Dienstag, 23. Juni 2015

Mit Witz und Spaß zum trainierten Hund

Welpentraining mit
Martin Rütter


Martin Rütter kenne ich durch seine Live-Programme und durch seine Sendung auf Vox. Auch ohne Hund konnte ich mich mit seinen Ansichten identifizieren. Daher war mit Einzug meines Berner Sennenhundes klar: er wird nach Rütter erzogen. Das Welpenbuch war somit fast schon Pflicht.

Mein Berner Sennen ist mit knapp 12 Wochen bei mir eingezogen, somit später als es in der Regel der Fall ist. Dennoch: besser erzogen war er dadurch nicht. In den ersten zwei Wochen habe ich Nachtschichten geschoben, ihn öfter rausgetragen als mich selbst ins Bett geworfen und zwischendrin geflucht. Hätte ich Rütters Buch vorher gehabt, wäre ich besser vorbereitet gewesen. Denn der Hundetrainer macht schon in den ersten Kapiteln klar, dass ein Welpe in der ersten Zeit sehr viel Aufmerksamkeit benötigt, was man nicht unterschätzen sollte.

Der Stil des Welpenbuches ist typisch Rütter. Er erklärt mit Witz und dem nötigen Auge eines Trainers, was man mit seinem Welpen tun sollte, was man unterlassen muss und wie so ein kleiner Hundewurm tickt. Dabei war für mich auffällig, dass Rütter in keinster Weise Klapse oder Rucken als Strafe vorsieht. Das finde ich grandios. Er orientiert sich mit seinen Methoden am natürlichen Verhalten von Hundemüttern, was bedeutet, dem Welpen auch mal an die Schnauze zu greifen oder ihn auf den Rücken zu drehen.

Auch das Thema Ignorieren kommt nicht zu kurz. Denn oft fallen wir Menschen dem Kindchenschema zum Opfer, glauben, dass wir einen Hund durch Aufmerksamkeit beruhigen können. Das Gegenteil ist aber der Fall: ein Hund sieht Aufmerksamkeit als Belohnung, egal, welche Worte wir wählen. Ignorieren fiel mir in erster Zeit sehr schwer, da mein Hund trotz seiner Größe den Dackelblick mehr als perfekt beherrscht. Doch ist man konsequent, wird man mit einem lieben, gehorsamen und folgsamen Hund belohnt. So konnte ich meinen Liebling schon recht bald ohne Leine laufen lassen.

Martin Rütter macht etwas, was ich sehr gut finde: er zeigt Nachteile deutlich auf. Er beschönigt nichts, sondern zeigt schonungslos, wie hart und zeitintensiv die ersten Wochen sein können. Und das die Erziehung nie aufhört. Klasse!

Im Buch selbst sind neben Texten auch viele Bilder und Tabellen zu finden. So reicht später auch mal ein kurzer Blick in das Werk, um sich gewisse Details ins Gedächtnis zu rufen. Toll!


Fazit: für mich ein tolles Trainingsbuch. Ich kann es empfehlen.

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