3. August 2015

Der Angel of Death ist zurück!

Der Totenzeichner
(Clara - Vidalis - Reihe Band 4)
von Veit Etzold

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Clara Vidalis kehrt erholt aus ihrem Urlaub zurück und sieht sich direkt mit einem grausigen Mordfall konfrontiert: jemand hat Schiller, den Boss der Deathguards, bestialisch ermordet und ihm das Herz herausgerissen. An sich kein großer Verlust, doch der Tod gibt den Ermittlern Rätsel auf. Wer legt sich mit solch einem Hünen an? Und scheint auch noch unbeschadet davonzukommen? Noch während Clara und ihr Team Rätseln, taucht die nächste Leiche auf. Oder besser gesagt, nur ein Teil....

"Der Totenzeichner" ist der 4. Fall für Clara Vidalis und ihr Team vom LKA Berlin und auch der grausamste. Veit Etzold liefert mit seinem neusten Thriller ein Prachtexemplar an Spannung, Blut, Gewalt und Nervenkitzel ab. Selbst ich als hartgesottene Thriller-Leserin habe so manches Mal geschluckt. Deshalb eines direkt vorweg: dieses Buch ist nichts für schwache Nerven und Mägen!

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Neben Clara und ihrem Team folgt man zum ersten Mal auch 2 Kollegen aus den USA, denn der Fall des Totenzeichners ist international. Zudem bekommt der Täter selbst auch kapitelweise Aufmerksamkeit. Diese Mischung hat mich sofort wieder in den Bann gezogen und nicht losgelassen.

Hinzu kommt, dass der Autor mit Clara Vidalis, Martin Friedrich alias MacDeath und auch Rechtsmediziner von Weinstein sehr schillernde und sympathische Figuren erschaffen hat. Während Clara eher zurückhaltend und analytisch ist, beeindruckt MacDeath mich durch seinen Witz und sein schier unerschöpfliches Wissen um die dunkelsten Teile der Menschheit. Von Weinstein habe ich in diesem Fall aufgrund seines schrägen und sehr schwarzen Humors ins Herz geschlossen. Und die Darstellung ist in meinen Augen nicht übertrieben, denn viele Menschen, die tagtäglich mit dem Abschaum der Menschheit konfrontiert werden, suchen sich den Humor als Ventil. So kam es, dass ich trotz der Brutalität des Täters so manches Mal über die Aussagen des Rechtsmediziners oder MacDeaths lachen musste. Eine tolle Mischung.

Die Story an sich ist spannend und straff gehalten. Bei Veit Etzold merkt man die Liebe zur Autopsie und zur detaillierten Beschreibung der Zustände der Leichen. Er erschafft Bilder in meinem Kopf, die kein Horror-Splatter-Regisseur auf Celluloid bannen könnte. Und das ist große Klasse, denn trotz allen Blutes und aller Gewalt fand ich die Darstellungen nicht übertrieben oder ekelerregend. Sie passten einfach zum Täter und zum Geschehen.

Das Ende hat mir einen Nackenschlag versetzt. Und das meine ich durchaus positiv. Denn der Autor hat mich mit den Ermittlern mitfiebern, mitleiden, mitrecherchieren lassen, nur um dann zu so einem Finale zu kommen. Grandios!

Der Stil von Veit Etzold ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, ohne Schnörkel, detailreich und an den für mich passenden Stellen blutig. Und obwohl es zu massiver Gewalt kommt, konnte ich das Buch nicht weglegen.

Fazit: auch der 4. Fall konnte mich überzeugen. Eine klare Leseempfehlung!

Kommentare:

  1. Hallo Denise,

    eine tolle Rezi und ich freue mich auch schon auf den 4. Teil von Clara. Du hast mir den Mund jetzt richtig wässrig gemacht :D

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hi Uwe,

      *kicher* so muss das ;) Bin gespannt, wann du dazu kommst :)
      LG
      Denise

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