20. Juli 2015

Überlebt, gekämpft, gefährlich


(Quelle: www.blanvalet.de)
K - Kidnapped
(Kick - Lannigan - Reihe Band 1)
von Chelsea Cain

Eine Leseprobe findet ihr hier

Kick Lannigan ist 21 und hat in ihrem Leben mehr erlebt, als eine junge Frau erleben sollte. Mit 6 Jahren wurde sie entführt, 5 Jahre gefangen gehalten und dann eher per Zufall befreit. Seitdem trainiert sie hart und hat sich geschworen: Niemand zwingt mich mehr zu irgendetwas. Doch dann tritt John Bishop in ihr Leben und will ihre Hilfe bei der Aufklärung von 2 Entführungen. Entführungen, die Kick sehr an ihre eigene erinnern. Wird sie dem Unbekannten helfen?

"K – Kidnapped" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Chelsea Cain. Obwohl die Autorin schon eine erfolgreiche Reihe auf den Markt gebracht hat, war dieser Thriller mein erstes Buch von ihr. Und es hat mir über weite Strecken gut gefallen.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei steht aber klar die 21-jährige Kick im Vordergrund. Man lernt sie nicht wirklich kennen, sondern darf sich glücklich schätzen, sie bei Dingen wie Training auf dem Schießstand, Ermittlungen mit ihrem Bruder James oder ihre Runde mit ihrem Hund Monster begleiten zu dürfen. Die junge Frau öffnet sich dem Leser kaum und gewährt nur ab und an Einblicke in ihr Seelenleben oder ihre Vergangenheit. Und diese Flashbacks sind so spontan und unzusammenhängend, dass ich genau so verwirrt wie Kick war. Das hat mir gut gefallen, ab und an war es jedoch zu viel.

Denn dadurch wurde vor allem der erste Teil des Thrillers so unstet wie die Hauptfigur. Gerade im Zusammenspiel mit Bishop konnte ich Kick nicht immer verstehen oder ihre Handlungen nachvollziehen. Als langjähriges Opfer hat sie zu viel gesehen und erlebt und sich dadurch Verhaltensweisen antrainiert, die für Menschen, die nie in solch einer Situation waren, nicht verständlich sind. Und Chelsea Cain erklärt sie auch nicht beziehungsweise in meinen Augen zu wenig. Das hat mich ab und an genervt mit den Augen rollen lassen. Denn ich wollte Kick verstehen, ihre Handlungen begreifen, doch konnte es aufgrund mangelnder Details nicht immer.

Ab der zweiten Hälfte des Buches war ich dann aber so gefangen, dass ich einfach nur noch wissen wollte, wer hinter all dem steckt, was Bishop und Kick versuchen zu ergründen. Und so flogen die 200 Seiten bis zum Schluss nur so dahin, denn ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es an einem Abend durchgelesen. Das schaffen nur wenige Romane bei mir.

Die Figuren, allen voran Bishop und Kick, sind geheimnisvoll, verstörend und so gut charakterisiert, dass ich die Reihe weiterlesen werde. Denn obwohl sie nicht alles preisgeben, haben sie mich so neugierig gemacht, dass ich wissen will, was in ihren Köpfen passiert und warum sie so sind, wie sie sind. Und dies auch bei der 21-jährigen. Denn obwohl ihr Schicksal recht offensichtlich ist, gibt es dazu wenig Details.

Der Stil von Chelsea Cain ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, distanziert und passt damit zu Kick. Große Emotionen oder ähnliches sucht man fast vergeblich, was für mich sehr gut gepasst hat.

Fazit: ein Thriller, der für mich anders, aber auch faszinierend war. Wer den ersten Teil übersteht, kann sich auf eine sehr gute Geschichte freuen. Greift zu!

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