Freitag, 4. Dezember 2015

Fahr bloß nicht aus der Haut!

Der Schinder
von Nadine d'Arachart und Sarah Wedler


Ein körperloser Arm weist die Polizistin Daria Storm auf den Fundort einer jahrealten Leiche hin. Schnell wird klar: der Schinder ist zurück. 2 Jahre war es still und nun mordert er wieder. Daria und ihr Partner Martin werden wieder in die Soko "Schinder" berufen und müssen feststellen, dass sie nicht weiter sind als beim letzten Mal. Da kommt der Polizistin eine Idee: sie will den Folterexperten Maxim Winterberg hinzuziehen. Er hat als einziges Opfer überlebt. Da gibt es nur ein Problem: er hat keinerlei Erinnerung mehr...

"Der Schinder" war mein erster Thriller des Autorenduos Nadine d'Arachart und Sarah Wedler und bin begeistert. Die beiden Frauen haben mir Gänsehaut verpasst und ich war sofort gepackt!

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Zum Großteil folgt man den Ermittlungen von Daria und Martin, wobei die Polizistin klar im Mittelpunkt steht. Auch der Täter kommt in ein paar Kapiteln zu Wort, was ich persönlich sehr gut finde. Zusätzlich gewähren die Autorinnen Einblicke in das zurückgezogene Leben von Maxim Winterberg, der seit dem Anschlag auf sein Leben sehr einsam an der Küste lebt. Diese Mischung hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

Die Figuren, allen voran Daria, sind toll und liebevoll ausgearbeitet. Ich konnte die Handlungen der einzelnen Personen sehr gut nachvollziehen, wenn auch nicht immer gutheißen. So hätte ich die Ermittlerin 2x einfach nur für ihren Übermut beziehungsweise ihre forsche Art hauen können. Das hat dann im übertragenen Sinn aber ihr Partner übernommen. Was ich sehr gut fand. Denn d'Arachart/Wedler zeigen so, dass auch bei langjährigen Kollegen nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Die Story selbst konnte mich sofort überzeugen. Sie ist rasant, aber nicht hastig erzählt und überzeugte mich durch die gut beschriebenen Ermittlungsarbeiten und Taten des Killers. Obwohl ich schon bei der Hälfte ahnte, wer hinter den Morden steckt, konnte ich nicht mit Lesen aufhören und die Autorinnen konnten mich dann doch nochmal überraschen. Toll!

Allerdings hätte ich zum Ende hin gern mehr über die Beweggründe des Täters gewusst. Zwar werden diese angerissen, jedoch waren es für mich persönlich zu wenig Details.

Der Stil des Duos ist sehr gut und flüssig zu lesen. Nadine und Sarahs Erzählweise ist fesselnd, rasant, nicht überhastet und sie finden die perfekte Balance zwischen Details und Andeutungen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, ein Buch von 2 Autorinnen in der Hand zu halten. Super!

Fazit: ein Thriller, der wirklich unter die Haut geht. Ich kann ihn nur empfehlen!

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