6. Dezember 2015

Blogtour "Frühstück mit Sophie" - 10 Fragen, die Autoren nicht gern beantworten


Hallo Ihr Lieben,

heute, pünktlich zum Nikolaus, macht die Blogtour zum Buch "Frühstück mit Sophie" von Jennifer Bentz bei mir halt. Meine Meinung zum Roman findet Ihr hier. Jennifer und ich haben uns auf der Frankfurter Buchmesse getroffen und hunderte, gar tausende Ideen gehabt, wie wir ein Interview machen. Typisch Frauen sind wir zu genau GAR nix gekommen. Na doch, zum Meinungsaustausch und zu der Frage "Gibt es eigentlich auch Fragen, die Autoren nicht mögen, aber immer wieder beantworten müssen?" Die offizielle Antwort: "Ach waaaaaaas, jede Frage ist für den Fragensteller wichtig und besonders". Die inoffiziellen (inklusive Erklärungen) findet Ihr hier. 
Viel Spaß!



Interview mit rundheraus ehrlichen Antworten

F: Erklär doch mal kurz, worum es in deinem Buch geht!
A: Um eine Spießerin, die mit Sophie frühstückt.
F: Ist das alles?
A: Nein.

F: Wie viel von dir steckt in der Figur?
A: Du willst also wissen, ob ich spießig bin?


F: Du hast ja dein Manuskript zum neuen Roman gerade abgeschlossen. Was schreibst du derzeit so?
A: Sehr viele Einkaufszettel.

F: Wie löst du Schreibblockaden?
A: Hab ich nicht, ich hab andere Probleme.
F: Welche?
A: Indiskrete Interviewer.

F: Du hast ja in deinen Büchern Figuren, die immer wieder kommen. Diesmal zum Beispiel Lea und Tine aus der Psycho-WG. Gibt es einen Charakter, der dich schon seit Jahren verfolgt?
A: Ja, der Typ von der GEZ.

F: Wie bist du zum Schreiben gekommen?
A: Hab ich mir selber beigebracht. Nee, quatsch, hab ich in der Grundschule gelernt.

F: Kann man davon leben?
A: Nein, man braucht auch noch Sauerstoff, Wasser und Nahrung. Also vor allem Kekse.

F: Was inspiriert dich?
A: Die Welt und ihre Bewohner.

F: Hast du Marotten beim Schreiben?
A: Immer wenn ich überlege, wie ich einen Satz formulieren soll, geh ich zum Kühlschrank und starre rein. Obwohl ich genau weiß, was drin ist.

F: Warum sollte man dein Buch unbedingt lesen?
A: Weil´s lustig ist. Und bunt.


Natürlich sind Autorinnen und Autoren immer bereit die an sie gerichteten Fragen zu beantworten. Egal, ob zum ersten oder tausendsten Mal. Jedoch hat Jennifer Bentz einige Vermutungen, warum gerade die obigen Fragen die Autoren nicht mehr aus dem Jackett springen lassen vor Freude.

1. Erklär doch mal kurz, worum es in deinem Buch geht!

Problematisch finde ich das „kurz“. Man wird häufig aufgefordert, mal „kurz“ den Inhalt seines Romans wieder zu geben. Auf der einen Seite verständlich, niemand will einem Autor bei einer ewigen Zusammenfassung seines eigenen Werkes zuhören – vor allem da es Autoren manchmal schwerfällt, zu unterscheiden, welche Informationen für eine Inhaltsangabe wichtig sind und welche unwichtig. Andererseits ist es von Autorenseite schwer einschätzbar, wie kurz das „kurz“ sein soll und ob man, selbst wenn man den Inhalt auf Klappentextlänge wiedergäbe bei der Hälfte abgewürgt wird. Obwohl es jetzt keine No-Go-Frage ist, finde ich präzise Mengenangaben, wie z.B. „Erklär doch mal in ein paar Sätzen...“ wesentlich hilfreicher.


2. Wie viel von dir steckt in der Figur?

Das ist ein Klassiker. Auch gerne anders formuliert: „Wie biographisch ist Ihre Geschichte?“, „Haben Sie eigene Erfahrungen verarbeitet“ und so weiter. Ich persönlich habe nichts gegen solche Fragen, da ich kein Problem damit habe, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Aber viele Autoren mögen nicht gerne allzu viel von sich preisgeben, können aber gleichzeitig schwer negieren, dass man (fast) immer eigene Erfahrungen verarbeitet. 


3. Du hast ja dein Manuskript zum neuen Roman gerade abgeschlossen. Was schreibst du derzeit so?

Wenn ein Autor gerade kein offizielles Projekt hat, ist diese Frage heikel. Entweder arbeitet man gerade an was, das noch nicht zu hundert Prozent sicher oder aus anderen Gründen noch nicht für die Ohren der Öffentlichkeit bestimmt ist oder man hat gerade gar kein Projekt/Vertrag in Aussicht. In beiden Fällen neigen Autoren dann dazu, um die Sache herumzureden: „Sammle Ideen...“, „Freue mich auf neue Herausforderungen...“, „Es sind schon einige Projekte in Aussicht...“


4. Wie löst du Schreibblockaden?

Die Frage finde ich persönlich ganz interessant, zumindest aus Sicht eines Lesers. Gerade wenn man Autoren und ihre Geschichten mag, erfährt man gerne etwas über den Schreibprozess und darüber, ob es auch mal Probleme dabei gab. 


5. Du hast ja in deinen Büchern Figuren, die immer wieder kommen. Diesmal zum Beispiel Lea und Tine aus der Psycho-WG. Gibt es einen Charakter, der dich schon seit Jahren verfolgt?

Das klingt, als hätte man einen imaginären Stalker.


6. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Kaum ein Autor antwortet hier ehrlich: „Ich wollte immer schreiben und es hat ewig gedauert, bist es funktionierte, aber endlich bin ich da, wo ich hinwollte!“ Die meisten werden irgendeinen „Zufall“ dafür verantwortlich machen. Warum, weiß ich allerdings nicht genau.


7. Kann man davon leben?

Fast jeder Autor, der nicht vom Schreiben leben kann – und das sind die meisten –, hasst diese Frage. Man fühlt sich schnell in der Rechtfertigungshaltung, wenn man so viel Zeit und Energie in etwas investiert, von dem nicht klar ist, ob es sich irgendwann finanziell lohnt.


8. Was inspiriert dich?

Ich finde diese Frage deswegen schwer zu beantworten, da man manchmal selbst nicht weiß, woher bestimmte Ideen stammen. Und ich selbst kann es auch gar nicht steuern, woher die Inspiration bekommt – mal ist es ein anderen Buch, ein Film, eine Begegnung, ein Streit, ein Alptraum. 


9. Hast du Marotten beim Schreiben?

Warum diese Frage nicht gerne beantwortet wird, kann ich nicht beantworten. Vielleicht liegt es daran, dass manche Menschen nicht gerne über ihre Marotten sprechen?


10. Warum sollte man dein Buch unbedingt lesen?

Warum diese Frage schwer zu beantworten ist, liegt auf der Hand: Sie ist eine Aufforderung zum Selbstlob. Und da man als Autor immer möglichst sympathisch rüberkommen will, fühlt man sich dann schnell mal in der Zwickmühle, obwohl das vielleicht gar nicht sein müsste.


Danke Jennifer für deine herrlich erfrischenden offenen Antworten. Ich habe unsere gemeinsame Zeit und das Interview sehr genossen und freue mich schon auf dein nächstes Werk (worum geht es denn da??? ;) )

Natürlich könnt Ihr auch was gewinnen! Jennifer verlost gemeinsam mit Johanna am letzten Tag der Blogtour eine Wundertüte für Leseratten. 

Was müsst Ihr dafür tun?
Tragt Euch einfach in das Formular ein!

foxyform


Ich drücke Euch die Daumen.
Eure Denise


1 Kommentar:

  1. Hallo ,

    Sehr interessantes Interview .Vielen Dank .
    Ich wünsche Dir eine schöne neue Woche.

    Liebe Grüße Margareta

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