24. Dezember 2015

Die Templer sind zurück!

Die sieben Templer
von Guido Dieckmann


Berlin, 1314: der Orden der Templer ist von päpstlicher Seite verboten und zerschlagen worden. Doch auch nach 7 Jahren gibt es immer noch Männer, die sich treu an die Regeln des Ordens halten. In Tempelhof sitzt einer dieser Männer und er ahnt, dass eines der größten Geheimnisse der Templer in Gefahr ist. Also schickt er 7 Boten um ein letztes Mal die Templer zusammenzurufen. Kann das gut gehen?

"Die sieben Templer" ist mein erster historischer Roman von Guido Dieckmann und hat mir gut gefallen. Der Autor nimmt sich der Geschichte des Ordens nach seiner Zerschlagung an und berichtet spannend von einer Wirkungsstätte, die ich nie vermutet hätte: Berlin!

Der Roman wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur dem Templer Thomas, der in Tempelhof die Stellung hält, sondern auch den gesandten Boten, die den eingeschworenen Kreis der 7 zusammenführen sollen. Dabei gestaltet sich die Zusammenführung schwieriger als gedacht, denn nicht jeder Ordenstempler ist noch von seinem Glauben überzeugt und verfolgt eigene Ziele. Diese Mischung fand ich sehr gut, zeigt Guido Dieckmann dadurch, dass selbst edle Herren manchmal sehr einfache Ziele verfolgen. Dadurch wirkte die Geschichte auf mich auch glaubwürdiger, als wenn alle Templer sofort und ohne Nachfrage aufgebrochen wären.

Die Figuren sind zahlreich und dadurch verwirrend. Ich musste so manches Mal überlegen, wer nun mit wem wie im Bunde steht und wer mit wem wie verwandt oder zerstritten ist. Hier wäre eine Personenliste hilfreich gewesen. Auch die gleichklingenden Titel der Charaktere halfen mir nicht unbedingt bei der Orientierung. Hier hätte ich mir mehr Klar- und Einfachheit gewünscht, auch wenn diese wahrscheinlich zu Lasten der historischen Genauigkeit gegangen wären. Ins Herz geschlossen habe ich 2 Figuren: Prisca und Primus. Beide sind recht jung, haben aber eine genaue Vorstellung, was sie mit ihrem Leben anstellen wollen. Das hat mir gefallen. Die Templer selbst blieben mir fern, was auch daran liegen könnte, dass sie schon so viel gesehen hatten, was ich mir nicht vorstellen kann. Der Autor verzichtet hier auch auf Rückblicke in die gemeinsame Vergangenheit.

Die Story selbst ist toll und auch fesselnd erzählt. So manches Mal murmelte ich "Das darf doch jetzt nicht wahr sein!", weil der Guido Dieckmann mich aufs Glatteis führte oder eine Figur in eine Richtung wandeln ließ, die ich so nicht erwartet hatte. Während der Autor beim Erzählen sehr detailreich und ausschweifend wurde, gerät das Ende leider sehr komprimiert und kurz. Hier hätte ich mir mehr Zeit gewünscht. Denn so wirkt das Finale hingehuscht.

Der Stil von Guido Dieckmann ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine detailreiche Erzählweise wirkt historisch genau und lässt wenig Emotionen zu, was ich persönlich sehr angenehm fand.

Fazit: die Templer nach ihrer Zerschlagung waren nicht so stolz, wie man vielleicht denkt. Ich kann den Roman empfehlen.

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