Dienstag, 28. April 2015

LLC 2015: Was treibe ich Sonntag?

Hallo Ihr Lieben,

nachdem der Samstag auf der LoveLetterConvention schon vollgepackt war, geht es Sonntag genau so bunt und wuselig weiter.


Ich werde wieder mit Good Morning Coffee in den Tag starten. Das wird auch dringend nötig sein um wach zu werden. Denn beim Round Table New Adult will und muss ich fit sein. Schließlich geht es um DAS Genre der letzten Jahre. Danach mache ich es mir bei der Lesung von Sandra Henke und Miranda J. Fox gemütlich. Um 11 Uhr schnuppere ich bei Werkstattbericht - Hinter den Kulissen eines Verlages hinein. Das wird bestimmt spannend, denn wer ist nicht neugierig, wie so ein Buch zwischen zwei Buchdeckel kommt?


Vor der Mittagspause hüpfe ich zum Round Table: Paranormal Romance. Ich sage nur: Vampire! Nach einer kleinen Stärkung werde ich mir um 14 Uhr beim Meet & Greet Signaturen für meine Bücher holen. Danach geht es zum letzten Workshop Wo sich Leser und Verlag treffen... - Die Bedeutung des Lesers für Verlage. Zwar dachte ich zuerst: naja, ohne Leser kein Verlag, oder? Aber da wird bestimmt noch mehr dahinterstecken.
Und ab 16 Uhr heißt es hibbeln, freuen und warten, denn dann gehts auf zur Signierstunde!

Puh, Ihr seht, ich habe echt viel vor. Hoffentlich schaffe ich auch alles und bleibe nicht irgendwo hängen ;)

Herzlichst
Eure Denise

Montag, 27. April 2015

Lässt mich nachdenklicher zurück als vermutet

Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen
von Susan Juby

Eine Leseprobe findet ihr hier

Normandy, genannt Norm, Neil und Dusk sind dicke Freunde und besuchen die Künstlerschule irgendwo in Kanada. Und wie Künstler so sind, können sie nicht einfach nur den Unterricht besuchen, sondern brauchen Projekte. Warum nicht einfach mal Mitschüler unverfroren und direkt nach der Wahrheit fragen? Denn schließlich kann die Wahrheit befreiend sein. Oder nicht? Der Beginn des Projekts ist auch sehr vielversprechend, bis Norm sich selbst Wahrheiten stellen muss, die sie so nie hören wollte...

"Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen" war mein erster Jugendroman von Susan Juby und er hat mich überzeugt. Die Autorin lässt ihre Figuren mit der Wahrheit spielen, bis sie selbst erkennen müssen, dass die Wahrheit nicht nur ein schönes, sondern auch ein hässliches Gesicht hat.

Die Geschichte wird von Normandy selbst in Form eines Essays erzählt. Das Ganze ist ihr Projekt für "Kreatives Schreiben". Daher ist ihre Erzählung auch nicht geradlinig, sondern wird immer wieder von Fußnoten, Kommentaren zu ihrem Schreibprozess und ähnlichem unterbrochen. Ich fand dies erfrischend und passend für Norm. Denn von einer Schülerin der Kunstakademie erwartet ich keine schnörkellose Geschichte, sondern möchte auch in ihrem Erzählstil ihre Fantasie wiedererkennen. Und das konnte ich.

Obwohl ich die Mitschüler, die Familien und ihre Freunde nur durch Norms Augen kennenlerne, wirken die Beschreibungen recht objektiv. Die Jugendliche revidiert sogar ab und an ihre Sichtweise, grübelt über Charakterisierungen und zeigt dabei immer wieder, wie unsicher sie ist. Das hat in meinen Augen sehr gut gepasst.

Neben Normandy habe ich Neil ins Herz geschlossen, während mir Dusk fern geblieben ist. Aber ich glaube, das spiegelt auch die Gefühle der Hauptfigur wider. Denn Norm fühlt sich Neil näher als Dusk. Und dennoch spürte ich bei ihren Zusammentreffen, dass die 3 eine ganz besondere Freundschaft haben.

Die Idee zur Story, nämlich Mitschüler direkt nach der Wahrheit zu fragen, finde ich interessant und hat mich nachdenklicher gestimmt, als ich zunächst angenommen habe. Wie hätte ich reagiert, wenn jemand in meiner Schulzeit auf mich zugekommen wäre und mir eine persönliche Frage gestellt hätte? Wäre ich genau so offen wie Norms Mitschüler gewesen? Ich denke nicht. Und ich glaube, auch viele andere wären es nicht. Daher finde ich es von der Autorin sehr gut gelöst, dass die Geschichte an einer Kunstakademie stattfindet. Denn Künstler beziehungsweise angehende Kunstgenies sind, was solche Experimente angeht, doch offener und gewillt, sich auf sowas einzulassen.

Im Mitteteil geht dem Roman mal die Luft aus. Für mich war es in Ordnung, ich verspürte keine Langeweile, allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass es grad für junge Leser zu langatmig sein kann. Die Altersempfehlung des Verlages liegt bei 12 Jahren. Ich würde das Buch eher Jugendlichen ab 14 empfehlen, denn manche Dinge erfordern schon eine gewisse Reife.

Der Stil von Susan Juby ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise wird ab und an poetisch, nachdenklich und ausschweifend. Dennoch konnte ich mich in Norm sehr gut hineinversetzen.


Fazit: ein tolles Jugendbuch, was mich nachdenklich zurücklässt. Ich kann es empfehlen.

Sonntag, 26. April 2015

LLC 2015: Was treibe ich am Samstag?

Hallo Ihr Lieben,

die LoveLetterConvention rückt immer näher und so wird es langsam mal Zeit, dass ich mir Gedanken machen, wo ich wann sein möchte. Und schließlich sollt ihr ja auch informiert sein, was auf der LLC überhaupt passiert.

Also starte ich mal mit dem Samstag:

Was braucht man morgens? Richtig: Kaffee! Und so werde ich um 8 Uhr direkt zum Good morning Coffee flitzen. Danach geht für mich zu einem mehr als interessantes Thema: Gay Romance steht auf dem Plan. Da bin ich schon neugierig, da mich das Genre interessiert, ich mich aber bisher noch nicht rangetraut habe. Um 10 Uhr springe ich dann zum Panel Romantik ohne Regeln!?  Was darf ein Liebesroman? Was mich da erwartet? Ich habe keine Ahnung. Aber ich bin mehr als gespannt, wie sich die Diskussion entwickeln wird. Danach flitze ich zum Workshop Hohe Höhen, tiefe Tiefen, eine handfeste Krise und ein Happy End - Mit Struktur zum guten Buch. Hier erhoffe ich mir Tipps und Tricks für Schreiberlinge, denn ich habe da so eine Idee im Hinterkopf *hust*


Bevor es in die Mittagspause geht, heißt es Worldbuilding - Bastle dir deine eigene Welt. Das wird zugleich mein erster Workshop in Englisch sein. Mal gucken, wie gut ich mitkomme. Nach einer Stärkung gehts weiter Richtung Social Media und die neue Nähe zum Autor - Fluch oder Segen? Da ich selbst sehr gerne und oft soziale Medien nutze, bin ich schon gespannt, was die Autorinnen dazu sagen. Um 15 Uhr tue ich das, was viele Deutsche gern machen: ich gehe zum Blind Date. Doch da treffe ich nicht meine große Liebe,sondern Autorinnen und Autoren. Mal gucken, wen. Kurz Luft holen und ab geht es zum vorletzten Panel Geht's noch? - Wie düster darf der Liebesromanheld sein? Das ist genau mein Thema, schließlich mag ich keine weichgespülten Softies.


Ein letztes Mal Durchatmen und auf zu Verlagskontakte für Blogger. Dieser Workshop war schon im letzten Jahr eines meiner Highlights. Ich bin gespannt, wie es dieses Mal wird.


So, mein Plan für Samstag steht und ich sollte mir nochmal Gedanken über mein Schuhwerk machen ;)

Den Sonntag stelle ich Euch nächste Woche vor. Ihr dürft gespannt sein!

Herzlich
Eure Denise

Samstag, 25. April 2015

Leben ist zäh!

Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt
(Kyria & Reb - Reihe Band 1)
von Andrea Schacht

Eine Leseprobe findet ihr hier

Kyria, Tochter einer angesehenen Ministerin, wird auf ihrer eigenen Geburtstagsfeier von Hornissen angegriffen. Im Krankenhaus erfährt sie, dass sie aufgrund ihrer tötlichen Krankheit, die durch die Hornissen freigesetzt wurde, nur noch 3 Wochen zu leben hat. Und Kyria ist sich sicher: diese 3 Wochen will sie nicht überwacht und verhätschelt werden. Wie gut, dass sie dem Rebellen Reb begegnet, der sie aus dem Überwachungsstaat rausschaffen kann. Doch kann die gut behütete Tochter überhaupt in der wirklichen Welt überleben?

"Kyria & Reb – Bis ans Ende der Welt" war mein erster Jugendroman von Andrea Schacht. Die Autorin habe ich bisher eher mit historischen Büchern in Verbindung gebracht, jedoch hat mir ihr Ausflug in das Jugendgenre gut gefallen.

Die Geschichte wird von der 18-jährigen Kyria selbst erzählt. Die junge Frau hat mich von Seite 1 überrascht. Ich hatte mit einem für Dystopien üblichen gehorsamen Mädchen gerechnet, das das herrschende System nicht in Frage stellt. Kyria hingegen zweifelt von Beginn an die Staatsform an, in der sie lebt. Sie erkennt, dass sie belogen wird und das geht ihr gehörig gegen den Strich. Das fand ich erfrischend anders und hat mich sofort für die Figur eingenommen.

Ihr Begegnung mit Reb und ihre Flucht verlief in meinen Augen etwas zu glatt. Ich hätte mir hier mehr Widerstände gewünscht. Auf der anderen Seite bot Andrea Schacht mir somit die Chance zu erkennen, dass nicht jedes Überwachungssystem direkt mit Verfolgung und Morden arbeitet. Das war mal was anderes.

Auch Reb, der das rebellische Gegenstück zu Kyria darstellt, hat sich direkt in mein Herz geschlichen. Der junge Subcultura ist zwar frech, unerzogen, aber eben nicht so typisch Macho, wie es in vielen Dystopien der Fall ist. Auch damit hebt sich die Autorin von anderen Werken ab. Zudem weiß Reb genau, wann er sich anpassen muss und wann er seine Meinung kundtun kann. Dadurch wirkt er echter und menschlicher. Toll!

Die Story an sich hätte ich mir an manchen Stellen tiefer gewünscht. Über das herrschende System, wie es dazu kam und wie es ist, ein Teil davon zu sein, erfährt man als Leser zwar im Laufe des Romans so einiges, aber in meinen Augen nicht genug. Auch die Entwicklung von Kyria hätte gern genauer beschrieben werden dürfen. Es gibt einen größeren Zeitsprung, in dem sie eine für mich deutliche Entwicklung durchläuft, die aber dann als gegeben hinzunehmen ist. Schade!

Der Schluss lässt genug Anknüpfungspunkte für den zweiten Teil und ich bin neugierig, wie es mit den beiden Flüchtlingen weitergeht.

Der Stil von Andrea Schacht ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist ruhig, für Kyria angemessen und besticht auch durch den Blick fürs Wesentliche. Gefühlsausbrüche kommen überraschend wenige vor, was mich aber kaum gestört hat.


Fazit: ein toller Jugendroman, der durch seine ruhigen Klänge zu begeistern weiß. Ich kann ihn, trotz der Abstriche, empfehlen.

Freitag, 24. April 2015

Die Bestie aus dem Busch

Der Schneeleopard
(Rizzoli - Isles - Reihe Band 11)
von Tess Gerritsen

Eine Leseprobe findet ihr hier

Leon Godt ist Tierpräparator und Jäger aus Leidenschaft. In seinem Haus hängen viele Tiere an der Wand. Und genau das ist ihm zum Verhängnis geworden. Denn Godt wurde bestialisch ermordert und wie ein Tier zum Ausbluten aufgehangen. Rizzoli und Isles untersuchen den Tatort und stellen schnell fest, dass die Spuren nicht auf einen menschlichen Täter passen. Kann ein Tier das angerichtet haben? Und wie passen diese Spuren zu einer Safari vor 6 Jahren, bei der die Reisenden verschollen sind?

"Der Schneeleopard" ist bereits der 11. Fall für die Ermittlerin Jane Rizzoli und die Rechtsmedizinerin Maura Isles. Und auch bei diesem Thriller mit exotischer Note schafft es Tess Gerritsen, mich wieder zu begeistern.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Zum Einen aus der dritten Person, wenn man Rizzoli und Isles bei ihren Ermittlungen begleitet. Zum Anderen kommt die Safarireisende Millie aus der Ich-Perspektive zu Wort und berichtet live von ihren Erlebnissen im Busch von Botswana.

Diese Aufteilung hat mir sehr gut gefallen. Gerade die Geschehnisse in Afrika haben mich angefixt und ich konnte nicht aufhören, mit Millie zu staunen, zu zweifeln und auch Angst zu haben. Die Ermittlungen der beiden Protagnoistinnen haben mich, wie gewohnt, in ihren Bann gezogen. Während Rizzoli immer bodenständiger und ruhiger wird, verwandlet sich Isles von einer fast kalten Frau in eine mit echten Problemen und Sorgen. Diese Entwicklung erstaunt und begeistert mich. Die Autorin lässt auch nach 11. Fällen noch erkennen, dass sie mit ihren Figuren lebt und sie somit auch nicht schont. Toll!

Die Story selbst ist im Detail zwar sehr blutig, doch gibt es bei weitem nicht so viele Opfer, wie ich es von Tess Gerritsen gewohnt bin. Doch das war in diesem Fall gar nicht schlimm, denn durch die Safari-Einschübe hatte ich mehr als genug Nervenkitzel. Daher war es sogar gut und richtig, dass die Autorin sich, was die Opferzahl angeht, zurückgenommen hat.

Was mich immer wieder fasziniert, ist die Kunst, mit der Gerritsen ihren Figuren Leben einhaucht und sie lebendig hält. Maura Isles schlittert immer tiefer in ihre Selbstkritik, Jane Rizzoli verwandelt sich in eine bodenständige Mutter und das Familienleben der beiden bietet Stoff für viele weitere Bände, ohne dass es unrealistisch werden würde. Das bekommen nur wenige Autoren hin. Genial!

Das Ende war schlüssig und für mich überraschend. Ich ermittle gern mit und folgte somit nicht der offensichtlichsten Spur. Dennoch schaffte es die Autorin, mir einen Täter zu präsentieren, der glaubwürdig war und den ich dennoch nicht auf dem Zettel hatte.

Der Stil von Tess Gerritsen ist einfach und sehr gut zu lesen. Ihre Erzählweise fesselte mich sofort und ich habe nur wenige Pausen gemacht, weil ich einfach wissen wollte, wie es weitergeht.

Fazit: auch der 11. Fall ist für mich ein Volltreffer. Ich kann ihn klar empfehlen.

ACHTUNG! Dieses Buch kann LESEN verursachen!

Ein großes Dankeschön an den Limes Verlag für die Bereitstellung des Buches.

Dienstag, 21. April 2015

Um Längen besser als Band 1

Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben
(Die Auslese Band 2)
von Joelle Charbonneau

Eine Leseprobe findet ihr hier

Cia Vale hat es geschafft. Sie hat die Auslese überstanden und darf an die Universität von Tosu-Stadt. Auch ihr Freund Tomas ist an ihrer Seite. Eigentlich sollte sie glücklich sein, doch das kann sie nicht, denn die Aufnahme auf ihrem Kommunikator offenbart ihr, wie hart und tödlich das Auswahlverfahren war. Sie verabscheut all das, was sie erlebt hat. Cia muss jedoch an der Universität ein gutes Bild abgeben. Denn tut sie das nicht, wird sie abgezogen. Und das bedeutet nichts anderes als den sicheren Tod!

"Die Auslese – Nichts vergeben und nie vergessen" ist der 2. Band der Auslese – Trilogie von Joelle Charbonneau und hat mir um Längen besser gefallen als der erste Teil. Während ich bei Band 1 immer wieder stark an die Tribute von Panem erinnert wurde, zeigt sich Teil 2 nachdenklicher, ruhiger und gleichzeitig fesselnder.

Die Geschichte wird, wie in bereits im Vorgänger, von Cia höchstselbst erzählt. Sprühte sie im ersten Teil noch vor Energie und Neugierde, so ist sie nun vorsichtiger und umsichtiger geworden. Und das merkt man auch an ihren Erzählungen. Sie wägt sehr viel ab, denkt 5x um die Ecke und vertraut niemanden. Das hat mir gut gefallen, da so die Beklemmung, die Cia spüren muss, sehr gut zur Geltung kam.

Auch ihre Mitstreiter betrachtet die junge Frau nun nicht mehr mit den Augen einer Freundin, sondern mit den Augen eines Menschen, der die Auslese überlebt hat. Durch ihre Erinnerungen, die sie gar nicht haben dürfte, werden ihre Beziehungen zu jedem Mitstudenten stark beeinflusst. Und das spürt man, sobald sie jemanden begegnet.

Leider hat die Autorin ein großes Manko auch in Band 2 wiederholt: Cia ist die Überstudentin. Sie erkennt alles, sie erahnt jede Falle und weiß sofort, was welche Aufgaben bezwecken sollen. Allerdings führt sie ihre Übermenschlichkeit dieses Mal nicht nur zum Erfolg. Immerhin dies hat Joelle Charbonneau geändert. Und zum Ende hin zeigt Cia sogar Regungen, die ich ihr nicht mehr zugetraut hätte. Toll!

Die Story selbst ist um einiges ruhiger als im Vorgänger. Herrschte in Band 1 noch Action und der nackte Kampf ums Überleben, besticht Band 2 durch seine politischen Ränkespiele und dem schonungslosen Aufzeigen, was in Tosu-Stadt wirklich vor sich geht. Und auch wenn es somit viele nachdenkliche Stellen gab, so hat mich Teil 2 gepackt, denn die Vorstellung, wie die Regierung gebildet wird, wer eigentlich das Sagen hat und was mit Versagern passiert, hat mich so manches mal erschaudern lassen.

Das Ende lässt genügend Anknüpfungspunkte für den Abschluss und Joelle Charbonneau wartet sogar noch mit einer grandiosen Wendung auf. Das hat mich überrascht und begeistert.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Cias Gedankengänge werden nachvollziehbar und präzise wiedergegeben. Die Erzählweise drückt durch ihre ruhige und nachdenkliche Art genau aus, wie Cia sich unter den Studenten und mit der Wahrheit, die nur sie kennt, fühlt.


Fazit: um Längen besser als Band 1. Ich freue mich schon auf das nächste Buch!


Ein großes Dankeschön geht an den Penhaligon - Verlag für die Zurverfügungstellung des Buches.

Sonntag, 19. April 2015

Liebesromane und ihr Ruf

Hallo Ihr Lieben,

die LoveLetterConvention rückt immer näher, meine Nervosität steigt und damit kreisen auch die Gedanken um das Thema Liebesromane.

Ich bin eine leidenschaftliche Thriller-Leserin und bekomme von Blut und Co. nie genug. Daher waren einige Freunde leicht irritiert, als ich jubelnd von der LLC berichtet habe. "DU und Liebesromane?" war da noch die höflichste Aussage. Doch woher kommen diese Vorurteile und vor allem: sind sie berechtigt?

Freitag, 17. April 2015

Wenn das Ende nicht wäre...

(Quelle: www.goodreads.com)

Eine Leseprobe findet ihr hier

Armin Weidener, Bestatter in Ausbildung, wird zu seinem ersten Toten gerufen. Leichte Nervosität und Aufregung beherrschen den jungen Mann. Seine erste Leiche ist ein Unfallopfer. Um das Leben der Mitfahrerin wird noch vergeblich gekämpft. Dabei hört Armin einen wohlbekannten Song aus dem Unfallauto dröhnen...
20 Jahre später ist Armin Weidener Chef eines Bestattungsinstituts und kümmert sich mit Würde um seine Toten. Als eines Tages der Leichnam einer Verstorbenen verschwindet, ertönt der Song von vor 20 Jahren. Der Bestatter kann es nicht fassen. Ist das alles nur ein schlechter Scherz?

"Tödlicher Gruß" ist eine Kurzgeschichte von Vincent Voss und konnte mich bis auf den Schluss überzeugen. Das Ende hingegen hat der Autor so verhunzt, dass für mich die gesamte Novelle einen faden Beigeschmack bekommt.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei folgt man zum einen dem Bestatter Armin Weidener, der sehr respektvoll mit den ihn überantworteten Leichen umgeht und bei dessen Beschreibung man direkt merkt, dass ihm sein Job am Herzen liegt. Auf der anderen Seite begleitet man Kommissar Hübner, der sich um die Ermittlungen bezüglich des verschwundenen Leichnams kümmert. Auch der Täter bekommt seine Auftritte, diese bleiben jedoch recht kurz und rätselhaft.

Im Mittelpunkt der Kurzgeschichte steht klar der Bestatter. Mit ihm holt man seine erste Leiche ab und etabliert das Unternehmen. Und man muss mit Schrecken herausfinden, dass auf einmal eine Tote fehlt. Dabei bekommt man die Gedanken und Gefühlsregungen Armins hautnah mit. Das fand ich sehr gut.

Auch handeln die Figuren logisch und geben sich nicht einem verqueren Gedankenspiel hin, wie das bei einigen Thrillern der Fall ist. Dadurch wirkten die handelnden Personen glaubhaft und realitätsnah. Dies hat es zwar schwieriger für den Täter gemacht, sein Spiel zu spielen, aber für mich war die Herangehensweise des Autors stimmig.

Das Ende hingegen kam für mich zu schnell und mit zu wenig Tiefe. Gerade habe ich noch mit Weidener mitgefiebert, da löst sich auch schon alles in Wohlgefallen auf. Hier hätte ich mir mehr Spannung und mehr Drama gewünscht. Der Showdown, der sicherlich von Vincent Voss beabsichtigt war, verpuffte. Schade.

Zudem hätte es dem Kurzthriller durchaus gut getan, wenn sich der Autor bei einigen Beschreibungen mehr Zeit für die Details gelassen hätte. Warum handelt der Täter so? Was löst es in ihm aus, wenn er sein Opfer sieht? Wie bereitet sich die Polizei vor? Das sind alles Fragen, die gar nicht oder nur im Vorbeigehen beantwortet wurden. Vincent Voss hat einen neugierig machenden Täter erschaffen. Hier hätte ich mir einfach mehr Raum für ihn gewünscht.

Der Stil des Autors ist gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist anschaulich, fesselnd und ich war während meiner Lesezeit komplett in der Geschichte drin. Toll!

Fazit: eine gute Novelle, deren Schluss vieles verdirbt. Dennoch kann ich sie zum Kennenlernen des Autors empfehlen.

Ihr wollt das eBook haben? Dann schaut mal bei Luebbe vorbei.


Ein großes Dankeschön geht an Luebbe
für das eBook!

Dienstag, 14. April 2015

Kämpfe für deine Träume

Als der Himmel uns gehörte
von Charlotte Roth

Eine Leseprobe findet ihr hier

Vor den olympischen Spielen in London 2012: Jennifer trainiert verbissen auf ihre Teilnahme. Doch sie hat ein Problem und das sind ihre Nerven. Vor großen Menschenmassen ereilt sie immer wieder ein Zusammenbruch, der ihr den Sieg unmöglich macht. Ihr Trainer sieht daher keine Chance, dass sie teilnehmen kann. Jennifer auch nicht, bis sie Gregory begegnet...
Berlin, Ende der 20er Jahre: die Zwillinge Alberta und Auguste leben gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Tante in für damalige Zeit guten Verhältnissen. Während Auguste zurückhaltend und fast schüchtern ist, will Alberta, genannt Albi, die Welt erobern. Und das am besten bei Olympia. Als ihr Vater, ein begnadeter Radioreporter sie dann auch noch mit nach Los Angeles nimmt, scheint der Traum wieder ein Stück näher....

"Als der Himmel uns gehörte" ist der neuste Roman von Charlotte Roth und hat mich von Beginn an begeistert. Die Autorin verknüpft den Geist von Olympia mit zwei bewegenden Familiengeschichten und zeigt auf, dass auch Sportler nie nur Sportler, sondern immer auch Menschen und manchmal auch Marionetten sind.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum Einen begleitet man in der Gegenwart die Läuferin Jennifer und ihren Kampf um die Teilnahme an den olympischen Spielen. Zum Anderen reist man nach Berlin der 20er und 30er Jahre und erlebt hautnah mit, wie die damaligen Spiele in Berlin zur propaganistischen Farce gerieten. Mittendrin befindet sich Albi, die nicht nur für ihren Traum kämpft, sondern sich auch zwischen ihrem besten Freund James, einem adligen Engländer und ihrer Liebe Hannes, einen hochgewachsenen, fast schüchternen Reiter, stehen sieht.

Und obwohl diese Konstellation nach einer typischen Dreiecksgeschichte aussehen mag, macht Charlotte Roth nicht den Fehler in dieses Klischee zu fallen. Die Autorin erschafft mit Albi und ihren Weggefährten ein Quartett, dem man eigentlich nur Zufriedenheit und Glück wünschen möchte und bei dem man doch weiß, dass es zu der Zeit einfach nicht sein kann, dass Menschen nur glücklich sind.

Das Hauptaugenmerk des Romans liegt klar auf den Geschehnissen in den 20er und 30er Jahren. Jennifers Geschichte ist lediglich der Brückenkopf in der Gegenwart, der den Halt und die Sicherheit gibt, dass sich alles irgendwie zum Guten wendet. Hätte die Geschichte auch ohne diesen Brückenkopf funktioniert? Wahrscheinlich. Wäre sie dann genauso berührend und wundervoll gewesen? Im Leben nicht. Charlotte Roth vermag es, wie auch in ihrem Roman "Als wir unsterblich waren", das Familienleben mehrere Generationen so toll zu verbinden, dass ich als Leserin einfach nur abtauchen und genießen konnte.

Die Autorin berichtet über die Geschehnisse der damaligen Zeit mit Fingerspitzengefühl, ohne Moralkeule und einem Blick für Details. Durch die Gedankenwelt der Figuren lässt sie uns erleben, wie es war, als Hitler an die Macht kam, was die Menschen gedacht haben und wie einfach man es sich unter Umständen doch machen wollte. Durch die Sportler bekamen die Beschreibungen nochmal einen anderen Blickwinkel, denn diese haben sich fast schon schmerzhaft unschuldig vor den Karren spannen lassen und das nur, weil sie ihren Traum leben wollten.

Der Stil von Charlotte Roth ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise hat etwas poetisches, ohne gestelzt zu wirken. Dennoch kann sie auch richtig deutlich werden, wenn es nötig ist. Durch diese Mischung hat mich der Roman in seinen Fängen gehalten und erst wieder losgelassen, als ich die letzte Seite gelesen hatte.


Fazit: Olympia damals und heute. Ich kann das Buch nur empfehlen!

Samstag, 11. April 2015

Ehebruch aus Sicht des Brechers

Der Preis der Treue
von Diane Brasseur

Eine Leseprobe findet ihr hier

Ein Anwalt in den Fünfzigern, bodenständig, verheiratet und Vater betrügt seit einem Jahr seine Frau mit einer Jüngeren. Die Affäre gefällt ihm, seine Geliebte hängt an ihm und er weiß nicht, wie er es beenden soll. Oder will er es vielleicht auch gar nicht?

"Der Preis der Treue" ist das Debüt von Diane Brasseur und dreht sich um ein mittlerweile schon fast profanes Thema: Ehebruch. Dabei lässt sie den Mann selbst zu Wort kommen und ihn seine Gedanken und Gefühle schildern. Das Buch hat mich festgehalten, doch am Ende blieb doch eine Frage: Und nun?

Der Anwalt, der im Roman nicht mal mit Namen angesprochen wird, entführt den Leser in seine Welt. Seit einem Jahr betrügt er seine Frau mit der jüngeren Alix. Und auch nur ihr erweist er die Ehre, mit dem Namen angesprochen zu werden. Alle anderen Personen werden mit Bezeichnungen wie "meine Frau" oder "meine Tochter" abgespeist. Ein Hinweis darauf, wie er fühlt?

Seine Erzählungen sind nicht zwingend chronologisch noch fanden sie teilweise wirklich statt. Der Ehemann gibt sich Gedankenspielen ebenso hin wie den Erinnerungen an das erste Date mit Alix. Auch sein Sexleben kommt nicht zu kurz, wobei ich mich bei den Szenen nicht wohlgefühlt habe. Dabei habe ich kein Problem mit Erotik in Büchern, aber hier wirkte das Ganze mechanisch, steril, so als ob der Erzähler einfach nur noch zeigen wollte, dass er es noch kann. Das war mir dann zu wenig und zu protzig.

Ansonsten berichtet und schildert der Anwalt, Gefühle wie Reue, wirkliche Liebe oder ähnliches finden kaum bis gar keinen Anklang. Sein Monolog wirkt eher wie eine Rechtfertigung vor sich selbst und ein Plädoyer, dass er doch alles richtig gemacht hat, als ein wirkliches Resumee über das, was er tut. Das mutet zwar kaltherzig an, doch ich fand, dass es zu der Figur gepasst hat. Ich hätte mir keinen rührseligen Mann vorstellen können. Der Ehemann ist knallhart und zeigt einfach, wie es ist. Punkt! Das hat mich fasziniert.

Das Ende ist offen, sehr offen. Und das finde ich schade. Ich hätte mir einen Abschluss gewünscht, einen Schlussstrich, irgendeine Reaktion von ihm auf sein aktuelles Leben. Doch er bleibt das, was er seit einem Jahr schon war: untätig. Das war mir zu wenig!


Fazit: eine Novelle aus der Sicht des Ehebrechers. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Freitag, 10. April 2015

Die Todgeweihten grüßen dich!

Das Institut der letzten Wünsche
von Antonia Michaelis

Eine Leseprobe findet ihr hier

Mathilda arbeitet im Institut der letzten Wünsche. Dort erfüllen sie und ihre Chefin Ingeborg sterbenskranken Menschen den letzten Herzenswunsch, sei es nun Weihnachten im August, eine Ballonfahrt oder Schnee mitten im April. Eines Tages beehrt Birger Raavenstein das kleine Büro. Sein letzter Wunsch: seine Jugendliebe und ihr gemeinsames Kind finden. Mathilda macht sich auf die Suche nach der Frau....und nach der Erkenntnis, dass sie sich gerade in einen Todgeweihten verliebt.

"Das Institut der letzten Wünsche" ist der neuste Roman von Antonia Michaelis und hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin greift ein für viele tabuisiertes Thema auf, nämlich das Sterben, und zeigt mit Humor und Einfühlungsvermögen, dass kein Mensch traurig aus dieser Welt scheiden muss.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive wiedergegeben. Dabei folgt man allerdings nur Mathilda, einer jungen Frau, die fast Ärztin geworden wäre, sich dann aber für ein Leben entschieden hat, in dem sie mit ihrem Hund Eddie glücklich auf ihrem fusselnden Sofa sitzt und sterbenden Leuten ihre letzten Wünsche erfüllt. Dabei wirkt Mathilda so glücklich, so herrlich verschroben und liebenswert, dass ich ihr einfach nur von Seite 1 an die Daumen gedrückt habe, ihr möge nie etwas trauriges passieren.

Auch die anderen Figuren, die Michaelis in ihrem Roman erschafft, sind mir zu Herzen gegangen. Seien es nun Birger, der Anwalt aus London, der nach seiner Jugendliebe sucht; Ewa, die noch einmal die Callas live erleben möchte oder Daniel, Mathildas Ex-Freund, er als Arzt eine eher nüchterne Sicht auf die Welt hat. Sie alle haben ihre liebenswerten, tiefgründigen und komischen Seiten. Und jede einzelne Person ist mit so viel Herzblut und Liebe beschrieben, dass ich selbst Doreen, die verschollene Jugendliebe Birgers, nicht unsympathisch finden konnte. Auch sie hatte ihre Gründe, auch sie hat ein Leben und so konnte ich auch sie und ihre Entscheidungen verstehen.

Der Roman an sich hat mich unterhalten und trotz des traurigen Themas habe ich viel gelacht. Die Autorin hat so abgefahrene und humorvolle Ideen, um ihren Figuren die letzten Wünsche zu erfüllen, dass ich über die Kreativität gestaunt und mit den Patienten geseufzt habe, weil alles geklappt hat. Ich habe innerhalb weniger Sätze schallend gelacht und mit Tränen in den Augen gelesen. Denn Antonia Michaelis zieht das Thema Sterben nie ins Lächerliche, sondern zeigt gefühlvoll, dass auch Todgeweihte Humor haben, Wünsche und Sehnsüchte sich ihrer bemächtigen und sie sehr wohl wissen, dass ihr Ende naht.

Zugegeben, ich hatte ein wenig Angst vor dem Schluss. Denn ich befürchtete, dass sich die Autorin zum Überkitsch schlechthin hinreißen lässt. Doch das tat sie nicht. Sie hat ein würdevolles und für das Buch mehr als passendes Ende geschaffen, das mich erstaunt und berührt zurücklässt.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist poetisch, manchmal chaotisch, aber so kreativ und voller Herz, dass ich so manchen Satz nochmals gelesen habe, einfach weil er so schön war.


Fazit: ein wundervolles, ja sogar wichtiges Buch zum Thema letzte Wünsche. Ich kann es rundherum empfehlen.

Donnerstag, 9. April 2015

Toller Abschluss einer grandiosen Trilogie

(Quelle: Amazon)
Free Souls - Gefährliche Träume
(Mindjack-Trilogie Band 3)
von Susan Kaye Quinn

Kira kennt nur noch ein Ziel: Senator Vellus töten. Denn dieser will das Jacker-Problem mit Gewalt, Unterdrückung und Folter lösen. Und das können Kira und Julian nicht zulassen. Daher versuchen sie durch kleinere Anschläge für ihre Sache zu kämpfen. Doch Vellus gibt nicht auf, er will nur eines: Kira. Sie soll ihm helfen. Doch die Jackerin lässt sich nicht überzeugen....bis ihre Familie ins Visier der Jacker-Jäger gerät.

"Free Souls – Gefährliche Träume" ist der 3. und somit letzte Teil der Mindjack – Trilogie von Susan Kaye Quinn. Die Autorin konnte mich schon mit Band 1 und 2 überzeugen und sie hat mit "Free Souls" einen würdigen Abschluß geschaffen.

Auch der letzte Band wird von Kira höchstpersönlich erzählt. Während sie im ersten Teil noch sehr schüchtern war, in Band 2 ihre rebellische Seite entdeckte, ist sie in Band 3 von Hass zerfressen. Ihre Gedanken werden von Rache und Vergeltung beherrscht.

Und obwohl ich normalerweise solche Figuren gar nicht mag, konnte ich die Jackerin sehr gut verstehen. Ihre große Liebe wurde mental zerfetzt und kann nicht mehr gerettet werden, ihr Leben ist beständig in Gefahr und sie tut alles, um ihre Rache durchziehen zu können. Und obwohl sie dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, wird sie nicht kopflos. Ihre Missionen stehen für sie im Vordergrund. Ja, sie handelt auch mal unüberlegt, doch besinnt sich in meinen Augen rechtzeitig. Das fand ich toll. Endlich mal eine Hauptfigur, die mitdenkt und deren Egoismus nicht zu den schlimmsten Katastrophen führt.

Die Geschichte ist spannend und fesselnd erzählt. Susan Kaye Quinn verzichtet auf oberflächliche und sinnlose Gewalt. Ihre Figuren überlegen, verwerfen und besinnen sich dann auf das für sie wichtigste: so wenig Tote wie möglich. Das finde ich sehr gelungen. Hier wird nicht einfach nur in Schwarz und Weiß gemalt, es werden auch die Grautöne herausgestellt.

Die Romanze, die sich in Band 2 schon angedeutet hat, bleibt hier im Hintergrund. Zwar gibt es auch auf diesem Gebiet Entwicklungen, doch erfreulicherweise ergeht sich Kira nicht in Liebesbezeugungen und komischen Überzeugungen, warum sie kämpft, sondern handelt rational. Das war für mich erfrischend, dass hier mal nicht die große Liebe, sondern das Problem an sich im Vordergrund stand.

Das Finale hat für mich sehr gut gepasst und war erfreulich unheroisch. Hier bleibt sich die Autorin treu: sie erschafft keine überzeichneten Szenen oder unwirklichen Handlungen. Sie bleibt am Boden und zeigt somit, wie Konflikte auch lösbar sind. Toll!

Der Stil von Susan Kaye Quinn ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt sehr gut zu der jungen Jackerin Kira. Ihre Ausdrucksweise ist überlegt, schnörkellos und dennoch gefühlvoll, wo es passt.


Fazit: ein toller Abschluss einer gelungenen Trilogie. Ich kann alle 3 Bände nur empfehlen.

Samstag, 4. April 2015

Der gefühlvollste Band der Reihe

True - Wohin du auch gehst
(True-Reihe Band 3)
von Erin McCarthy

Eine Leseprobe findet ihr hier

Robin war eine begeisterte Partygängerin. Bis sie eines Morgens nackt neben Nathan, dem Freund ihrer Freundin Kylie, aufwacht und dieser sie mit einem lasziven Lächeln daran erinnert, was sie in der Nacht getan haben. Für Robin bricht eine Welt zusammen, sie zieht sich vollkommen zurück und wird zur grauen Maus.
Phoenix, ein Cousin von Tyler und Riley, ist gerade aus dem Knast entlassen worden und besitzt nur noch das, was er am Körper trägt. Ihn interessiert Robins Vergangenheit wenig, denn sie interessiert sich auch nicht für seine. Die beiden kommen sich näher, doch wird ihnen das auch gut tun?

"True – Wohin du auch gehst" ist bereits der 3. Band der True-Reihe von Erin McCarthy. Diesmal widmet sie sich Robin und Phoenix. Die Studentin kannte ich bereits aus den beiden Vorgängern, da sie zur Clique rund um Rory und Co. gehört. Phoenix hingegen ist neu, aber nicht minder attraktiv.

Die Geschichte wird abwechselnd von Phoenix und Robin erzählt. Dabei spürt man genau, wie die beiden in ihrer Welt aus Schuldgefühlen, Abschottung und Unsicherheit gefangen sind. Dies wirkte auf mich jedoch weder weinerlich noch überzogen, denn beide machen durch ihre Erzählungen deutlich, wie sie zu ihren Ansichten gekommen sind. Besonders Phoenix hat mein Herz berührt. Er ist kein 08/15- Bad Boy, sondern zeigt seine Emotionen und ist auch nicht so abweisend, wie es die männlichen Hauptfiguren gern in anderen Büchern sind. Das fand ich toll.

Robins Schuldgefühle konnte ich ebenso nachvollziehen, auch wenn ich sie ab und an gern geschüttelt hätte. Denn sie nimmt eine Last auf sich, die sie gar nicht hätte tragen müssen. Aber wer von uns war nicht schon mal völlig irrational und hat Dinge gedacht, die objektiv betrachtet totaler Käse waren? Und obwohl die Studentin sich durch ihre Gefühlslage verändert, beherrschen nicht nur ihre negativen Emotionen ihre Gedanken. Sie gewährt sich trotz allem Glück und Zufriedenheit. Das fand ich erfrischend anders, denn oftmals gehen solche Figuren ja in ihrem Selbstmitleid unter. Robin tut dies zum Glück nicht.

Die Story an sich hat mich wieder mal von Seite 1 in ihren Bann gezogen. Ich muss zugeben, dass ich bei diesem Teil mehr geweint habe als bei den Bänden davor. Mir sind schon nach 40 Seiten die Tränen gelaufen, weil die Gefühle von Phoenix und Robin so stark zum Ausdruck kommen und verdeutlicht werden, dass ich nicht anders konnte. Natürlich habe ich mit den beiden auch gelacht und geträumt. Aber zum Ende hin wurde ich wieder von meinen Tränen übermannt. Das passiert mir in der Heftigkeit mehr als selten. Ein großes Lob an die Autorin!

Das Ende erscheint da schon fast abrupt. Denn ich wollte so gern mit den beiden noch weiter ihre Liebe zueinander entdecken, erforschen. Aber vielleicht bekommen die Zwei in einem der Folgebände zumindest einen Gastauftritt. Zu wünschen wäre es ihnen.

Der Stil von Erin McCarthy ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist sehr bildhaft, emotional und ergreifend. Für mich hat sie nichts kitschiges, sondern einfach nur Herz und die Kraft, Gefühle auszulösen.


Fazit: ein grandioser 3. Band, der für mich der gefühlvollste war. Eine klare Empfehlung.

Ihr seid neugierig geworden auf die Frau hinter den Büchern? Dann habt ihr Glück. Erin McCarthy besucht zum ersten Mal die Loveletter-Convention im Mai in Berlin. Seid dabei und lernt sie kennen!

Freitag, 3. April 2015

Erst wirst du überrascht und dann gelangweilt

Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling
von Sjoerd Kuyper

Eine Leseprobe findet ihr hier

Kos ist 13, begeisterter Fußballspieler und hat 3 Schwestern. Seine Mutter ist verstorben und sein Vater führt mehr schlecht als recht das Familienhotel. Doch an sich ist Kos zufrieden. Denn im Fußball ist er klasse und seine Tore widmet er seiner Mutter, seinem Vater und Isabel, in die er heimlich verliebt ist. Bei einem Elfmeter passiert das Unfassbare: Kos Vater bricht mit einem Herzinfarkt zusammen. Was sollen die Kinder nun tun? Wer kümmert sich um das Hotel? Und was wird aus dem Testspiel für Ajax?

"Erst wirst du verrückt und dann ein Schmetterling" war mein erster Jugendroman von Sjoerd Kuyper und er lässt mich ratlos zurück. Der Autor erzählt an sich eine tolle Geschichte, doch die Details und auch die Erzählweise sind so nichtssagend und öde, dass ich mich am Ende nur eines gefragt habe: "Das war es jetzt?"

Die Geschichte wird von Kos selbst erzählt. Er schreibt kein Tagebuch, nein, er spricht seine Erlebnisse auf ein altes Tonband, welcher er vom Koch des Hotels bekommen hat. Und der Junge erlebt wirklich schräge Dinge. Nicht nur, dass er mit seinen Schwestern auf einmal das Hotel führen muss, seine Schwestern sind auch nicht die einfachsten Wesen unter der Sonne. Briek zum Beispiel geht vollkommen in ihrem Goth auf. Pel, die jüngste, glaubt, dass ihre Mutter nicht tot, sondern immer noch bei ihnen ist. Und die Älteste ist in einen unglücklichen Dichter verliebt. Wie soll da Kos einen kühlen Kopf bewahren und auch noch ein Hotel führen?

Die Erzählungen der Hauptfigur haben mich durchaus zum Schmunzeln gebracht. Und ich habe auch mit ihm gefühlt. Allerdings sind die Begebenheiten, angefangen beim Hotel bis hin zu den Zufällen beim Fußball, so weit weg von der Realität, dass ich mich nicht fallen lassen konnte. Ich mag es durchaus, wenn nicht alles bierernst genommen wird. Doch eine Handvoll Kinder, die ein Hotel leiten und dies keinem auffällt beziehungsweise nicht die älteste Schwester, sondern der Bruder alles in die Hand nimmt? Das war mir dann doch zu weit weg von den wirklichen Möglichkeiten.

Die Schwester mit ihren Spleens fand ich ansprechend. Aber auch hier gilt wieder: warum musste manche Schrullen übertrieben werden? Hier wäre das Motto "Weniger ist mehr" durchaus angebracht gewesen. Denn so saß ich kopfschüttelnd da und konnte mich nicht mehr am Ideenreichtum von Kos erfreuen, weil seine Schwestern einfach zu abgedreht waren.

Die Story an sich plätschert vor sich hin. Es passieren zwar immer wieder Dinge, die Kos vor eine Herausforderung stellen, aber durch die gleichbleibende, leicht gedrückte Stimmung konnte ich nicht mitfiebern. Das fand ich schade, denn ich hätte so gern Kos die Daumen gedrückt für sein Testspiel und für seine aufkeimende Beziehung mit Isabel.

Der Stil von Sjoerd Kuyper ist gut zu lesen. Seine Erzählweise ist leicht schnoddrig, typisch für einen 13-jährigen, aber nicht wirklich fesselnd. Hier hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht.


Fazit: ein anziehender Titel, der aber nicht aufs Buch abfärbt. Schade!

Ihr seid neugierig geworden und wollt das Buch haben? Dann schaut doch mal hier vorbei.

Ein großes Dankeschön geht an den Gabriel - Verlag
und
Blogg dein Buch für das Buch!

Mittwoch, 1. April 2015

Ein Monat Bücherfasten - das erste Fazit

Hallo Ihr Lieben,

der März ist stürmisch vorbeigegangen und ich halte mich schon einen Monat an mein Buchkaufverbot und ans Fasten. Bisher ist das aber irgendwie noch nicht zu meiner Glücksfee durchgedrungen. Aber seht selbst


Meine Statistik sagt, dass ich aufgebaut habe :( Das ist ja nicht Sinn und Zweck des Fastens. Aber daran bin ich unschuldig. EHRLICH! Denn ich habe keine Bücher gekauft. Es sind halt Gewinne, Rezensionsexemplare und vorbestellte Bücher angekommen.

ABER! meine Leseflaute geht vorbei. Und das ist so genial, dass mir der geringe Aufbau nichts ausmacht. Und da der April mit Feiertagen startet und auch sonst bisher eher ruhig zu werden verspricht, hoffe ich, dass ich Euch Ende April von einem Abbau berichten kann.

Drückt mir die Daumen!

Eure Denise