Sonntag, 28. Juni 2015

Was geschah wirklich am See?

That Night - Schuldig für immer
von Chevy Stevens

Eine Leseprobe findet ihr hier

Toni Murphy saß seit ihrem 18. Lebensjahr für den Mord an ihrer jüngeren Schwester im Frauengefängnis. Jetzt ist sie auf Bewährung draußen und hat 2 Wünsche: ein normales Leben führen und den wahren Mörder ihrer Schwester Nicole zu überführen. Denn Toni war es nicht, zumindest behauptet sie das immer wieder. Was geschah wirklich in der Nacht am See, als Nicole starb? Sind Toni und ihr damaliger Freund Ryan wirklich unschuldig?

"That Night – Schuldig für immer" ist der mittlerweile 4. Thriller aus der Feder von Chevy Stevens und hat mir wieder sehr gut gefallen. Dieses Mal nimmt sie sich einer jungen Gefängnisinsassin ein, die immer wieder ihre Unschuld beteuert.

Die Geschichte wird von der Insassin Toni selbst erzählt. Dabei folgt man ihr über drei Zeitebenen hinweg: im hier und jetzt, zur Highschool – Zeit und zum Zeitpunkt ihrer Inhaftierung. Alle 3 Ebenen verwebt die Autorin sehr geschickt und spannend miteinander. Während der Schulzeit hat man es mit einer rebellischen Toni zu tun, während sie im Knast abstumpft und bei ihrer Entlassung resigniert und kraftlos wirkt. Und das merkt man auch an der Erzählweise. Denn jeder Zeitabschnitt beinhaltet einen anderen Grundtenor. Das fand ich sehr faszinierend.

Auch die Story an sich hat mich gefesselt. Chevy Stevens hat ein Gespür dafür, auch Menschen, deren Leben weder geradlinig noch wirklich gut verlaufen ist, sympathisch oder zumindest herzerwärmend darzustellen. Toni ist dabei keine heroische Figur, die übertrieben für etwas kämpft oder überzeichnet wurde. Die junge Frau wirkt sehr realitätsnah und ich konnte beim Lesen spüren, dass sie einfach nur Ruhe und ein einigermaßen normales Leben suchte. Das, was Ex-Häftlinge in vielen Fällen wollen. Auch die Wut, die ich in den Kapiteln über die Haftzeit gespürt habe, war großteilig in der Gegenwart verraucht. Das hat mir gut gefallen, da ich das Gefühl hatte, hier einer wirklichen und nicht gewollt kämpferischen Figur zu folgen. Toll!

Obwohl man nur die Sicht einer Figur erfährt, hatte ich das Gefühl, dass Toni beim Erzählen so neutral wie möglich bleibt. Klar, ich habe ihre Wut, Ohnmacht und auch ihre Liebe gespürt, aber dennoch versuchte sie, ein umfassendes Bild der anderen Figuren zu geben. Neben Toni habe ich vor allem Ryan, ihre Highschool – Liebe ins Herz geschlossen. Der junge Mann versucht, ebenso wie Toni, das Beste aus seinem Leben zu machen. Und das, obwohl sein Elternhaus nicht das Beste ist. Dies mag ich generell an den Thrillern von Chevy Stevens: die Figuren haben kein geradliniges, ausgelutschtes, 08/15 – Leben.

Das Ende hat mich überrascht, wurde jedoch logisch herbeigeführt. Die Auflösung fand ich sehr gut und passend gewählt und alle losen Stränge wurden zusammengeführt. Klasse!

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt sehr gut zu einer verbitterten, teilweise resignierten und abgekämpften Mittdreißigern, die nichts als Ruhe will. Daher wirken auch manche Erzählungen unterkühlt und fast teilnahmslos. Mich hat das nicht gestört, denn dadurch wirkte die Geschichte glaubwürdiger.


Fazit: ein toller Thriller von Chevy Stevens. Wer ihre anderen Bücher mochte, sollte zugreifen!

Freitag, 26. Juni 2015

Schmetterlinge verlieren an Fahrt

Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen
von Petra Hülsmann

Eine Leseprobe findet ihr hier

Karo hat endlich ihren Bachelor in Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen und will nun karrieretechnisch voll durchstarten. Dafür ist Bochum zu klein. Hamburg ist die Stadt ihrer Wahl und dort will sie als Trainee arbeiten. Doch ihr neuer Chef wird direkt eingebucht und nun ist guter Rat teuer. Als sich ihr die Chance bietet, bei Eintracht Hamburg im Spielermanagement zu arbeiten, greift Karo zu. Blöd nur, dass es sich dabei eigentlich nur um einen Spieler handelt, nämlich Patrick Weidinger, der aktuell mehr durch Eskapaden als Tore auffällt. Karo soll sein Kindermädchen spielen. Ob das überhaupt gut gehen kann?

"Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen" war mein erster Roman von Petra Hülsmann und er konnte mich über weite Strecken unterhalten. Die Autorin hatte mit "Hummeln im Herzen" einen Bestseller hingelegt. In ihrem neusten Roman bringt sie nun Fußball und Gefühl zusammen.

Die Geschichte wird von Karoline, die witzigerweise genau so alt ist wie ich, erzählt. Die junge Frau hat ihr Studium, das sie neben ihrem Vollzeitjob gemeistert hat, abgeschlossen und will nun endlich Karriere machen. In Hamburg wird sie fündig, zieht bei ihrer Freundin Saskia in die WG und muss schnell feststellen, dass nicht immer alles nach ihrem Plan verlaufen kann. Nicht nur, dass ihr neuer Chef direkt in den Knast wandert, nein, auch das WG – Leben ist nicht so einfach. Als dann auch noch der Star des Eintracht Hamburg in ihr Leben tritt, ist das Chaos perfekt.

Gerade bei der ersten Hälfte des Romans, als Karo noch so an ihren Überzeugungen festhielt und sich auch von Patrick nicht belehren ließ, habe ich so manches Mal schallend losgelacht. Denn nicht nur ihre große Klappe bringt die Dame in Bedrängnis, nein, auch ihr Sinn für Gerechtigkeit und ihr Wunsch, dass alles nach Plan verläuft, lassen so manche witzige Situation aufkommen. Hinzu kommt, dass die WG – Mitbewohner auch alle ihre Macken haben, so dass ich wirklich durch die Seiten geflogen bin.

Doch dann kam es, wie es kommen musste: Petra Hülsmann packt ein Klischee nach dem anderen aus. Und so kam es, dass sich bei mir 100 Seiten vor Schluss Ernüchterung breit gemacht hat. Waren die gescheiterten Datingversuche von Saskia noch amüsant, so konnte ich dem Verhalten von Karo gegenüber Patrick, ihren Eltern und auch gegenüber sich selbst bald nichts mehr abgewinnen. Zu sehr rutschte sie mir in eine 08/15 – Rolle inklusive Missverständnissen, die man durch ein einziges Gespräch komplett hätte bereinigen können.

Und auch der von mir liebgewonnene Humor und die Spritzigkeit gingen verloren. Echt schade, denn der Roman hatte so granatenstark angefangen, dass ich echt immer trauriger wurde. Mir machen Klischees wenig aus, wenn sie denn toll verpackt sind. Doch irgendwie sind die Schmetterlinge so heftig Looping geflogen, dass die Verpackung unoriginell wurde.

Der Stil von Petra Hülsmann ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist rasant, witzig und direkt. Sie konnte mich mit ihrem Sinn für Situationskomik und ihrem Gespür für Dialekte begeistern.


Fazit: eine grandiose erste Hälfte, dann wurde es schwächer. Wer nichts gegen bekanntes hat, sollte zugreifen.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Bin mal kurz belanglos

Bin mal kurz tot
von Lance Rubin

Eine Leseprobe findet ihr hier
Dieses Buch kann Lesen verursachen

Denton wird jung sterben. Dies ist keine krude Vorhersage, sondern exakte Wissenschaft. Daher will der Jugendliche seine letzten Tage so normal wie möglich verbringen. Doch dann schläft er nicht nur mit der Schwester seines besten Freundes, nein, er entwickelt auch einen Hautausschlag, der sich seines gesamten Körpers bemächtigt. Ist das schon der Vorbote des Todes?

"Bin mal kurz tot" ist der erste Roman aus der Feder von Lance Rubin und er lässt mich unbeeindruckt zurück. Der Autor nähert sich dem Thema Tod und Sterben auf eine durchaus humorvolle Weise, doch nach der Lektüre weiß ich immer noch nicht, was mir Rubin eigentlich sagen wollte.

Die Geschichte wird von der Hauptfigur Denton höchstselbst erzählt. Der Jugendliche begeht seine letzten Tage auf Erden und zieht dadurch auch so jedes Ding durch, das er schon immer mal mache wollte. Er kifft, säuft, schläft mit Mädchen und will doch eigentlich nur weiterleben. Aber seinem Todesdatum kann man nicht entfliehen! Schon gar nicht, wenn man von einem purpurnen Ausschlag befallen wird.

Die Idee hinter diesem Jugendbuch ist durchaus witzig und auch durchdacht. Was wäre, wenn wir alle unsere Todesdaten kennen würden? Würden wir anders leben? Bewusster? Glücklicher? Diese Fragen versucht Lance Rubin aus der Sicht eines Jugendlichen zu beantworten. Und das durchaus mit Humor und Witz.

Die Story an sich indes konnte mich nicht überzeugen. Man folgt Denton in seinen letzten Stunden und oft hatte ich das Gefühl, dass der Autor so planlos war wie sein Protagonist. Auch werden Hintergründe, wie zum Beispiel die Entstehung der Todesdatenforschung oder warum Denton von gewissen Leuten verfolgt wird, in meinen Augen nur unzureichend erklärt. Lance Rubin versucht durch Wortspiele, Witze und allgemeiner Heiterkeit dem Thema Tod den Schrecken zu nehmen und vergisst dabei, eine plausible oder zumindest fesselnde Geschichte abzuliefern. Schade!

Auch das Ende war mir zu holterdipolter. Es lässt mich unbefriedigt und ratlos zurück. Und so habe ich das Buch mit einem Schulterzucken abgeschlossen. Denn mehr konnte der Roman nicht in mir hervorrufen.

Der Stil des Autors ist gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist charmant, humorvoll und eingängig. Passend zu seinem Protagonisten.


Fazit: dieses Werk hat nichts in mir hervorgerufen, keine Regung. Ich war quasi kurz tot. Schade!

Mittwoch, 24. Juni 2015

Flirtportale - Fluch oder Segen? [Blogtour "Die Liebe ist ein Trampeltier"]


Hallo Ihr Lieben,

heute macht die Blogtour zum Trampeltier von Ina Straubing bei mir Halt. Meine Rezension zum Roman findet ihr hier.

Elin sammelt nach ihrer Flucht von Zuhause und einem Abkommen mit Tomas Erfahrungen mit einem Flirtportal. Ihre Gehversuche in der Online-Dating-Welt sind witzig und sogar zum Fremdschämen. Höchste Zeit also, um mal zu schauen, wie es in der Realität bei sowas zugeht. Dafür habe ich mich mal recherchiert, mit Freundinnen gesprochen und meine eigenen, leicht eingestaubten Erfahrungen rausgekramt.

Zunächst das Positive:
Flirtportale machen das Kennenlernen um einiges einfacher. Für viele ist ja das Ansprechen die größte Hemmschwelle im realen Leben. Im Internet ist diese Schwelle fast weg. Denn man muss dem Gegenüber nicht in die Augen schauen und schon gar nicht mit einer Abfuhr in aller Öffentlichkeit klar kommen. Das ist super, gerade für schüchterne Menschen.
Auch kann man sich vor der Ansprache schon mal mit dem Objekt der Begierde befassen, denn in fast allen Flirtportalen kann und sollte man ein Profil über sich anlegen. Am Besten mit Bild, sonst wird es schwierig. Und so kann man schon vorher schauen, ob man Interessen, Hobbies oder ähnliches teilt. Sehr praktisch.

Doch nichts läuft perfekt, auch dann nicht, wenn man sich mal überwunden hat, jemanden anzuchatten. Denn den Charakter findet man erst im Chat raus. Und der kann so krass vom Äußeren abweichen, dass einem Angst und Bange wird.

Gerade als Frau muss man sich zudem darauf einstellen, dass nicht jeder Typ sich die Mühe macht, geistreich oder gar freundlich anzuschreiben. Von "Ey Poppen?" (das Wort war zugegeben ein anderes, aber so tief wollte ich jetzt nicht nochmal sinken) bis hin zu "Danke für den Steifen" war schon alles dabei. Dabei war mein Profilbild nun wirklich weder sexy noch aufreizend. Und selbst, wenn er zu Beginn freundlich ist, kann schon der zweite Chat zeigen, dass Flirten von vielen mit "Verabredung zum Sex" gleichgesetzt wird.

Wer also der Meinung ist, auf solchen Portalen DIE Liebe fürs Leben zu finden, sollte sich damit abfinden, dass er durch viel Morast und Unrat waten muss. Denn so wie im Internet die Hemmschwelle zum Ansprechen sinkt, sinkt sie auch, was delikate Themen angeht. Wer aber mal sortiert hat, kann sich auf tolle und witzige Stunden freuen, bei denen es vielleicht sogar knistert. So wie bei Elin!



Natürlich gibt es auch was zu gewinnen! Ich verlose 2 signierte Exemplare vom Trampeltier.

Was müsst Ihr dafür tun?
Kommentiert bis zum 27.06.2015 um 23.59 Uhr! Ich wüsste gern, ob Ihr auch schon Erfahrungen in dem Bereich gesammelt habt und was Euer witzigstes Erlebnis war (sofern Ihr erzählen wollt).

Ich freue mich auf Eure Beiträge!!

Eure Denise

Dienstag, 23. Juni 2015

Mit Witz und Spaß zum trainierten Hund

Welpentraining mit
Martin Rütter


Martin Rütter kenne ich durch seine Live-Programme und durch seine Sendung auf Vox. Auch ohne Hund konnte ich mich mit seinen Ansichten identifizieren. Daher war mit Einzug meines Berner Sennenhundes klar: er wird nach Rütter erzogen. Das Welpenbuch war somit fast schon Pflicht.

Mein Berner Sennen ist mit knapp 12 Wochen bei mir eingezogen, somit später als es in der Regel der Fall ist. Dennoch: besser erzogen war er dadurch nicht. In den ersten zwei Wochen habe ich Nachtschichten geschoben, ihn öfter rausgetragen als mich selbst ins Bett geworfen und zwischendrin geflucht. Hätte ich Rütters Buch vorher gehabt, wäre ich besser vorbereitet gewesen. Denn der Hundetrainer macht schon in den ersten Kapiteln klar, dass ein Welpe in der ersten Zeit sehr viel Aufmerksamkeit benötigt, was man nicht unterschätzen sollte.

Der Stil des Welpenbuches ist typisch Rütter. Er erklärt mit Witz und dem nötigen Auge eines Trainers, was man mit seinem Welpen tun sollte, was man unterlassen muss und wie so ein kleiner Hundewurm tickt. Dabei war für mich auffällig, dass Rütter in keinster Weise Klapse oder Rucken als Strafe vorsieht. Das finde ich grandios. Er orientiert sich mit seinen Methoden am natürlichen Verhalten von Hundemüttern, was bedeutet, dem Welpen auch mal an die Schnauze zu greifen oder ihn auf den Rücken zu drehen.

Auch das Thema Ignorieren kommt nicht zu kurz. Denn oft fallen wir Menschen dem Kindchenschema zum Opfer, glauben, dass wir einen Hund durch Aufmerksamkeit beruhigen können. Das Gegenteil ist aber der Fall: ein Hund sieht Aufmerksamkeit als Belohnung, egal, welche Worte wir wählen. Ignorieren fiel mir in erster Zeit sehr schwer, da mein Hund trotz seiner Größe den Dackelblick mehr als perfekt beherrscht. Doch ist man konsequent, wird man mit einem lieben, gehorsamen und folgsamen Hund belohnt. So konnte ich meinen Liebling schon recht bald ohne Leine laufen lassen.

Martin Rütter macht etwas, was ich sehr gut finde: er zeigt Nachteile deutlich auf. Er beschönigt nichts, sondern zeigt schonungslos, wie hart und zeitintensiv die ersten Wochen sein können. Und das die Erziehung nie aufhört. Klasse!

Im Buch selbst sind neben Texten auch viele Bilder und Tabellen zu finden. So reicht später auch mal ein kurzer Blick in das Werk, um sich gewisse Details ins Gedächtnis zu rufen. Toll!


Fazit: für mich ein tolles Trainingsbuch. Ich kann es empfehlen.

Montag, 22. Juni 2015

Der Horror naht! [Hörbuch]

Nachwelt 2018 - Die Ratten von Frankfurt
(Nachwelt Band 1)
von Georg Bruckmann

Eine Hörprobe findet ihr hier

Frankfurt 2018: nach dem 3. Weltkrieg ist die Welt nicht mehr, wie sie war. Die Zivilisation ist tot, die Menschen leben in Stämmen und kämpfen ums Überleben. Die Natur erobert sich ihre Reviere zurück. Während die einen noch versuchen, ein Stück Menschlichkeit zu bewahren, zeigen die anderen, was sie mit der neuen Freiheit gleich setzen: Mord, Vergewaltigung und Folter. Welche Lebensart wird sich durchsetzen?

"Nachwelt 2018" ist mein erstes Hörbuch von Georg Bruckmann und hat mich überzeugen können. Normalerweise lese ich zunächst das Buch, bevor ich mich an die akustische Version wage. Bei "Nachwelt" war das schwierig möglich, jedoch hat mich Bruckmann gefesselt und ich konnte kaum aufhören ihm zu lauschen.

Die Geschichte wird von einem namenlosen Mann erzählt. Mit ihm kämpft man ums Überleben, sucht nach Lebensmitteln und versucht jedem Ärger aus dem Weg zu gehen. Was aber in einer verrohten Welt kaum möglich ist. Und so lauschte ich fast atemlos, wie der Mann sich gegen Degenerierte wehren muss, neue Freunde findet und entdeckt, welch verdrehter Glauben die Welt mittlerweile überzieht. Denn die Degenerierten sind mitnichten Zombies, sie sind verrohte, brutale, morallose Menschen. Und das Ganze sogar mit religiöser Rechtfertigung. Genial!

Zu Beginn hatte ich tatsächlich die Befürchtung,dass ich einem Abklatsch von "The Walking Dead" zuhöre. Immerhin heißen dort die Zombies Beißer und legen ein ähnliches Verhalten an den Tag. Doch schnell wurde mir klar, dass Georg Bruckmann nicht von Zombies berichtet, sondern von etwas, was viel grausamer ist: die Menschen, die vom erzählenden Mann nur Degenerierte genannt werden, haben ihr Schicksal selbst gewählt. Dieser Fakt jagte mir eine Gänsehaut über den Körper.

Und das sollte nicht die einzige bleiben. Georg Bruckmann spricht sein Hörbuch höchstpersönlich und seine Stimme passt perfekt zur Geschichte. Ich habe das Buch abends begonnen und musste mitten in der Nacht aufhören, da ich im Dunkeln saß, müde wurde und ich doch noch irgendwie schlafen wollte, ohne Angst zu haben, dass mir im Schlaf mein Leben genommen wird.

Die Story ist nicht klassischer Horror, sondern in meinen Augen eine Dystopie mit grusligen Einschlägen. Durch die tiefe und ruhige Stimme des Sprechers kommt dieses Grauen noch besser zur Geltung. Zugleich wirkt seine Erzählweise resigniert, was sehr gut zu dem Mann passt, der das Ganze hautnah erlebt. Und die Hauptfigur ist mir sympathisch, denn er wirkt nachdenklich, abgebrüht und zeigt wenig Aufregung. Perfekt für solch eine Welt!


Fazit: ein Hörbuch nicht unbedingt für entspannte, aber für spannende Stunden. Wer Grusel und Grauen mag, sollte zugreifen!

Sonntag, 21. Juni 2015

Ein kleiner Sprung für dich, ein großer für die Menschheit

Die Achte Wächterin 
(Die - Zeitspringer - Saga Band 1)
von Meredith McCardle

Eine Leseprobe findet ihr hier

Amanda ist Schülerin an der Peel – Academy. Nach ihrem Abschluss wird sie der CIA, dem FBI oder einer anderen, staatlichen Organisation der USA dienen. Daher ist ihre Ausbildung auch anders, als die von normalen Schülern: Kampftraining, Computerwissenschaften und ähnliches steht auf dem Stundenplan. Am Testtag wird den Schülern alles abverlangt. Auch Amanda muss durch diese Prüfung und ist sich danach sicher: sie hat nicht bestanden. Doch bei der Feier wird ihr Name aufgerufen. Jedoch sind weder CIA noch FBI an ihr interessiert, sondern eine Organisation namens Annum Guard und deren Aufgabe ist unglaublich...

"Die Achte Wächterin" ist der erste Band der Zeitspringer – Saga von Meredith McCardle und hat mich von Seite 1 an gefesselt. Die Autorin schafft es, ein komplexes Thema wie Zeitreisen so spannend und logisch zu erzählen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Die Geschichte wird von Amanda, deren Name sich im Laufe des Romans zu Iris ändert, selbst erzählt und beginnt direkt mit dem Testtag. Schon im ersten Kapitel wird klar, dass man es hier nicht mit einer normalen Jugendlichen zu tun hat. Amanda ist trainiert, willensstark und zur Agentin ausgebildet. Ihre Aufnahme in Annum Guard läuft ebenso brutal ab wie ihre Ausbildung an sich. Daher wirkt sie zu Beginn auch sehr hart und unnahbar. Mit der Zeit wird Iris jedoch menschlicher, weicher und man erkennt, dass auch sie Fehler und Eigenarten hat, die sie zu einer Person machen, die man nicht nur bewundern kann. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ich bin die perfekten Hauptfiguren leid.

Auch die anderen Figuren, die Meredith McCardle einführt, haben ihre guten und schlechten Seiten. Jedoch lernt man sie eher beiläufig kennen, denn Iris verfolgt fast fanatisch ihr Ziel. Das ist schade, denn ich glaube, dass Yellow, Blue und Violet sehr viel Potenzial geboten hätten. Allerdings habe ich auf der anderen Seite weitschweifige Personenbeschreibungen auch nicht vermisst, da die Protagonistin spannend genug war.

Die Story an sich ist sehr gut und fesselnd erzählt. Zeitreisen bergen immer das Risiko, dass der Leser irgendwann nicht mehr mitkommt. Das ist bei der 8. Wächterin nicht der Fall. Ich konnte Iris und ihren Sprüngen sehr gut folgen und davon gab es reichlich. Auch die Erklärungen, wie und warum Zeitreisen funktionieren und wie die Auswirkungen sind, waren für mich verständlich und logisch, soweit es möglich war. Denn wir alle wissen: Zeitreisen können nicht vollends logisch erklärt werden.

Zwischendrin hatte ich die Befürchtung, dass die Autorin ihr Pulver zu früh verschossen hat, nur um mich dann von dem weiteren Verlauf überraschen zu lassen. Hier hat Meredith McCardle mich überzeugen können. Respekt!

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist zielstrebig, geradeaus und ab und an sogar leicht arrogant. Somit passt sie sehr gut zur Hauptfigur Iris.


Fazit: ein toller Auftakt zu einer interessanten Reihe. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Freitag, 19. Juni 2015

Von Liebe und anderen Problemen

(Quelle: www.amazon.de)
Different Boys - Falsche Freunde
(different - boys - Reihe Folge 2)
von Norman Stark

Eine Leseprobe findet ihr hier

Tom weiß nicht, wie er an seinen Schwarm Michael herankommen soll. Der ist nämlich mit der Natter Alex zusammen und scheinbar glücklich. Dennoch lässt es sich der junge Mann nicht nehmen, den attraktiven Arzt zu einer Vernissage einzuladen. Colin hingegen hat ein Auge auf das Mitglied einer mehr als erfolgreichen Boyband geworfen. Ob er bei ihm noch vor der Landung in Frankfurt landen kann?

"Different Boys – Falsche Freunde"ist Teil 2 der Reihe von Norman Stark und schließt sich nahtlos an Band 1 an. Auch dieser Teil konnte mich begeistern und seufzen lassen.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man, wie schon im Vorgänger, abwechselnd Colin und Tom. Und während Tom alles daran setzt, Michael für sich zu gewinnen, holt sich Colin den Spaß dort, wo er ihn grad gebrauchen kann. Dabei muss der Steward einfallsreicher werden, als er zunächst vermutet hatte.

Die Story ist wieder herrlich normal und sogar witziger als im ersten Teil. Denn diesmal bekommen auch die Freunde der beiden Brüder genügend Platz um zu beweisen, in welcher schrägen Welt sie unterwegs sind. Ich musste herzlich über die Kunstgegenstände lachen, die zur Vernissage in Toms Geschäft gebracht wurden. Genauso konnte ich mir ein Grinsen über die Natter Alex nicht verkneifen. Der Jungspund zählt nun wirklich zur Kategorie "oooh meine Handtasche brennt" und ist dabei zickiger als viele Frauen. Herrlich!

Doch bei allem Witz und Humor kommen auch die weltlichen Probleme nicht zu kurz. Und diesmal geht es ums Outing und Safer Sex. Ich finde es gut, dass Norman Stark sich auch diesen Dingen widmet, die ja sonst gern in Romanen verdrängt werden, wenn die Liebe im Vordergrund steht. Und dabei lässt der Autor seine Leser auch die Angst und Ungewissheit spüren. Großartig!

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise reißt mit und macht das Lesen locker-leicht. Toll!

Fazit: auch Teil 2 kann ich empfehlen. Zugreifen!


Donnerstag, 18. Juni 2015

Zwei Jungs, zwei Welten, eine Liebe

(Quelle: www.amazon.de)
Different Boys - Kleine und große Überraschungen
(Different-Boys-Reihe Folge 1)
von Norman Stark

Eine Leseprobe findet ihr hier

Colin und Tom, zweieiige Zwillinge und homosexuell, feiern ihren 29. Geburtstag im Kabuff, der Kneipe ihrer Mutter. Während Colin sich seinen Spaß sogar auf der Tanzfläche holt, träumt Tom fast schon klassisch-spießig von der großen Liebe. So unterschiedlich die Brüder sind, so sehr halten die beiden auch zusammen. Und während Colin sich mit einem seiner Ex zusammentut, verfällt Tom dem gutaussehenden Sascha, der aber nach einer Nacht voller Spaß einfach verschwindet. Hat der Bruder überhaupt mal Glück in Sachen Liebe?

"Different Boys" ist die neue Gay-Romance-Serie von Norman Stark und der Auftakt mit dem Titel "Kleine und große Überraschungen" konnte mich schon überzeugen. Der Roman war mein erster Versuch mit dem Genre und ich bin begeistert.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler wiedergegeben. Dabei stehen kapitelweise Colin und Tom im Mittelpunkt. Während man mit Tom eher auf der romantisch-verträumten Welle reitet, bietet Colin einen tiefen Einblick in sein Sexleben. Denn er ist kein Kind von Traurigkeit und hält Monogamie für Verschwendung. Und so folgt man dem Steward auf seine Abenteuer. Das fand ich spannend und Norman Stark hat diese Szenen mit Gefühl und dem richtigen Augenmaß geschrieben, so dass ich fast in meinen Kindle reingekrochen bin, weil ich es so aufregend fand.

Doch auch Toms Kapitel haben mich gefesselt, denn sie haben gezeigt, dass jeder mit Liebesproblemen zu kämpfen hat, egal welches Geschlecht er liebt. Zudem ist mir Tom sehr sympathisch und ich habe während des Lesens die Daumen gedrückt.

Die Story an sich ist locker-leicht und herrlich unfluffig. Die Brüder und auch ihr Umfeld entsprechen zum Glück nicht einem einzigen Klischee, das so durch die Welt schwirrt. Alle Figuren sind herrlich normal und doch so besonders, dass man sie einfach gern haben muss. Und der Roman endet mit einem Cliffhanger, der mich direkt dazu verleitet, noch heute mit Teil 2 zu beginnen.

Der Stil von Norman Stark ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seiner Schreibweise merkt man an, dass er auch Drehbücher schreibt, denn seine Ausführungen sind bildhaft, nachvollziehbar und lassen einen Film vor dem inneren Auge entstehen. Toll!

Fazit: mein erstes Mal ist geglückt und ich will mehr! Wer sich mal an Gay-Romance ausprobieren möchte, sollte zugreifen.


Dienstag, 16. Juni 2015

Schema F für Sommertage

The Wild Ones - Verführung
von M. Leighton

Eine Leseprobe findet ihr hier

Camille, von fast allen Cami gerufen, verbringt ihre Semesterferien daheim auf der väterlichen Pferderanch. Sie möchte gern in das Geschäft ihres Vaters einsteigen und kümmert sich daher vermehrt um die Stallungen. Dort begegnet sie Patrick, Trick gerufen. Der junge Arbeiter verdreht ihr den Kopf. Doch das geht nicht, denn zum Einen hat Cami einen Freund und zum Anderen arbeitet Trick für sie. Dennoch lässt die Studentin es sich nicht nehmen, ein wenig mit dem Feuer zu spielen. Wird sie sich verbrennen?

"The Wild Ones – Verführung" war mein erstes Buch von M. Leighton. Die Autorin ist vielen schon durch ihre "Addicted to you" – Reihe bekannt. Mich konnte sie mit ihrem aktuellen Werk nicht überzeugen. Zu bekannt und zu oft wiederholt ist ihre Geschichte.

Cami und Trick erzählen abwechselnd aus ihrer Perspektive von den Geschehnissen auf der Ranch und drumherum. Dabei werden ihre Schilderungen ab einem gewissen Punkt hauptsächlich von den Gedanken an den jeweils anderen dominiert. Wie er wohl schmeckt, sich anfühlt, wie er sich im Bett bewegt oder auch wie er küsst. Ja, das ist zum Dahinschmelzen schön, aber nach der zigsten Wiederholung auch eintönig. Denn ich als Leserin bin durchaus gewillt mir zu merken, dass Trick (natürlich) wunderbar definierte Bauchmuskeln und Cami (natürlich) so wunderhübsch ist, wenn sie rot wird.

Da bin ich auch schon beim nächsten Punkt: die Charaktere von M. Leighton sind sehr stereotyp und in meinen Augen schon ausgelutscht. Trick, der Rebell, der aufgrund eines dunklen Familiengeheimnisses das Studium abgebrochen hat, attraktiv wie die Hölle und dazu noch frech ist, trifft auf die wunderschöne, aber leider unerreichbare Cami, die ihren Sommer auf Daddys Ranch verbringt, eigentlich vergeben ist und sich doch so sehr nach dem Bad Boy verzehrt. Hinzu kommt eine beste Freundin, die selbst zwar vergeben ist, aber in Flammen steht, als sie auf den besten Freund des Bad Boy trifft. Kommt Euch das bekannt vor? Jap, mir auch. Denn es gibt einen Haufen Bücher, die mittlerweile nach diesem Schema F ablaufen. Und "The Wild Ones" schwimmt in dem Strom leider nur mit, anstatt aufzufallen. Schade!

Auch die Geschichte an sich ist weder neu noch einzigartig. Gut, das konnte ich schon am Klappentext erkennen, aber ich hatte Hoffnung, dass die Autorin sich etwas einfallen lässt, was ihr Werk zu etwas besonderem macht. Das war nicht der Fall. Und so weiß ich jetzt schon, dass ich die Erlebnisse von Cami und Trick bald wieder vergessen haben werde. Zu sehr verschwimmen sie mit anderen Figuren.

Der Stil von M. Leighton ist gut und flüssig zu lesen. Die Perspektiven der beiden Protagonisten konnte ich gut auseinanderhalten und die Erzählweise passt auch zu ihnen.


Fazit: ein Buch unter vielen und ganz nett. Wer auf bekanntes und normales steht, darf zugreifen.

Montag, 15. Juni 2015

Auch Zugfahren birgt Gefahren

Girl on the Train
von Paula Hawkins

Eine Leseprobe findet ihr hier

Rachel pendelt jeden Tag mit dem Zug nach London. Und jeden Tag hält der Zug an einem Signal. Dadurch kann Rachel die Menschen einer Wohnsiedlung beobachten. Besonders ein Paar hat es ihr angetan. Sie tauft die beiden Jess und Jason und denkt sich ein Leben für die beiden aus. Bis eines Tages Jess verschwindet und Rachel mit der Realität konfrontiert wird. Jess heißt Megan und die junge Bahnfahrerin könnte helfen, das Geheimnis ihres Verschwindens zu lüften.

"Girl on the Train" ist das Debüt von Paula Hawkins und hat mir gut gefallen. Der Roman birgt viel Spannung, eine mehr als schwankende Hauptfigur und dazu ein passendes, furioses Ende. Lediglich im Mittelteil verliert das Werk an Schwung.

Die Geschichte wird von 3 unterschiedlichen Personen erzählt: zum Einen von Rachel, die geschieden, alkoholabhängig und trauernd jeden Tag Zug fährt und sich dabei in ihre Fantasie flüchtet. Zum Anderen ist da Megan, die aus ihrem Leben vor ihrem Verschwinden erzählt. Zum Dritten kommt noch Anna, die neue Frau an der Seite von Rachels Ex-Mann Tom hinzu. Und obwohl 3 Erzählerinnen schon eine Menge sind, hat es mich beim Lesen gar nicht gestört oder durcheinandergebracht.

Der Großteil des Romans wird von Rachel bestritten. Die junge Frau ist am Tiefpunkt ihres Lebens angelangt und das spürt man auch in ihren Erzählungen. Ihre Alkoholsucht kommt in ihren Sätzen ebenso heraus wie ihr Drang, wichtig zu sein. Mal empfand ich Mitleid mit ihr, ab und an fand ich sie sogar abstoßend aufgrund ihres Verhaltens, jedoch war ich immer mit Feuereifer dabei, wenn sie erzählt hat. Denn ich konnte meinen Blick nicht von ihr, ihrer Fantasie und ihrem recht kurvigen Weg durchs Leben abwenden. Ab dem Verschwinden von Megan entwickelt Rachel eine Dynamik, die mich erschrocken und zugleich fasziniert hat. Toll!

Auch Megans Sicht der Dinge hat mich angezogen. Die Ehefrau von Scott alias Jason ist nicht so glücklich, wie es Rachel aus dem Zug zu beobachten meint. Mit jedem Kapitel, in dem Megan aus ihrem Leben erzählt, wird klar, wie schnell man sich von einer strahlenden Fassade täuschen lassen kann. Denn unter dem glänzenden Lack kommt so manches schmutzige Geheimnis zum Vorschein. Hier hat Paula Hawkins ganze Arbeit geleistet. Grandios!

Die Story selbst ist spannend und sehr gut erzählt. Lediglich in der Mitte kommt es zu einem kleinen Tief, wo selbst Rachel nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Und das habe ich als Leserin sehr stark gespürt. Hier wäre eine Kürzung von Vorteil gewesen. Insgesamt konnte mich der Roman aber überzeugen, vor allem der Schluss, der für mich sehr gut ins Geschehen und zum gesamten Werk passt.

Der Stil von Paula Hawkins ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt zu ihren Figuren und ist mal traumwandlerisch, mal kühl distanziert und mal hochemotional. Das hat mir sehr gut gefallen.

Fazit: ein Buch, das nicht nur für Pendler interessant ist. Wer Drama und Wendungen liebt, sollte zugreifen.

ACHTUNG! Dieses Buch kann LESEN verursachen!

Freitag, 12. Juni 2015

[Blogtour] Mythen und Sagen um Ewige Jugend



Hallo Ihr Lieben,

heute macht die Blogtour zu Adolescentia Aeterna bei mir halt. Meine Rezension zu dem ersten Teil der Trilogie findet Ihr hier. Ein zentrales Thema von Betty Kays Roman ist die Ewige Jugend und wie sie erreicht werden kann. Während es im Buch fast schon einfach durch Erotik und Sex funktioniert, zerbrechen sich Forscher, Mythenjäger und Jugendsüchtige seit Jahrhunderten den Kopf, wie man die Jugend für immer konservieren kann. Ein paar möchte ich Euch heute vorstellen:

Jungbrunnen
Die wohl bekannteste Sage ist die um den Jungbrunnen. Darunter versteht man ein Gewässer, das jedem, der aus ihm trinkt, ewige Jugend verspricht. Dieser Mythos ist fast so alt wie die Menscheheit selbst und findet sogar im Koran Erwähnung. Erstaunlich oder?

Äpfel
"An apple a day keeps the doctor away" kommt nicht von ungefähr. Während die christlich geprägte Welt den Apfel als Symbol für Erkenntnis und Sünde sieht (Adam und Eva, Ihr erinnert Euch?), steht das runde Obst in der nordischen und griechischen Mythologie für ewige Jugend und Gesundheit. Also los, rennt zum nächsten Obstladen und holt Euch Eure Portion Jugend.

Nektar und Ambrosia
Wie bleiben Götter ewig jung? Korrekt, sie ernähren sich von Nektar und Ambrosia. Beim zweiteren ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Pollen des gelben Gewäches können schwere Allergien und sogar Asthma auslösen.
(Quelle: www.korina.info)

Kryotechnik
Auch die Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Thema Ewiges Leben. Der bekannteste Zweig ist wohl die Kryotechnik. Die Idee dahinter ist, den Körper eines Menschen so zu gefrieren, dass er auch noch nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten wieder erweckt werden kann, ohne dass die Person bleibende Schäden davon trägt. Bisher sind, soweit mir bekannt, noch keine Versuche erfolgreich abgeschlossen worden. Doch wer weiß, vielleicht kommt schon morgen der Druchbruch!

Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten nach ewiger Jugend zu gieren. Britt wird Euch im Laufe der Tour noch die medizinische Seite dieses Wunsches unter dem Thema "Cremen wir uns jung?" näher bringen.

Doch was wäre eine Tour ohne Gewinnspiel? Und dafür hat sich die Autorin Betty Kay was besonders feines ausgedacht: für die gesamte Tour gibt es folgende Gewinne

Was müsst Ihr dafür tun?
Erzählt mir von Euren Erlebnissen zum Thema Jugend und wie Ihr dafür sorgt, dass Ihr frisch und knackig bleibt. 
Das Gewinnspiel läuft bis zum 15. Juni 2015, 23.59 Uhr. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt.

Ich freue mich auf Eure Erlebnisse.

Liebe Grüße
Eure ewig junge Denise

Donnerstag, 11. Juni 2015

Keine erotische, sondern eine platte Reise ins Ich

(Quelle: www.cupido-books.com)
Sarahs Spektrum
von Anna Maselina

Eine Leseprobe findet ihr hier

Sarah ist glücklich mit Jonas liiert. Er versteht ihre in sich gekehrte und zurückhaltende Seite. Er versteht, dass sie Gefühle nicht richtig deuten kann. Als Jonas auf Geschäftsreise geht, lässt sich Sarah zu einem Abenteuer mit der lesbischen Cat hinreißen. Sie schläft mit ihr und erfährt dadurch, dass sie sich mehr zu Frauen hingezogen fühlt, als sie dachte. Wie wird es mit Jonas weitergehen?

Ich hatte mich sehr auf "Sarahs Spektrum" von Anna Maselina gefreut, denn der Klappentext versprach eine neue Sicht auf die Erotik, nämlich die einer Autistin. Diese Sichtweise hat mich sehr gereizt. Bekommen habe ich allerdings einen Roman voll plattesten Porno und wenig Prickeln.

Die Geschichte wird von Sarah selbst erzählt. Dabei ist die junge Frau eher distanziert und zeigt wenig Gefühl. Für eine Autistin durchaus normal. Als Leserin ist es für mich ab und an schwer gewesen, mich in Sarah hineinzuversetzen, da sie eben so gefühlskalt an vielen Stellen war. Dennoch hat mich ihre Sicht der Dinge interessiert und ich war gespannt zu erfahren, wie sie ihr Liebesleben mit Jonas so meistert.

Der Beginn war auch viel versprechend, immerhin durfte ich dem ersten Mal mit Jonas beiwohnen. Doch ab dem Zeitpunkt, wo Sarah Cat kennenlernt, geht es mit dem Roman rapide bergab. Nicht nur, dass das Abschleppen von Sarah für mich weit hergeholt war, nein, auch das dann folgende Liebesspiel hatte für mich weder was erotisches noch prickelndes.

Ich bin beim Lesen aufgeschlossen, was Erotik zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern angeht. Hier allerdings wirkten die Szenen im Bett wie aus einem Porno kopiert. Da lecken sich die beiden bis zum Schreien, der Tisch wird nass, weil sie sich so anziehend finden und Sarah, für die das alles neu und anders sein sollte, macht fröhlich mit ohne einen Selbstzweifel oder auch nur einen Gedanken an ihren Freund.

Gefühl, ja gar Prickeln habe ich bei jeder Szene vermisst. Die Protagonisten fallen übereinander her, spielen sich an ihren vermeintlich erogenen Zonen (wir Frauen haben davon ja auch nur zwei) und kommen sofort. Von einer Entdeckung des Anderen, von Zärtlichkeiten oder ähnlichem ist nichts zu lesen gewesen. Schade, denn so wirkt der Roman auf mich wie ein zu Papier gebrachter billiger Pornostreifen. Wüsste ich nicht, dass ich es mit einer Autorin zu tun habe, hätte ich auf einen männlichen Schreiberling getippt, der seiner Fantasie um zwei Lesben freien Lauf lässt.

Auch die Story, die Anna Maselina um Sarah spinnt, ist nicht so fesselnd, als dass ich über die Szenen hinwegsehen könnte. Sarahs Gedanken waren für mich zwar immer verfolgbar, jedoch wirkte das Konstrukt unbeholfen und nur als Krückstock für die nächste Bettszene. Das musste nun wirklich nicht sein. Erotische Literatur kann viel mehr!

Der Stil der Autorin ist gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise hat das Distanzierte, Analysierende, was der Autismus mit sich bringen kann, gut eingefangen.

Fazit: Erotik ist das nicht. Wer gern einen reinen Porno in Buchform hätte, darf zugreifen. Für alle anderen heißt es: weitersuchen.

Sonntag, 7. Juni 2015

Bloggergeburtstag - Der Gewinner steht fest!


Hallo Ihr Lieben,

mein erster Geburtstag ist rum und viele Gratulationen haben mich erreicht. Danke dafür!! Und natürlich habe ich auch die Verlosung nicht vergessen.

4 Leute haben kommentiert und die Glücksfee alias mein Kater hat ausgewählt. der Gewinner ist


Herzlichen Glückwunsch! Lieber Uwe, melde Dich einfach bei mir und das Buch geht auf die Reise!

Ich freue mich mit Euch auf viele weitere Monate.

Liebe Grüße
Eure Denise

Mittwoch, 3. Juni 2015

Der Blick hinter die Fassade

Lügentanz
von Ivonne Keller

Eine Leseprobe findet ihr hier

Michaela ist eigentlich mit ihrem Leben zufrieden. Sie hat Mann und Tochter und lebt den Traum des Spießbürgertums. Doch hinter der Fassade bröckelt es. Die Mutter hat große Probleme ihrer Tochter Zuneigung entgegenzubringen, ist deshalb sogar in Therapie. Sie kämpft um ihr normales Leben. Bis zu ihrem Geburtstag. An dem fragt Michaela ihren Mann David, ob er sie noch liebt. Und er sagt eiskalt "Nein!". Eine Welt bricht zusammen, bis zu dem Augenblick, an dem David abstreitet, dass es das Gespräch jemals gab. Wird Michaela verrückt?

"Lügentanz" ist mein zweiter Roman von Ivonne Keller und hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin lädt ihre Leser ein, einen Blick hinter die Kulissen eines vermeintlich heilen Familienlebens zu werfen und lässt den Traum von Normalität Stück für Stück zusammenbrechen.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler wiedergegeben und man folgt in der Hauptsache 2 Figuren: Michaela, Mutter, Haus- und Ehefrau mit großen Selbstzweifeln und Lena, einer jungen, ausbrechenden Frau, die in ihrem Leben das Weglaufen perfektioniert hat. Wie die beiden aufeinandertreffen und was sie überhaupt miteinander zu tun haben, möchte ich nicht verraten, denn das ist Teil der ganz besonderen Geschichte. Allerdings kann ich sagen, dass mir beide Figuren zu Beginn mehr als suspekt waren und ich erst im Laufe des Romans gelernt habe, sie zu respektieren, ja sogar gern zu haben. Dies bekommen bei mir nur wenig Autoren hin und Ivonne Keller hat es geschafft.

Der Roman selbst entwickelt durch seine unsicheren Figuren und die Rätsel, die sich dadurch dem Leser stellen, eine Sogwirkung. Die Autorin holt ihre Leser in einen Alltag, dem man so überall begegnen kann und zeigt dann scheibchenweise, was hinter der Fassade alles schief läuft. Dabei greift sie aber nicht auf bekannte Klischees zurück, sondern verwandelt ihre Geschichte um Michaela in ein ganz eigenes Stück verqueren Lebens.

Hinzu kommt, dass Ivonne Keller ihre Geschichte mit leisen Tönen ohne abgedrehte Schockmomente oder unrealistischen Wendungen erzählt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Story durchaus so geschehen kann und habe Mitgefühl für alle Figuren entwickelt. Bei der ein oder anderen Szene überlief mich sogar ein kalter Schauer der Beklemmung, weil die Autorin gewisse Alltagsszenen so mit Angst besetzt hat, dass ich mich selbst umgeschaut habe, ob bei mir alles okay ist. Diese diffuse, hintergründige Beklemmung hat Ivonne Keller so gut hinbekommen, dass mir ganz anders wurde. Genial!

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. Die losen Fäden werden klug und in sich logisch zusammengeführt, die Erklärungen sind nachvollziehbar und realitätsnah. Während ich beim Vorgänger "Hirngespenster" noch über das Finale enttäuscht war, konnte mich hier die Autorin voll überzeugen.

Der Stil von Ivonne Keller ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist ruhig, unaufgeregt und hat mich von Seite 1 in ihren Bann geschlagen. Durch ihre Ruhe kommt der Schrecken umso plastischer heraus.


Fazit: nichts ist, wie es scheint. Wer ein tollen Roman über die Fassaden im Leben lesen möchte, sollte zugreifen.

Montag, 1. Juni 2015

Buchfasten III - die LLC und ihre Konsequenzen


Hallo Ihr Lieben,

Buchfasten und ich....ja, der Gag nutzt sich auch nach 3 Monaten noch nicht ab *kicher* Wie Ihr anhand meiner tollen Statistik (die übrigens den Knitterstil von meinem Hund erhalten hat) sehen könnt, funktioniert der Abbau total hervorragend. Echt! *einred*

Im Mai sind allein durch die LoveLetterConvention knapp 20 Bücher hinzugekommen. Auf die ich mich alle freue, aber ich hätte mir auf der Messe direkt auch Lesezeit mitgeben lassen sollen.

Desweiteren gab es auch im Mai wieder Bücher, die mich aufgehalten haben. Nicht, weil ich sie nicht beenden wollte, sondern nicht beenden konnte. Ich glaube, so viele Bücher habe ich selten abgebrochen.

Was bleibt zu sagen? Ich mache weiter. Das Fasten geht zwar in den letzten Monat, ich überlege jedoch weiterzumachen. Mein SUB würde es mir danken. Und die Statik der Regale auch ^^