19. Oktober 2015

Interview mit Jessica Winter


Hallo Ihr Lieben,

ich hatte das Glück eine der 5 Finalisten für den storyteller-Award von Amazon interviewen zu dürfen. Jessica Winter, Autorin von Bis du wieder atmen kannst stand mir am 3. Messetag Rede und Antwort. Viel Spaß!


F: Erste Frage: wie geht es dir jetzt, nachdem nun das Finale rum ist?

A: Gut! Gut geschlafen, erholt, nicht mehr angespannt, nicht mehr nervös. Angenehm!


F: Wie hast du von deiner Nominierung erfahren?

A: Meine Autorenkollegin Sara Saxx hat es mir geschrieben. Ich selbst war gerade auf einem Kurs und dann kam auf einmal die Nachricht. Ich hatte es gar nicht erwartet. Sarah weiß meist Dinge von mir, bevor ich selbst davon erfahre.


F: Wie kam dir die Idee zu "Bis du wieder atmen kannst"?

A: Leider inspiriert durchs Schulleben, durch Schüler, durch deren Geschichten. Zum Glück nicht 1 zu 1. Aber man merkt, dass es keine Seltenheit ist. Und dann war in mir so ein Brennen, als ich die eine Szene im Kopf hatte und ich musste es aufschreiben. Zu Beginn war nicht mal klar, dass es ein Buch wird, ich wollte einfach nur diese Idee niederschreiben. Dann kam eins zum anderen und das Buch war da.


F: Was hat dich bewogen, das Ganze in die USA zu verlegen?

A: Verlegen gar nicht, es war schon so in meinem Kopf. Ich bin ja zweisprachig aufgewachsen, meine Mama kommt aus den USA und ich denke auf Englisch. Daher war die Idee direkt in den USA angesiedelt und ich hätte mich komisch gefühlt, wenn ich das Ganze nach Österreich verlegt hätte. 


F: Welche Figur ist dir am leichtesten gefallen?

A: Am leichtesten konnte ich mich witzigerweise in Jeremy versetzen. Am leichtesten zum Schreiben fiel mir Julia. Und Max mag ich sehr gerne.


F: Dein erstes Buch ist veröffentlicht, die Fortsetzung kommt bald. Gibt es schon weitere Pläne?

A: Es gibt viele Ideen, aber zu wenig Zeit sie aufzuschreiben. Ich habe schon mit einem dritten Buch begonnen, was nichts mit Jeremy und Julia zu tun hat. Eine Idee ist auch, dass ich vielleicht irgendwann mal was von Grace schreibe. Aber das weiß ich noch nicht. Das nächste und übernächste Buch wird auf jeden Fall was ganz anderes sein.


F: Hast du mal an eine Übersetzung für den US-Markt gedacht?

A: Meine Mama würde es mir übersetzen. Und ich glaube auch, dass sie es könnte. Aber ich glaube, dass es sehr anstrengend ist, wenn man es nicht beruflich tut. Allein das erste Buch umfasst ja 412 Seiten.


F: Wenn du nicht schreibst oder arbeitest, was tust du dann?

A: Ich gehe gern ins Kino zum Abschalten, fahre mit meinem Mann in den Urlaub, treffe mich mit meinen Freunden und lese. Ich benötige eine 25. Stunde am Tag, damit ich noch all die anderen Sachen machen kann, die ich gern machen würde.


F: Ich habe gestern kurz mit deinen Eltern gesprochen. Wie haben sie es aufgenommen, als du gesagt hast "Mama, Papa, ich beginne zu schreiben"?

A: Sie waren unter den ersten Drei, die mein Erstlingswerk lesen durften. Mein Papa hat gesagt "Super!". Er wollte immer selbst ein Buch schreiben  und hat es nicht geschafft. Ich glaube, er hat auch nicht gedacht, dass ich meines fertig schreibe. Und meine Mama war sehr euphorisch, so wie sie es immer ist, wenn ich was tue. 


F: Und was hat dein Mann gesagt?

A: Ich glaube, er war auch nicht davon überzeugt, dass es so schnell geht. Ich habe ja schon mal ein Buch angefangen und konnte nach 3/4 nicht mehr weitermachen. Und er wollte halt, dass ich erst das eine fertig mache, bevor ich ein anderes beginne. Aber ich konnte nicht.


F: Ist Frankfurt deine erste Buchmesse?

A: Nein. Ich war schon auf der Buchmesse Wien, damals mit der Schule. Aber das habe ich kaum noch in Erinnerung. Daher ist Frankfurt meine erste bewusst wahrgenommene Messe.


F: Es fällt gerade deutschen Lesern, wie z.B. mir auf, dass du österreichische Begriffe einfließen lässt. Mir ist besonders der Sessel in Erinnerung geblieben (zur Erläuterung: in Österreich ist "Sessel" der Sammelbegriff für eine Sitzmöglichkeit, Stuhl hingegen sagen die Österreicher nur dann, wenn sie den Gang zur Toilette meinen).

A: Unter anderem wegen dir habe ich das geändert! Ich fand das sehr witzig, denn mir fällt es ja nicht auf. Und für mich ist es komisch z.B. Stuhl zu sagen. Wir sagen nie Stuhl! Wir sagen immer Sessel! Aber ich habe schon verstanden, dass es für die deutschen Leser irritierend ist und habe es geändert.


F: Gibt es was, was du gern noch sagen möchtest?

A: Es gibt eine Sache, die ich loswerden möchte: durch das Buch haben mich ganz viele Menschen kontaktiert und mir ihre Lebensgeschichte erzählt. Und aus dem Roman haben viele Mut und Hoffnung geschöpft und sie haben verstanden, dass die Vergangenheit nicht die Zukunft bestimmen muss. 
Es ist mein Highlight, dass ich so viele Menschen mit meinem Buch berühren konnte. Ich habe nicht die Welt verändert, aber kann kleine Welten verändern!


Danke Jessica für dieses wundervolle Interview. Es war so spannend und toll, dich endlich mal live zu sehen und ich freue mich auf deine weiteren Romane!

1 Kommentar:

  1. Huhu,
    ein tolles Interview mit interessanten Fragen! Ich kannte das Buch bisher nicht, werde es mir jetzt aber definitiv mal anschauen.
    Liebste grüße Laura

    Vielleicht magst du ja auch mal bei mir vorbeischauen, darüber würde ich mich sehr freuen!
    http://whiteflowersandbooks.blogspot.de/

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