Freitag, 11. Dezember 2015

Was ist für dich das Leben?

(Quelle: Randomhouse)
All die verdammt perfekten Tage
von Jennifer Niven


Eine Leseprobe findet Ihr hier
ACHTUNG! Kann LESEN verursachen

Theodore Finch steht auf dem Glockenturm der Schule und überlegt, ob er springen soll. Immerhin hat er sich lang und breit darüber Gedanken gemacht, auch wenn ihn da oben niemand beachtet. Dann entdeckt er Violet, ein beliebtes Mädchen an seiner Highschool, das ebenso wie er springen will. Finch überredet sie, es nicht zu tun. Und von da an hat er einen Narren an ihr gefressen und zeigt ihr, wie das Leben sein kann...

"All die verdammt perfekten Tage" ist das Debüt von Jennifer Niven und hat mich umgehauen. Es wird mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" verglichen, jedoch tut man damit beiden Werken Unrecht. Jennifer Nivens Roman ist großartig, aber so ganz anders als das herangezogene Buch von John Green.

Die Geschichte wird kapitelweise von Finch und Violet erzählt. Beide berichten aus ihrem Leben. Während Violet immer noch mit dem Unfalltod ihrer älteren Schwester kämpft, sucht Finch seinen Platz im Leben. Denn in der Schule ist er der Freak, der Schläger und der komische Typ. Damit hat er sich abgefunden. Bis er auf Violet trifft. Bei ihr kann er so sein, wie er wirklich ist. Er muss keine Rolle spielen. Und genau das bringt ihn aus dem Konzept. Violet hingegen ist das nette Mädchen von nebenan, angepasst und von innerer Trauer zerfressen.

Dachte ich am Anfang noch, dass die Autorin hier versucht, wieder ein "Er war verzweifelt, bis sie in sein Leben trat" – Roman zu schreiben, wurde ich schon nach 50 Seiten eines besseren, viel besseren belehrt. Denn Jennifer Niven zeichnet ihre Figuren realitätsnah, wirklich und emotional instabil. Es gibt keinen Ritter in glänzender Rüstung und keine bezaubernde Prinzessin, die den Bad Boy zähmt. Ja, es gibt nicht mal den typischen Bad Boy. Es gibt nur Violet und Finch. Und genau das macht das Buch so bezaubernd!

Die Story hat mich von Beginn an gepackt. Während zu Anfang noch der Humor überwiegt, werden die Geschehnisse im Verlauf ruhiger, nachdenklicher und düsterer. Doch auch hier hat die Autorin in meinen Augen alles richtig gemacht. Es gibt keinen triefenden Schmalz, keinen überbordenen Pathos, es gibt nur zwei Teenager, die sich gegenseitig Halt geben. Mich hat diese Tiefe im Herzen berührt und ich wollte von den beiden einfach nicht lassen.

Mit dem Ende hat Jennifer Niven mich getroffen. Ich habe die letzten 30 Seiten nur noch schluchzend und heulend über dem Buch gehangen, vor Tränen kaum noch was gesehen und konnte dennoch lächeln. Genau das schaffen nur ganz ganz wenige.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt zu zwei 17-jährigen, die mehr erlebt haben, als sie sollten. Mit Humor, Tiefsinn und auch einer ordentlichen Portion Philosophie hat sie mich durch ihre Geschichte geführt.

Fazit: ein grandioses, bezauberndes, aber beileibe kein einfaches Werk. Lesen!

1 Kommentar:

  1. Hi Denise,
    ui toll, das Buch ist schon auf dem Weg zu mir und ich bin wirklich gespannt drauf. Ich habe so viel Gutes darüber gehört.
    Schönes Wochenende dir!
    Nadine ♥

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