Samstag, 31. Januar 2015

Blogtour Seelenblau


Hallo Ihr Lieben,

bei mir geht es Schlag auf Schlag und schon steht die nächste Blogtour an. Diesmal macht der wundervolle Roman "Seelenblau" von Manuela Brandt Halt bei mir. Ich darf Euch heute das Buch vorstellen und zwar aus der Sicht des weisen Mannes Papewas.

Freitag, 30. Januar 2015

Was würdest du für deine wahre Liebe tun?

Herznote
von Timo Leibig

Eine Leseprobe findet ihr hier

Niklas ist mit einer Geisel auf der Flucht vor der Polizei. Wie konnte es dazu kommen? Rückblick: der 30-jährige begibt sich in eine Psychotherapie bei Dr. Richter. Denn seine Liebe zu Romy, seiner ersten und einzigen Liebe, ist ungebrochen und das sieht der junge Mann nun selbst nicht mehr als gesund an. Doch die Therapie ist für Niklas ein harter Weg und er erkennt, dass seine Liebe zu Romy ihn alles andere vergessen lässt...

"Herznote" war mein erstes Buch von Timo Leibig und ich bin begeistert. Obwohl der Titel etwas anderes suggeriert, erschafft der Autor einen Psychothriller der ganz besonderen Art. Durch eine Mischung aus Rückblenden und Gegenwartserzählungen enthüllt die Hauptfigur Niklas Schritt für Schritt, was ihn dazu gebracht hat, eine Geisel zu nehmen und vor der Polizei zu fliehen.

Niklas erzählt seine Geschichte höchstselbst. Dabei darf man sowohl seinen Therapiestunden, als auch seiner Gegenwart beiwohnen. Die Stunden bei Dr. Richter schlauchen den jungen Mann und das wird durch seine eindringlichen und bildhaften Schilderungen deutlich. Auch erfährt man in den Sitzungen, wie Niklas sich in Romy verliebt hat und wie das Schicksal somit seinen Lauf nehmen konnte.

Dabei nimmt die Hauptfigur kein Blatt vor den Mund. Der 30-jährige ist kompromisslos ehrlich zu sich selbst und zu seinen Lesern. Lediglich, wenn er von Romy erzählt, spürt man direkt, wie groß seine Liebe ist und dass er für seine Jugendliebe alles, aber auch wirklich alles tun würde. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Niklas bald zum Mörder wird.

Und das für mich verstörende war: ich konnte es verstehen. Niklas erzählt so eindringlich und schonungslos offen, dass er mir sofort sympathisch wurde und ich seine Handlungen sehr gut nachvollziehen konnte. Und er hat mich zum Grübeln gebracht: was würde ich für meine große Liebe tun? Wie weit würde ich gehen und wo wäre die Grenze?

Auch die Geschichte selbst ist spannend und fesselnd erzählt. Schlüssig und logisch zeichnet Timo Leibig den Weg seiner Figur und lässt dabei dem Leser keine andere Wahl als den Taten Niklas' zuzustimmen. Das können nur ganz wenige Autoren in meinen Augen. Ich fühlte mit Niklas. Habe mit ihm getobt, geliebt, gewütet und getötet. Und dabei blieb auch mein schlechtes Gewissen auf der Strecke. Grandios gemacht!

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise wirkt so natürlich, dass ich während des Lesens das Gefühl hatte, ich würde Niklas gegenüber sitzen und er erzählt mir seine Geschichte Aug in Aug. Toll!


Fazit: ein Psychothriller, der durch die Komponente "Psyche" gnadenlos überzeugen kann. Ich kann das Werk nur empfehlen!

Blogtour "Marie zwischen den Welten" von Eon Lylac


Hallo Ihr Lieben,

heute macht die Blogtour zu Eon Lylacs Werk "Marie zwischen den Welten" bei mir halt.
Und zu allererst muss ich was gestehen: Ich habe noch nicht mit dem Lesen angefangen. Ja, ich schäme mich in Grund und Boden und ich weiß, dass ich der Autorin Eon Lylac damit null gerecht werde. Mein Leseleben wird gerade gehörig durcheinander gewirbelt und somit kam auch dieses wundervolle Buch zu kurz. Aber die Rezension reiche ich nach, hoch und heilig versprochen. Denn "Marie zwischen den Welten" klingt nach so einer wunderschönen und märchenhaften Geschichte, die es gar nicht verdient, ewig auf meinem SUB zu liegen. Aber nun möchte ich gar nicht mehr viele Worte um mich machen, sondern lasse die Autorin selbst zu Wort kommen.

Viel Spaß!

Wie entstehen deine Geschichten und was hat der Regenbogenmond damit zu tun?
Der sogenannte Regenbogenmond gehört zu einer Reihe von Märchen, die Marie – die Hauptprotagonistin meines Buchs – erzählt. Marie sieht vor ihrem inneren Auge Bilder, die sie in den Regenbogenmond-Geschichten wiedergibt. Diese Geschichten spiegeln symbolhaft wider, was sich gerade in Maries Leben abspielt. Sie kennt oft selbst nicht die Bedeutung der Bilder. Ermutigt durch ihren Cousin Sanil erzählt sie diese Geschichten und erkennt, dass sie einen Sinn ergeben. Womöglich können diese Sinnbilder Marie und ihren Freunden weiterhelfen. Wir sind gespannt, ob es funktioniert?
Marie hat diese Begabung, sich phantasievolle Geschichten auszudenken, von ihrer Mutter Roja. Diese schien sich jedoch in ihrer Traumwelt verloren zu haben und wurde, als Marie acht Jahre alt war, in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert. Marie kämpfte seither gegen den Drang an diese Bilder zuzulassen, da sie Angst hat selbst verrückt zu werden.


Was haben diese Geschichten mit dir zu tun?
Ich selbst hatte schon immer ein sehr bildhaftes Denken. Lange Zeit dachte ich jeder würde so etwas erleben. Als ich herausfand, dass dem nicht so war, kam mir gelegentlich in den Sinn, ich wäre anders und sonderbar.
Doch in Wahrheit ist die Wahrnehmung der Menschen so unterschiedlich, wie ihr Fingerabdruck. Sie erleben bei ein und demselben Ereignis unterschiedliche Dinge. Wir müssen nicht so sein wie alle anderen. Die Unterschiedlichkeit der Menschen macht das Leben doch erst interessant.
Ich möchte jedem – besonders jungen Menschen – sagen: Die Meinung anderer kann ein wichtiger Prüfstein sein, aber sie ist nicht Maßstab für alles. So wie Marie sagt: „Es kommt darauf an, was in uns steckt, um den Lauf des Lebens zu verändern. Also lass dir nie einreden, dass Erlebnisse, die andere gemacht haben, dir sagen könnten, wie dein Leben verlaufen wird. Du musst deine Entscheidungen und Erfahrungen immer selbst machen.“


Danke Eon für die Erklärungen zu deinem wunderschönen Roman.

Ihr wollt noch mehr über das Buch und die Autorin wissen? Dann schaut doch mal hier vorbei:
Goldkindchen führte ein Interview mit der Autorin
Katis Bücherwelt stellte Euch die Hauptcharaktere vor
Nadys Bücherwelt präsentierte Euch die Wesenheiten aus der Zwischenwelt
Bei Nadine von Crazycatsmom erzählte Eon etwas, was bisher noch keiner von ihr wusste

Zu Gewinnen gibt es natürlich auch was. Was müsst ihr dafür tun?
- hinterlasst bis zum 1.2.2015 23.59 Uhr ein Kommentar und erzählt mir, ob ihr wie Marie es auch schon mal erlebt habt, dass Bilder eure momentane Situation widergespiegelt haben.

Unter allen Teilnehmern verlose ich jeweils ein ebook und eine Taschenbuchausgabe von "Marie zwischen den Welten".

Ich drücke Euch die Daumen!

Liebe Grüße
Eure Denise

Montag, 26. Januar 2015

"Ich lege Ihnen das Kraftwerk mit 2 Schallplatten lahm"

Zugegeben, dieses Zitat stammt nicht vom Autor Marc Elsberg selbst, sondern begegnete ihm bei seinen Recherchen zu "Blackout". Dennoch passt dieser Satz sehr gut zu der Lesung, die der Autor am 14.01.2015 in Hinterzarten hielt.


Marc las aus seinem aktuellen Bestseller "Zero", in dem es um Vernetzung, Daten, Datensammlungen und die schöne, neue Internetwelt geht. Dabei war ich überrascht, wie viele Dinge, die der Autor in seinem Werk erwähnt, schon wahr geworden sind beziehungsweise kurz vor der Realisierung stehen. Zudem gewährte Herr Elsberg einen Einblick in seine Recherchen und brachte mich damit zum Staunen.


So erzählte er zum Beispiel von der "Target-Schwangeren". Hierbei wertete der amerikanische Supermarkt "Target" die Daten einer Kundenkartennutzer aus und stellte dabei fest, dass Schwangere, sobald sie von ihrer Schwangerschaft wissen, ihr Kaufverhalten verändern. Dies machte sich der Gigant zu Nutze und versendete spezielle Rabattmarkenhefte, die sich auf die Bedürfnisse der Schwangeren bezogen. Dies funktionierte so gut, dass der Vater einer 17-Jährigen empört bei "Target" anrief und nachfragte, wie man denn dazu käme, seiner minderjährigen Tochter ein Rabattheft für Schwangere zu zusenden. Nach einem eingehenden Gespräch wurde dem Vater klar, dass der Supermarkt mehr wusste als er. Seit dieser Episode hat auch "Target" seine Werbemethoden umgestellt und wirbt um die schwangeren Kundinnen nicht mehr so offensichtlich.

Dieses kleine Beispiel zeigt, was unsere Daten über uns und unseren Zustand verraten. Sollten wir deshalb in Panik verfallen? Mit Sicherheit nicht. Denn solche Datensammlungen können auch Leben retten, wie ein Beispiel aus Kanada zeigt.

Dort konnte die Sterblichkeit bei Frühchen gesenkt werden. Eine Mathematikerin hat die Daten von Frühchen mit Infektionen ausgewertet und festgestellt, dass ein stabiler Kreislauf, der normalerweise zu einer Verlegung auf die normale Station geführt hat, ein Anzeichen für eine beginnende Infektion ist. Durch diese Erkenntnis konnten viele Babies gerettet werden. Zwar weiß man immer noch nicht, warum der stabile Kreislauf ein Anzeichen ist, aber man kann handeln und so vielen Kindern das Leben retten.

Nach der Lesung stand ich gespannt an und wurde mit zwei Signaturen belohnt. Danke Marc für das tolle Erlebnis.

eine der beiden Signaturen


Sonntag, 25. Januar 2015

Eine Überfahrt, die schwerer hätte sein können

Das Hurenschiff
von Martina Sahler

Eine Leseprobe findet ihr hier

London, 1788: die junge Dirne Molly Monday beboachtet aus ihrem Versteck ein furchtbares Verbrechen an ihrer "Kollegin" Rachel. Der Täter erkennt Molly und kurze Zeit später wird die 13-Jährige verhaftet. Nach einigen Monaten im Gefängnis wird das Urteil gefällt: Molly und ihre Mitgefangenen, darunter die Chefin des Puffs Dorothy, werden auf dem Schiff "Lady Juliana" nach Australien verschifft. Wie viele werden in der Kolonie ankommen, wenn unterwegs Sturm, Hunger und andere Gefahren lauern?

"Das Hurenschiff" ist ein historischer Roman von Martina Sahler. Von der Autorin kenne ich bereits die ersten 2 Bände der Wolga-Deutschen-Saga, die mir sehr gut gefallen hatten. Der Roman um Molly und ihre Leidensgenossinnen kann damit leider nicht mithalten.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man neben Molly auch der jungen Claire, die zu Unrecht verurteilt wurde, und Dorothy. Allen Frauen ist eins gemein: sie teilen ihr Schicksal auf der Lady Juliana. Während Claire eher ein verhuschtes Wesen aus gutem Hause ist, kämpft Molly sich schon seit Jahren auf den Straßen Londons durchs Leben und verdient als leichtes Mädchen ihr Geld. Auf dem Schiff nutzt ihr das, denn auch dort herrscht, wie überall, ein Konkurrenzkampf sondergleichen.

Und dennoch halten die Frauen zusammen, wenn es darauf ankommt. Denn wenn eine männliche Crew mit weiblichen Gefangenen Monate lang auf offener See unterwegs ist, bleibt Nachwuchs nicht aus. Und auch sonst müssen die Frauen auf dem Schiff helfen und erarbeiten sich so den Respekt der Crew.

Obwohl mir die Figuren ans Herz gewachsen sind und ich durch den tollen Stil Martina Sahlers auch schnell im Roman drin war, fehlte mir der letzte Funken Spannung bei der Geschichte selbst. Konflikte werden sehr schnell aus der Welt geschaffen oder lösen sich durch ein paar Worte direkt in Luft auf. Egal, welche Figuren involviert sind, Streitigkeiten werden mit Worten, nicht mit Taten gelöst und jeder zeigt sich einsichtig. In meinen Augen passt das nicht zu einer Zeit, in der sich jeder selbst der nächste war. Und es passt auch nicht zu dem Milieu, aus dem die Charaktere kommen. Denn auf der Straße galt das Gesetz des Stärkeren und vertrauen konnte man nur sich selbst.

Die Überfahrt hält zwar manche Unwägbarkeit bereit, aber auch hier gibt es kaum etwas zu beklagen. Und so and ich es auch schade, dass der letzte Reiseabschnitt von Kapstadt nach Australien selbst innerhalb weniger Seiten abgehandelt wurde. Hier hätte mich mir mehr Zeit und Details gewünscht. Zudem hält das Finale noch etwas bereit, was mir persönlich zu dick aufgetragen war. Es passte einfach zu gut um wahr zu ein.

Der Stil von Martina Sahler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise hat mich sofort gefangen genommen und der Roman flog nur an mir vorbei, so schnell wollte ich wissen, wie es weitergeht.


Fazit: ein leichtes Buch mit zu wenig Konflikten. Für einen sonnigen Nachmittag geeignet.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Wenn du dein Leben nicht mehr erträgst...

Ungeschehen
von Tina Seskis

Eine Leseprobe findet ihr hier

Emily verlässt von einem Tag auf den anderen ihre Familie, fährt nach London und fängt dort unter ihrem Mädchennamen ein neues Leben an. Ihre Vergangenheit hütet sie wie ein Gift, niemand darf erfahren, wer sie vorher war. Denn ihr vorheriges Leben gibt es nicht mehr, sie kann es nicht mehr ertragen. Doch warum nicht?

"Ungeschehen" ist das Debüt von Tina Seskis und hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin wirft ihre Leser in das Leben ihrer gescheiterten Hauptfigur Emily und lässt uns bis zum Schluß im Unklaren, warum die Ehefrau und Mutter so eine schwerwiegende Entscheidung getroffen hat.

Die Geschichte wird über mehrere Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum Einen kommt Emily selbst zu Wort und nimmt den Leser mit auf ihre Reise in ihr neues Leben. Zum anderen erfährt man aus der Erzählerperspektive, wie das Leben von Emily und ihrer Schwester Caroline begann, wie Emily ihren Mann kennenlernte und welche Schicksalschläge dazu geführt haben, dass die beiden Schwestern so sind, wie sie sind. Dabei darf man dann auch einen Blick in das Leben der Eltern oder auch in das Leben von Emilys neuer Mitbewohnerin Angel werfen.

Dabei macht Tina Seskis aber zu keinem Zeitpunkt deutlich, ob alle Nebengeschichten relevant für die Klärung sind, warum Emily gegangen ist. Und das macht für mich den Reiz der Geschichte aus. Denn bis zum Schluss konnte ich mir nicht rational erklären, wie eine Mutter von einem Tag auf den anderen ihre Familie und ihr Heim verlassen kann.

Auch das neue Leben von Emily birgt viele Überraschungen, die aber für mich schlüssig dargestellt wurden. Lediglich zum Ende hin hat die Autorin in meinen Augen zu dick aufgetragen. Aber das machte mir zu dem Zeitpunkt nichts aus, da ich einfach nur wissen wollte, welches Geheimnis sie mit sich herumträgt.

Der Roman selbst wird ruhig, fast bedächtigt erzählt. Durch die vielen Zeitebenen musste ich mich gerade zu Beginn sehr darauf konzentrieren, nicht den Faden zu verlieren. Denn die Autorin erzählt auch die Nebenstränge der Geschichte detailreich und spannend, so dass ich zwischendrin gar nicht wusste, welchem Strang ich zuerst folgen will.

Das Ende war für mich dann überraschend, aber logisch hergeleitet und ich konnte nun endlich Emilys Entscheidung verstehen. Das hat Tina Seskis durch ihre Erzählungen sehr gut vorbereitet.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Der Wechsel der Perspektiven bereitete mir nur zu Beginn leichte Schwierigkeiten. So bald ich mehrere Seiten gelesen hatte, war ich einfach in der Story drin.


Fazit: ein leiser, aber umso stärkerer Roman, der mich nicht losgelassen hat. Ich kann ihn klar empfehlen.

Montag, 19. Januar 2015

Mein Abend mit Petra Hammesfahr

Hallo Ihr Lieben,

Lesungen und ich, das ist immer was ganz besonderes. Ich bin immer aufgeregt wie ein kleines Kind und freue mich jedes Mal, wenn ich den Autor oder die Autorin das erste Mal live erleben darf. So ging es mir auch im Rahmen der Winterlese mit Petra Hammesfahr.

 Die Lesung fand im Hotel Thomahof in Hinterzarten statt. Das Hotel hatte extra seine sehr gemütliche Bar umgeräumt, damit auch alle Besucher Platz finden konnten. Ich konnte in einem gemütlichen roten Ohrensessel Platz nehmen und gespannt auf den Beginn warten. Und es schien, als ob die Autorin genau gespannt war wie ihre Leser, denn Petra Hammesfahr saß schon auf ihrem Platz, als ich 20 Minuten vor Beginn rein kam. Das war mal eine neue Erfahrung für mich.

Doch bevor Frau Hammesfahr loslegen durfte, wurde die Runde von der Organisatorin Inge Baeuchle begrüßt.
Ich war schon leicht unruhig, wollte ich doch unbedingt wissen, was die Autorin zu erzählen hatte. Und Petra Hammesfahr machte auch gar nicht viele Worte um sich, sondern legte direkt mit einer Stelle aus ihrem neusten Werk "An einem Tag im November" los. 

Mit sehr sympathischer und fesselnder Stimme las sie aus ihrem Buch vor, machte neugierig und in mir wuchs die Erkenntnis: "Mist, du musst dieses Buch haben, JETZT!" Gut, dass die Buchhandlung auch einen Büchertisch aufgebaut hatte, den ich dann nach der Lesung nochmals besuchte.

Aber es wurde nicht nur gelesen, sondern auch erzählt. Denn nicht nur das Buch, welches sie vorgestellt hat, sondern auch ihr Leben bietet genug Stoff um ganze Abende zu füllen. 
So berichtete Petra, dass sie ganze 10 Jahre auf ihre erste Zusage warten musste. Und dann erschien ihre Kurzgeschichte auch noch im Playboy. Ja genau, das Magazin mit den Damen, die sich nichts zum Anziehen leisten können. Wer liest denn da noch die Kurzgeschichten?

Anscheinend doch jemand, denn kurz darauf kam der erste Vertrag und ihr Traum vom Schreiben wurde wahr. Dabei, so gab Hammesfahr zu, macht sie nicht viel als einfach mitzutippen, wenn ihre Figuren sie mit der Geschichte überfallen. Das kann schon mal beim Auto fahren oder Zähne putzen passieren. Dann heißt es: Stift schnappen und los notiert. Wobei es ihr auch schon passiert ist, dass sie beim Notieren merkte "Ach herrje, so schnell komme ich nicht hinterher". In solchen Momenten wirft sie die Technik an und schreibt am PC weiter mit. So entstehen Romane. Klingt doch recht einfach, oder?

Der Nachteil daran ist, dass Frau Hammesfahr weder Namen noch Orte noch Begebenheiten ändern kann. Ihre Figuren reagieren darauf sehr ungehalten, erzählte sie. Allerdings, und darauf besteht Petra Hammesfahr, muss eines in weiten Teilen stimmen: die Polizeiarbeit. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie mit den Kollegen in Grün beziehungsweise Blau zusammenarbeitet, bevor ein neues Werk veröffentlicht wird.

Auch sie selbst liest gern. Aktuelle Lektüre bildet "Der Anschlag" von Stephen King, wobei sie den unterbrochen hat. Zu viele Schleifen, lautet ihr Urteil. Ich kenne den Roman, habe ihn selbst gelesen und ihr bei der Signierrunde empfohlen, es doch nochmal in die Hand zu nehmen. Ich bin gespannt, ob sie es tut.

Beim Signieren selbst fand die Autorin für jeden ein paar persönliche Worte und plauderte angeregt mit den Gästen. Auch ich habe es mir nicht nehmen lassen, eine Signatur zu schnappen.

In gemütlicher Runde klang der Abend dann aus und ich bin nun um 2 Bücher reicher (armer SUB) und vermute, dass, sobald ich mal mit Petra Hammesfahr angefangen habe, viele weitere dazu kommen werden.

Sonntag, 18. Januar 2015

Träume, die zerplatzen; Wege, die nie gegangen werden

Allee der Kosmonauten
von Anne Krüger


Mathilda ist Ende 20, sitzt an der Kasse und weiß mit ihrem Leben nicht so wirklich etwas anzufangen. Ihr großer Traum als Kind in der DDR war es, Kosmonautin zu werden. Doch ihr schwacher Magen hat ihr da einen Strich durch die Rechnung gemacht. So bleibt ihr nur das Träumen vom Weltraum und die Erkenntnis, dass sie bisher nichts erreicht hat. Ihre Beziehung zerbricht und eine neue Liebe zu finden ist gar nicht so einfach. Mathilda gibt jedoch nicht auf....

"Allee der Kosmonauten" ist das Debüt von Anne Krüger und es hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin zeichnet ein realistisches und eher düsteres Bild einer Generation, deren Heimat verschwunden ist und die sich nun mit anderen Standards im Leben zurecht finden muss.

Mathilda erzählt selbst aus ihrem Leben und lässt den Leser so an den wenigen Höhen und recht vielen Tiefen teilhaben. Ihre Gedankengänge wirken ab und an abgehackt, jedoch verbirgt sich hinter fast jedem eine Tiefe, die man der Figur zunächst nicht zutraut.

Denn Mathilda ist keine Sympathieträgerin. Ich wusste bis zum Schluss nicht, ob ich mehr als Interesse für sie empfinden soll. Und ich denke, dass dies auch von der Autorin beabsichtigt ist. Denn es zeigt, dass man nicht zwingend mit Mathilda warm werden muss um ihre Geschichte spannend finden zu können.

Obwohl die Erzählungen selbst großteilig den Alltag in Berlin wiedergeben, hat mich das melancholische und unmotivierte Dasein Mathildas in seinen Bann geschlagen. Die junge Frau erlebt das Ende ihrer Beziehung, schlägt sich in einem Job rum, den sie nie wollte und weiß auch sonst nicht, was sie mit ihrer Zeit anfangen soll. Sie raucht, trinkt gern Alkohol und verzieht sich, wenn sie nicht zwingend mit Menschen in Kontakt treten muss, in ihr Schneckenhaus.

Für mich ist sie damit eines der vielen Gesichter jener Generation, die in der DDR aufgewachsen ist und sich dann mitten in ihrer Jugend in einem neuen Wertesystem zurecht finden musste.

Während des Lesens konnte ich mit der Berlinerin mitfühlen, mitdenken und verstand sie sogar in ihrer Lethargie. Allerdings finde ich, dass man für das Buch in der richtigen Stimmung sein muss, da es schon resignierend und traurig auf einen wirkt. Daher ist das Werk von Anne Krüger nichts für zwischendurch oder nebenbei. Man sollte sich schon voll und ganz auf den Roman einlassen können.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist schnörkellos, manchmal verwirrend, aber in sich logisch und ich konnte Mathildas Gedanken gerade durch das ab und an verworrende sehr gut nachvollziehen.


Fazit: ein melancholisches, nachdenkliches Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird. Ich kann es empfehlen.

Samstag, 17. Januar 2015

Wer ist gut, wer ist böse?

(Quelle: www.goodreads.com)
Closed Hearts - Gefährliche Hoffnung
(Mindjack - Reihe Band 2)
von Susan Kaye Quinn

Kiera versucht sich nach der Enthüllung der Jacker möglichst bedeckt zu halten. Das geht auch eine Weile gut, bis sie und Raf, ihr Freund und Leser, sich plötzlich in Jackertown befinden und von einem jungen Mann namens Julian festgehalten werden. Julian will Kiera, Raf ist für ihn nur ein Haustier. Doch für welche Zwecke will der junge Mann die Jackerin? Kiera muss sehr schnell feststellen, dass ihre Kräfte gar nicht so einzigartig sind, wie sie immer dachte...

"Closed Hearts – Gefährliche Hoffnung" ist Band 2 der Mindjack-Trilogie von Susan Kaye Quinn und hat mir wie Teil 1 sehr gut gefallen. Die Autorin führt ihre Geschichte um die Jackerin Kiera konsequent realistisch weiter.

Auch dieses Mal wird die Geschichte wieder von Kiera selbst erzählt. War sie im ersten Band noch überrascht von ihren Fähigkeiten, so geht sie jetzt sehr locker und bedacht damit um. Sie weiß, was sie leisten kann. Als sie feststellen muss, dass sie nicht so einzigartig ist, wie sie geglaubt hat, ist Kiera überrascht und irgendwo auch beleidigt. Das passt in meinen Augen sehr gut zu der Figur, auch wenn ihre Gefühle nicht rational sind. Aber wessen Gefühle sind das schon?

Und so ist die Entwicklung von Kiera in meinen Augen konsequent und passend für eine junge Frau. Mal himmelhochjauchzend, mal zu tode betrübt, mal voller Tatendrang, mal hoffnungslos. Und ich konnte jedes Auf und Ab verstehen und mitfühlen. Toll!

Die Story selbst ist wieder spannend, auch wenn sie etwas länger braucht um sich zu entwickeln. Aber dann geht es rasant und manchmal schmerzhaft zur Sache und ich konnte das Buch nur gezwungenermaßen aus der Hand legen.

Nach Offenlegung der Jackerfähigkeiten wird jagt auf diese gemacht. Und diesmal kämpft man mal auf der Seite der vermeintlich bösen und nicht auf Seiten der Regierung. Das hat mir gefallen, denn oftmals wird eine kleine Gruppe verteufelt und hier lernt man, dass eine Meinung, nur weil sie viele Anhänger hat, nicht unbedingt die beste sein muss. Das fand ich grandios, denn so bekommen auch jugendliche Leser einen Blickwinkel gezeigt, der sie nachdenken lässt. Und auch ich selbst, die ja nun nicht mehr als Teenager gilt, habe bei so mancher Szene nachgedacht und gegrübelt, wie ich wohl handeln würde.

Das Ende ließ meine Augen feucht werden und gleichzeitig fiebere ich dem Erscheinen des 3. Teils entgegen. Denn ich möchte einfach nur wissen, wie es mit Kiera, Raf und Julian weitergeht. Und Susan Kaye Quinn lässt das Finale von Teil 2 so offen, dass man sich nicht sicher sein kann, ob es gut oder böse ausgehen wird.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Wie schon in Band 1, so ist auch hier ihre Erzählweise passend zu ihrer Figur Kiera jugendlich frisch, aber auch bodenständig, nachdenklich und manchmal lossprudelnd. Ich war, auch nach einer Lesepause, wieder sofort im Geschehen. Toll!

Fazit: auch Band 2 ist sehr lesenswert und sollte direkt nach Band 1 inhaliert werden. Ich kann es klar empfehlen.

Freitag, 16. Januar 2015

Mein Interview mit Christine Fehér


Hallo Ihr Lieben,

wer meinem Blog schon etwas länger folgt, wird gemerkt haben, dass sich bei mir auch so manches Jugendbuch tummelt. Und dabei lese ich nicht nur gern Dystopien, sondern auch Werke mit Realitätsbezug. Dabei komme ich nicht an Christine Fehér vorbei und ich hatte das Glück, sie für meinen Blog interviewen zu dürfen. Viel Spaß beim Lesen!


Frage: Zu allererst: welches Buch liest du gerade?
Antwort: "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes. Ich liebes es!

Frage: Du beschäftigst dich in deinen Jugendbüchern mit sehr kritischen Themen wie z.B. Magersucht, Suizid oder Schwangerschaft. Was hat dich bewogen, gerade solche "brisanten" Themen für deine Bücher zu wählen?
Antwort: Das ist genau die Art von Büchern, die ich als Jugendliche selbst am liebsten gelesen habe. Deshalb macht es mir so viel Spaß, auch solche "Themenbücher" zu schreiben und ich denke mich sehr gern in meine Figuren hinein.

Frage: Gibt es ein Thema, über das du gar nicht schreiben möchtest?
Antwort: Ein bestimmtes Thema, über das ich nicht schreiben möchte, fällt mir nicht ein, aber glaube, ich werde nie Fantasy schreiben. Das liegt mir einfach nicht und für mich gibt es über unsere "reale" Welt genug zu erzählen, da muss ich keine andere Welt erfinden.

Frage: Wenn du schreibst, wie und wo tust du das?
Antwort: Am liebsten schreibe ich zu Hause in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch an meinem PC. Manchmal aber auch unterwegs am Laptop.

Frage: Woher kommt deine Inspiration zu deinen Büchern?
Antwort: Das ist ganz unterschiedlich. Vieles spreche ich vorher mit dem Verlag ab, aber manchmal kommt eine Idee auch, wenn mir jemand ein Erlebnis erzählt oder durch eine Fernsehreportage, einen Songtext ... das kann alles mögliche sein.

Frage: Hast du schon Ideen für ein neues Buch?
Antwort: Ideen habe ich für die nächsten fünf Jahre und es kommen immer noch welche dazu. Und wenn ich keine Ideen mehr hätte, würde der Verlag gewiss Wünsche an mich herantragen.

Frage: Wie kam es, dass du Religionslehrerin werden wolltest und schließlich auch geworden bist?
Antwort: Nach der Konfirmation habe ich ehrenamtlich als Kindergottesdiensthelferin in der Gemeinde gearbeitet. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Spaß es mir macht, Kindern biblische Geschichten zu erzählen. Daraus ergab sich dann der Berufswunsch und ich habe mich bei der entsprechenden kirchlichen Fachschule angemeldet.

Frage: Berlin ist eine wunderbare und wuselige Stadt. Gibt es für dich einen Lieblingsort, wo du gern hingehst?
Antwort: Aufgewachsen bin ich ja in der Nähe vom Ku'damm und dort gehe ich immer noch am liebsten shoppen, ebenso in der Gegend rund um die Kantstraße, wo immer noch dieselben kleinen Geschäfte sind wie früher, nicht nur große Ladenketten. Und dann ist Berlin ja eine sehr wald- und wasserreiche Stadt, das finde ich auch toll und mag eigentlich alle Seen, die unsere Stadt zu bieten hat.

Frage: Haben dich schon mal deine Schüler auf deine Bücher angesprochen?
Antwort: Inzwischen wissen sie wohl fast alle, dass ich auch Autorin bin und die Eltern kaufen ihnen manchmal Bücher von mir. Dann erzählen mir die Kinder natürlich, wie es ihnen gefallen hat :-)

Frage: Du schreibst auf deiner Homepage, dass du eine Menge Haustiere hast. Welche sind das denn?
Antwort: Wir haben noch unsere Mischlingshündin Bella, den Britisch-Kurzhaar-Kater Lio und die beiden Kaninchen Bill und Pauline.

Frage: Und zu guter Letzt: wo und wann können dich deine Leser mal live erleben?
Antwort: Öffentliche Lesungen sind leider sehr selten, da ich meist von Schulen eingeladen werde. Aber das kann natürlich jede Schule machen. Wer also eine Lesung mit mir buchen möchte, kann das über das Kontaktformular auf meiner Webseite oder über Frau Otto vom Random House Verlag tun (Mail: verena.otto(at)randomhouse.de). Dort erfährt man auch, welche Kosten damit verbunden sind (Honorar, Reisekosten, ggf. Unterkunft).


Danke Christine, dass du die Zeit für mich gefunden hast!

Donnerstag, 15. Januar 2015

Eine abenteuerliche Reise nach Norwegen

(Quelle: www.luebbe.de)

Eine Leseprobe findet ihr hier

Deutschland, 1907: Emilie ist eine lebenslustige, junge Frau und wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich mal ohne Blick auf die Etikette die Welt zu entdecken. Da kommt es gerade gelegen, dass ihr Bruder Max für sein Studium eine Tour nach Norwegen vor sich hat und so gar nicht reisetüchtig ist. Kurzerhand tauschen die beiden die Rollen und setzen sich damit einer ständigen Gefahr aus....
Deutschland, 2013: Hanna dachte, ihre Ehe mit Thorsten sei glücklich. Schließlich haben sie 2 erwachsene Kinder und könnten nun anfangen, wieder die Zweisamkeit zu genießen. Doch Thorsten genießt diese lieber mit einer viel jüngeren Frau und verlässt Hanna Hals über Kopf. Geplättet von so viel Feigheit, reist Hanna nach Norwegen und macht dort die Bekanntschaft ihres Lebens...

"Insel der blauen Gletscher" war mein erster Roman von Christine Kabus und hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin schafft es, zwei zunächst unterschiedliche Geschichten über zwei Frauen so zueinander zu bringen, dass ich am Ende zufrieden das Buch zugeschlagen habe.

Die Geschichte wird, wie schon erwähnt, auf zwei Zeitebenen erzählt.
Zum Einen begleitet man Emilie im Jahre 1907. Dabei lernt man nicht nur die damals üblichen Konventionen kennen, nein, man erfährt auch, wie kompliziert und aufwändig das damalige Reisen und Forschen war. Emilie ist, zum Leidwesen ihrer Mutter, ein kleiner Wirbelwind, hat einen eigenen Kopf und scheut sich auch nicht, dies zu zeigen. Durch diese Offen- und Direktheit erschließt sie sich ein wundervolles und spannendes Abenteuer.
Zum Anderen begleitet man im Hier und Jetzt Hanna, eine ehemalige Journalisten und überraschende Ex-Frau. Denn ihr Mann Thorsten stürzt sich mit seiner Geliebten in ein Abenteuer. Doch Hanna versinkt nicht in Schwermut, sondern packt die Gelegenheit beim Schopf und baut sich in kürzester Zeit ein eigenes, neues Leben auf. Dieses führt sie nach Norwegen und zu einer interessanten Bekanntschaft.

Emilie und Hanna sind mir direkt ans Herz gewachsen. Beide Frauen haben ihre Schwächen und Stärken und Christine Kabus scheut sich auch nicht, diese klar herauszustellen. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so wirkten die Figuren auf mich authentisch und lebensnah. Auch sind sowohl Hanna als auch Emilie keine Überfrauen, wie sie mir schon öfters in anderen Romanen begegnet sind. Jede der beiden trägt auch Zweifel mit sich herum und nicht immer gelingt alles so, wie sie es sich vorgestellt haben.

Auch die Story an sich hat mich verzaubert. Ich war selbst bisher noch nicht in Norwegen und dennoch konnte ich mir das Land aufgrund der zahlreichen, bildhaften Details von Christine Kabus sehr gut vorstellen. Teilweise fühlte ich mich wie nach Norwegen versetzt und wollte schon die Schlittenhunde anspannen. Auch gelingt es der Autorin die Zeit von 1907 lebendig werden zu lassen. Dabei übertreibt sie nicht, sondern berichtet einfach von Begebenheiten, die sich damals zugetragen haben. Diese lockere und zugleich lehrreichen Erzählungen haben mir sehr gut gefallen.

An manchen Stellen habe ich leise gelächelt, weil der Hang zur Romantik dann doch groß war. Und obwohl ich manches als etwas übertrieben empfand, passten die Szenen an sich sehr gut zum gesamten Roman, so dass ich sagen kann: ein tolles Buch.

Der Stil von Christine Kabus ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihr Erzählweise ist detailreich, sehr bildhaft und so wunderbar schwärmerisch, dass man sich gleich auf nach Norwegen machen möchte.

Fazit: Ein toller Roman, der nicht mein letzter von der Autorin gewesen sein wird. Eine klare Leseempfehlung nicht nur für Norwegen-Fans.


Ein großes Dankeschön geht an den Lübbe-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

Dienstag, 13. Januar 2015

Darf es noch ein wenig mehr sein?

Hotline
von Jutta Maria Herrmann

Eine Leseprobe findet ihr hier

Chris führt mit seinen Freunden Konrad, Rick und Paula eine private Beichthotline. Ihr oberstes Motto: keine Polizei, egal, was gebeichtet wird. Als eines Abends eine Frau anruft und droht, ein Neugeborenes lebendig zu begraben, kommt Rick ins Schwanken und verständigt die Polizei. Die kann nichts tun und so machen sich Rick und die hochschwangere Paula auf eigene Faust auf den Weg zum angekündigten Tatort. Und was sie dort entdecken, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren...

"Hotline" ist das Debüt von Jutta Maria Herrmann und es wird auch mein einziges Buch der Autorin bleiben. Was hier unter "Psychothriller" vertrieben wird, hat mit dem Genre so viel zu tun wie Küssen mit einer Schwangerschaft.

Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum Einen folgt man aus der Erzählerperspektive den 4 Freunden und deren Arbeit bei der Hotline. Zum Anderen wird man als Leser direkt angesprochen, so als ob man selbst der Täter sei. Zu Beginn hatte mich das verwirrt, im weiteren Verlauf war das für mich das einzig wirklich Positive.

Die Geschichte ist überfrachtet mit Klischees, Zufällen und Umständen, die mich abwechselnd wütend gemacht haben und schallend lachend ließen. Beispiele gefällig?

Alle 4 Freunde haben außergewöhnliche Schicksale selbst erlebt oder in ihrem Familienkreis erleben müssen. So wurde Paula als Vierjährige einfach ausgesetzt, Rick hat seine Schwester durch eine Entführung verloren, Chris kämpft mit einem drogensüchtigen Bruder und Konrad wird zur gleichen Zeit Vater und Bruder, da seine 45-jährige Mutter nochmal schwanger ist. Über die biologische Möglichkeit, dass diese Schwangerschaft zufällig und natürlich ist, möchte ich nicht weiter spekulieren. Denn sie hat für die weitere Geschichte auch keine weitere Bewandnis. Da fragte ich mich zum ersten Mal, wozu man das dann überhaupt einbaut?

Die einzige übergewichtige Angestellte bei der Hotline wird nur als essend und naschend beschreiben. Sie bekommt kein Wort raus, ohne dass man genau erfährt, was sie nun wieder zu sich nimmt. Ein WG-Mitbewohner ist natürlich in die schwangere Freundin seines Freundes verknallt und das schon, seitdem sie sich zum ersten Mal gesehen haben. Der werdene Vater kommt mit seinem neuen Lebensabschnitt nicht klar und der Initiator der Hotline glaubt jedem Anruf, der kostenfreie Werbung verspricht.

Auch die Täterin ist das Klischee schlechthin. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber das Motiv ist schon so alt und ausgelutscht, dass ich mir das Ende des Buches bereits auf Seite 100 bis 120 zusammenreimen konnte. Inklusive aller vermeintlichen Wendungen und kopflosen Aktionen.

Viele Details und Klischees, die die Autorin einbaut, werden auch gar nicht weiter beleuchtet. Die Mutter von Konrad ist schwanger? Wird einmal erwähnt und danach nie wieder in den Fokus gerückt. Chris' Bruder ist drogenabhängig, nimmt Koks und Alkohol zu sich. Wie er das finanziert? Vollkommen egal, Hauptsache der Problemfall ist da. Paula wurde ausgesetzt? Wie traurig, aber auch nicht so schlimm, als das man sich diesem Thema nochmal widmen würde.

!ACHTUNG! Dieser Abschnitt enthält Spoiler. Wer also das Buch noch lesen möchte, sollte einfach überspringen.

Was würdest Du denken, wenn einer deiner Freunde im Krankenhaus liegt, weil er brutal zusammengeschlagen wurde? "Wie geht es ihm?" oder "Wird er wieder gesund?" Mitnichten, denn der benachrichtige Freund denkt nur "Wie wird die Freundin damit umgehen?" und "Was ist, wenn er stirbt?". Schon komische Gedanken oder?
Und was würdest Du tun, wenn du die hochschwangere Freundin angekettet an ein Bett findest? Helfen? Schlüssel suchen? Die Polizei anrufen? Nein, alles falsch. Du fragst erstmal: "Weißt du, wo der Schlüssel zu den Handschellen ist?" Denn schließlich muss der Fakt dem Opfer, das die ganze Zeit mit verbundenen Augen festgehalten wurde, dies wissen.
Dass Jutta Maria Herrmann ihre Täterin weder die Tür abschließen lässt, bevor sie den erzwungenen Kaiserschnitt durchführt, noch darauf achtet, wie schnell ein Mensch bei einem Schnitt durch die Halsschlagader sterben kann, sind dann nur noch Anekdoten, die mich laut lachen ließen.

SPOILERENDE!

Ich kann diesem Roman nichts positives abgewinnen. Ja, der Stil ist sehr leicht zu lesen und so war ich auch zügig durch, bevor das Buch einmal quer durchs Wohnzimmer flog. Ich bin selten wütend bei einer Lektüre, sondern versuche immer, auch etwas positives oder erwähnenswertes zu finden. Doch bei "Hotline" ist es mir einfach nicht möglich, so gern ich auch wollte. Selbst das Ende, so passend es für die gesamte, mehr als verquere Geschichte ist, trieft nur so vor Schmalz und Hollywood.


Fazit: ich habe selten, wirklich sehr selten ein so schlecht recherchiertes und zeitgleich überfrachtetes Buch gelesen. Weder Thriller, noch spannend oder packend. Vertane Lesezeit!

Montag, 12. Januar 2015

Eine tolle Geschichte zu flach erzählt

(Quelle: www.blanvalet.de )

Eine Leseprobe findet ihr hier

Diane hat durch einen Unfall ihren Mann und ihre Tochter verloren. Seitdem verlässt sie ihre Wohnung nicht mehr, raucht wie ein Schlot und verteufelt alles, was mit der Außenwelt zu tun hat. Lediglich ihr bester Freund Félix findet Zugang zu ihr. Und als er sie unter Druck setzt, fasst Diane einen Plan: sie wandert nach Irland aus. Einfach so und eigentlich ohne Plan stürzt sie sich in ein neues Leben. Kann das gut sein?

"Glückliche Menschen küssen auch im Regen" war mein erster Roman von Agnès Martin – Lugand und er lässt mich zwiegespalten zurück. Der Beginn und das Ende konnten mich durchaus überzeugen, der Mittelteil hingegen hat mich wütend gemacht und enttäuscht.

Die Geschichte wird von Diane selbst erzählt. Dabei merkt man schnell, dass sie noch voll und ganz in ihrer Trauer steckt, ihr Leben hasst und diesen Selbsthass auch noch auf andere projiziert. Das bekommt auch ihr bester Freund zu spüren, dem das aber nicht viel auszumachen scheint.

Während ich es durchaus nachvollziehen konnte, dass Diane Félix anschnauzt, war es mir sehr suspekt, dass sie auch wildfremde Menschen, wie zum Beispiel ihren neuen Nachbar Edward, anschnauzt, ankeift oder Erklärungen für etwas verlangt, was sie gar nichts angeht. Daher konnte mir Diane auch nicht sympathisch werden. Sie reagiert in vielen Situationen über, wird hysterisch und zeigt sich dann wieder von einer schwachen Seite. Teilweise könnte man das mit der Trauer um ihren Mann und ihre Tochter erklären, doch selbst dann ist ihr Verhalten arg übertrieben. Das fand ich schade.

Der Roman beginnt sehr traurig, denn man lernt Diane in tiefster Trauer kennen. Diesen Einstieg fand ich ungewöhnlich, aber dennoch interessant. Auch das Ende hat mich leicht überrascht und konnte mich überzeugen.

Der Mittelteil hat mir hingegen die Freude am Lesen fast verdorben. Hier häuft die Autorin Klischees ohne Ende an, stückelt Begebenheiten aneinander und lässt die Figuren so ausgeluscht agieren, dass ich fast die Unterhaltungen vorhersagen konnte. Zudem entwickelt sich die Beziehung zwischen Diane und Edward genau so, wie man es erwartet. Da ist weder Spannung noch Kribbeln dabei. Echt schade!

Der Stil von Martin – Lugand ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist eher einfach gehalten und wartet nicht mit geistreichen Dialogen auf. Dennoch lässt sich der Roman gut an einem Nachmittag durchlesen.


Fazit: die Geschichte hat so viel Potenzial geboten und die Autorin lässt diese Chance verstreichen. Wer was leichtes für zwischendurch sucht, könnte hier richtig liegen.

Sonntag, 11. Januar 2015

Der Kampf geht weiter...

Greatcoats: Hochverrat
(Greatcoats - Reihe Band 2)
von Sebastien de Castell

Eine Leseprobe findet ihr hier

Falcio, Brasti und Kest sind in Tristia unterwegs, um die junge Aline auf den Thron zu bringen. Dabei wird Falcio von einer Vergiftung behindert, die ihn jeden Morgen nach dem Aufwachen für längere Zeit lähmt. Das Gift ist normalerweise tödlich und so bleiben ihm und seinen Greatcoats nicht mehr viel Zeit der Thronfolgerin zum Erfolg zu verhelfen. Doch damit ihr Plan überhaupt Realität wird, müssen sie sich die Unterstützung einiger Herzöge sichern. Und dieses Unterfangen ist um einiges schwieriger, als sich es Falcio vorgestellt hat.

"Greatcoats: Hochverrat" ist der 2. Band der Greatcoats – Reihe von Sebastien de Castell. Während man im ersten Band die Greatcoats um Falcio kennengelernt hat, begibt man sich nun auf eine gefährliche Reise voller Intrigen, Lügen und Gefahren. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte wird vom Ersten Kantor der Greatcoats höchstselbst erzählt. Dabei merkt man Falcio deutlich an, dass er unter der Vergiftung leidet. Dennoch behält er seinen Charme und seinen unverbesserlichen Glauben an die königlichen Gesetze. Während Falcio im ersten Band noch vor Humor gesprüht hat, ist er jetzt realistischer und sieht die Welt nicht mehr so rosig, wie er es noch im ersten Teil getan hat. Diese Wandlung ist durchaus nachvollziehbar und hat mir gut gefallen. Doch trotz seines klareren Blicks auf die Geschehnisse leuchtet Falcios Humor immer wieder auf.

Die Story selbst ist geprägt von Verhandlungen und Plänen. Es gibt kaum größere Kämpfe, dafür umso mehr Verhandlungen und Ränke schmieden. Mir hat das gut gefallen, denn es zeigt, dass die Greatcoats nicht nur kämpfen, sondern auch denken müssen. Und obwohl es weniger Action als im Vorgänger gibt, hat mich das Buch wieder in seinen Bann gezogen.

Das Ende ist offen wie ein Scheunentor und ich hoffe, dass der Autor sehr bald den 3. Teil veröffentlicht. Denn ich will unbedingt wissen, wie es mit den Greatcoats und den Intrigen, die um sie gesponnen wurden, weitergeht. Zudem gibt es noch mehrere Geheimnisse, die gelüftet werden müssen.

Sebastien de Castell hat eine tolle Art zu erzählen. Sein Erzählstil ist überflutet von zahlreichen Bildern, bissigen Humor und so manchen frechen Spruch. Diese Mischung hat es mir angetan und ich konnte mich so sehr gut in die Welt von Tristia hineinversetzen. Gerade die Kampfszenen sind sehr detailiert und so konnte ich Schlag für Schlag mitverfolgen, wie sich Falcio, Brasti und Kest ihren Weg bahnen.


Fazit: wer Band 1 schon gemocht hat, wird auch Band 2 lieben. Ich kann das Buch nur empfehlen.


Ein großes Dankeschön an den Piper-Verlag für die Zurverfügungstellung des Buches.

Samstag, 10. Januar 2015

Ankündigung Blogtour zu "Marie zwischen den Welten"



Hallo Ihr Lieben,

es ist soweit, ich nehme Ende Januar an meiner ersten Blogtour teil. Ich freue mich riesig drauf und möchte Euch deshalb ein paar Details nicht vorenthalten:

Blogtour zu „Marie zwischen den Welten - Die Wächterin Pharea“ von Eon Lylac
KW 5, 26. Januar – 30. Januar

26. Januar: Goldkindchen http://www.goldkindchen.blogspot.com – Interview mit der Autorin
27. Januar: Katis Bücherwelt http://katis-buecherwelt.blogspot.de – Vorstellung der Hauptcharaktere
28. Januar: Nadys Bücherwelt http://nadys-buecherwelt.jimdo.com – Vorstellung der Wesenheiten aus der Zwischenwelt
29. Januar: CrazyCatsMom http://crazycatsmom.jimdo.com – Die Autorin erzählt etwas, was noch keiner weiß
30. Januar: Tapsis Bücherblog  http://tapsisbuchblog.blogspot.de – Wie entstehen die Geschichten von Eon Lylac und was hat der Regenbogenmond damit zu tun

Natürlich gibt es dann auch etwas zu gewinnen. Also seid gespannt!

Liebe Grüße
Eure Denise

Mittwoch, 7. Januar 2015

Viele Details, dennoch spannend

Die Nanolithografie
von Thomas Biehlig

Eine Leseprobe findet ihr hier

Marc Janssen führt Marktanalysen im Bereich der Halbleitertechnik durch. Durch seine Fähigkeiten wird die Kanzlei Navarro auf ihn aufmerksam und wirbt ihn ab. Dort geht das Team der Kanzlei einem Mord an einem Wissenschaftler nach, der angeblich DIE Entdeckung im Bereich der Quantentechnik gemacht hat. Doch nicht nur Marc und seine Kollegen sind auf den Mord aufmerksam geworden, sondern auch eine andere Organisation, die nicht vor Mord und Folter zurückschreckt...

"Die Nanolithografie" ist das Debüt von Thomas Biehlig und der Autor befasst sich in seinem Thriller mit Wirtschaftsspionage, technologischen Quantensprüngen und der Frage: Wem kann man noch trauen? Die Lektüre war durchaus interessant, wenn auch nicht immer durchschaubar.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Zunächst folgt man Marc, seiner Arbeit und seinem Privatleben. Im weiteren Verlauf darf man dann auch Lana, Victor und anderen Mitgliedern der Kanzlei. Das war interessant, wobei mir gerade zum Ende hin die Anzahl der handelnden Figuren zu viel wurde.

Und das ist auch der Knackpunkt an dem Buch: die Anzahl der Figuren. Zu Beginn nimmt sich Thomas Biehlig noch Zeit, gerade Marc und Lana vorzustellen. Das fand ich toll. Im Laufe der Story kommen jedoch so viele neue Personen hinzu, dass ich teilweise den Überblick verloren habe.

Auch hat sich der Autor nicht mehr die Zeit genommen, alle Personen gebührend vorzustellen. Das kann ich auch teilweise nachvollziehen, denn manche Charaktere sind für den Verlauf des Thrillers nicht wichtig genug, als dass sie seitenlang vorgestellt werden müssten. Hier hätte ich eine Personenliste oder einfach eine bessere Vorstellung besser gefunden.

Die wissenschaftlichen Details sind zahlreich und, soweit ich es nachvollziehen konnte, gut recherchiert. Allerdings sind sie häufig nicht laien-geeignet aufbereitet. So habe ich mit einem Physikstudenten Kontakt aufgenommen, damit dieser mir erstmal die Wirkungsweise eines Quantenrechners erklärte. Erst danach erschloss sich mir so manches Detail der Story. Mehr Erklärungen hätte ich toll gefunden.

Der Erzählstil von Thomas Biehlig ist gut zu lesen, wenn auch ab und an verwirrend. Durch die vielen Reisen und auch durch die zahlreichen Physikdetails habe ich manches Mal den Faden verloren. Zwar kam ich immer wieder in die Geschichte hinein, doch wäre ich viel lieber einfach drin geblieben.

Dennoch habe ich mich ingesamt wohl gefühlt beim Lesen. Das Buch eignet sich zwar eher für angehende Physiker oder Leser, die sich sehr stark für Wissenschaft interessieren, aber mit der nötigen Geduld finden auch andere Leser Zugang zum Thriller.


Fazit: ein durchaus spannendes Werk, dem ein paar weniger Details gut getan hätten.  

Sonntag, 4. Januar 2015

Gewinnspiel für 10.000 Klicks



Hallo Ihr Lieben,

10.000 Klicks habt Ihr mir kurz vor Weihnachten beschert. DANKE! Dafür möchte ich mich mit einem euligen Türhänger bei Euch bedanken.

Die kleine Eule hilft Euch mit ihrem "Psst", damit Ihr in Ruhe lesen, stöbern oder buchige Träume träumen könnt :)

Was müsst Ihr dafür tun?
Hinterlasst mir einfach bis Mittwoch, 7.01.2015 um 23.59 Uhr ein Kommentar, warum Ihr der kleinen Eule ein neues Zuhause geben wollt.

Den Gewinner/die Gewinnerin gebe ich dann am Donnerstag hier auf meinem Blog bekannt.

Also haut in die Tasten.

Liebe Grüße
Eure Denise

Samstag, 3. Januar 2015

Wie hoch ist dein SUB?

...hmm, mindestens zwei Katzen hoch!

Hallo Ihr Lieben,

neues Jahr, neues Glück. Ich habe 2014 viel gelesen, aber auch sehr viel geshoppt. Und ein Vorsatz für 2015 ist, dass ich meinen SUB kenne. Also habe ich ihn gezählt....und nochmal gezählt....und nochmal gezählt. Naja, die Zahl hat sich nicht wirklich verändert. Nach einem Beruhigungsschnaps und dem Mantra "So viel ist das gar nicht!" habe ich dann auch ein Foto für Euch geschossen:


Mein SUB beträgt sage und schreibe 184 Bücher. So hoch war er noch nie! Und irgendwie dachte ich auch nicht, dass er so hoch ist. Aber so habe ich ein Ziel für 2015: ein SUB unter 100.

Und was ist mit Euch? Habt ihr buchige Vorsätze?

Liebe Grüße
Eure Denise

Freitag, 2. Januar 2015

Vernetzung bis in den letzten Winkel

(Quelle: http://www.dotbooks.de/)

Eine Leseprobe findet ihr hier

Vigo und seine Freunde leben in München im Jahre 2052. Die Welt ist komplett vernetzt, jede Bewegung kann nachvollzogen werden, TUBE und Puma sind DIE sozialen Netzwerke, über die von Bezahlung bis hin zum Einkaufen alles gemacht wird. Selbst Geld wird vorzugsweise über diese Kanäle verdient. Und Vigo hat die Idee zum Geld verdienen: eine Dokumentation über die 2010-er Jahre, als noch nicht alles vernetzt war. Wie war das Leben damals? Wie kamen die Menschen ohne Vernetzung klar?

"Unverschlüsselt" ist mein erster Roman von Albrecht Mangler und hat mich fasziniert. Der Autor entführt seine Leser in eine erschreckend reale Zukunft, in der das Leben weitesgehend online verfolgbar wird und die Menschen sich diesem Trend vollkommen freiwillig unterwerfen. Etwas, was heute bereits teilweise passiert.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man Vigo und seinen WG-Bewohnern, die alle mehr oder minder erfolgreich per Puma ihr Geld verdienen. 3-D-Drucker, Vernetzung verschiedener Unternehmen und ein Einkaufsbringdienst sind bereits Realität und machen das Leben angenehmer. Industrie und Herstellung von realen Produkten wurden nach Afrika ausgelagert, die Menschen der ersten Welt leben von ihren Ideen und deren Verkauf.

Was sich zunächst wie der Traum schlechthin anhört, hat auch seine Schattenseiten. Und diese lässt Albrecht Mangler sehr gut in die Story selbst einfließen. Dabei erhebt er weder belehrend den Zeigefinger noch malt er die Zukunft in düsterem Schwarz. Der Autor zeigt einfach nur, dass selbst das bequemste Leben eine Schattenseite hat. Und gerade das machte mich nachdenklich. Denn schon heute veröffentlichen wir immer wieder Fakten aus unserem Leben, bei denen wir vor 10 Jahren noch heftigst mit dem Kopf geschüttelt hätten.

Was für den Einen der Wandel der Zeit ist, ist für den Anderen das Horrorszenario schlechthin. Und so fühlte ich mich auch bei "Unverschlüsselt". Auf der einen Seite war ich fasziniert und begeistert von den Möglichkeiten, die Albrecht Mangler in der Zukunft sieht. Auf der anderen Seite war ich aber auch erschüttert, mit welcher Freude sich die Menschen gläsern haben machen lassen. Will ich unbedingt, dass meine Freunde jederzeit wissen, wo ich bin und was ich tue?

Die Figuren selbst werden nur kurz vorgestellt. Doch für die Geschichte war dies ausreichend. Denn die Spannung kommt nicht durch die Personen an sich auf, sondern durch ihre Handlungen und ihr Streben nach Informationen. Und so gibt es auch kein langes Vorgeplänkel. Man ist direkt in der Story, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Ende war für mich dann überraschend, lehrreich und gibt dem ganzen Werk nochmal einen leicht moralischen Anstrich, ohne dabei wertend zu sein.

Der Stil von Albrecht Mangler ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist jugendlich frisch, locker und mit dem nötigen Witz. Die Zukunft, wie der Autor sie sich vorstellt, ist glaubhaft und könnte so durchaus bald Realität werden. Toll!

Fazit: ein toller Kurzroman, der mich überzeugen konnte. Wer gern was über die Zukunft liest, sollte hier zugreifen.


Ein großes Dankeschön an dotbooks
und Blogg dein Buch für
das ebook!

Ihr wollt das ebook auch lesen? Dann könnt Ihr es hier kaufen.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Lesejahr 2014



Hallo Ihr Lieben,

2014 ist vorbei, 2015 gerade wenige Stunden alt, da möchte ich Euch doch mal zeigen, wie mein Lesejahr 2014 war. Allerdings werde ich Euch nicht von meinen Büchern vorschwärmen, denn das tue ich ja in meinen Rezensionen zu Genüge ;)

Allerdings möchte ich Euch an meinen Leseerfolgen und Zugängen in Form von Zahlen teilhaben lassen:
gelesene Bücher 2014
Letztes Jahr habe ich sage und schreibe 225 Bücher gelesen. Ich bin selbst sehr überrascht, dass es so viele geworden sind. Und es ist mehr als doppelt so viel wie 2013.

Neuzugänge 2014
Aber auch das Kaufen konnte ich nicht lassen. Im ersten Quartal hielt ich mich noch an mein Buchkaufverbot, was man auch auf meinen Post-Its oben gut sehen kann. Aber dann ging es kauftechnisch richtig los. Und so gab es für mich 343 neue Bücher. Ich glaube, so viele gab es für mich noch nie.

Was das für meinen SUB bedeutet, zeige ich Euch in den nächsten Tagen. Wie war Euer Lesejahr?

Liebe Grüße
Denise