sich nach dem Tod seiner Frau und seiner Tochter dazu entschieden, den Rechtsmediziner an den Nagel zu hängen und in einem verschlafenen Nest als Hausarzt anzufangen. Das geht auch ein paar Jahre gut, bis eines Tages eine übel zugerichtete Frauenleiche auftaucht, der auch noch Schwanenflügel an den Schultern befestigt wurden. Wer ist der Täter? Und wird David sich dazu entscheiden, der Polizei zu helfen, obwohl er mit Leichen nichts mehr zu tun haben wollte?

Mit "Die Chemie des Todes" wurde Simon Becketts Reihe um den Rechtsmediziner David Hunter berühmt. Das Buch hatte ich damals abgebrochen, weil mir die Story zu austauschbar und langweilig war. Denn der Autor verwendet für meinen Geschmack zu viele bekannte Versatzstücke, um etwas wirklich neues zu schaffen. Für eine längere Autofahrt habe ich dem Hörbuch eine Chance gegeben. Und was soll ich sagen? Es war nicht übel.

Die Story ist ja wie im Buch. Und auch nach dem Hören bin ich immer noch froh, dass ich keine weitere Lesezeit an das schriftliche Werk verschwendet hatte. Allerdings hat das Hörbuch einen Vorteil, den kein gedrucktes Buch hat: einen mehr als hervorragenden Sprecher.

Johannes Steck ist mir bisher weder als Sprecher noch als Schauspieler wirklich präsent gewesen. Das war wirklich ein Fehler, denn der gute Mann liest mit einer Leidenschaft, dass es mich fast vom Autositz geholt hat. Obwohl mir die Story bekannt war, ich vieles erahnt habe und auch vom Ende nicht überrascht war, konnte mich Steck bei der Stange halten.

Der Sprecher hat nicht nur David Hunter, sondern allen Figuren, die im Thriller vorkamen, Leben eingehaucht. Dabei wirkte er nie monoton oder gelangweilt, sondern hat mit seiner Stimme dem Text je nach Stelle den nötigen Pathos, die nötige Leidenschaft oder Wut verliehen. Ich konnte mich daher komplett in der Geschichte verlieren und war auch nicht bös, dass ich mehrmals im Stau stand bei Hören. So konnte ich nämlich weiterhin Steck lauschen.

Das Ende hatte ich beim Buch damals quergelesen und mich bestätigt gefühlt. Das Hörbuch habe ich komplett gehört, dadurch nochmal eine Wendung erfahren, die mir zwar nicht bekannt, aber dennoch vertraut war. Also auch hier nichts neues.


Fazit: das Hörbuch ist super gelesen und inszeniert und gibt somit dem Thriller die nötige Spannung. Toll!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen