28. Januar 2016

Die Lehren des Jonas

(Quelle: dotbooks)

Und Gott sprach: Es werde Jonas
von Sebastian Niedlich
(304 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Gestatten, Jonas, mittelmäßig erfolgreicher Autor und genervt aus Leidenschaft. Jonas' Leben läuft eher so mittelprächtig, aber immerhin hat er eine Freundin und ein Haus. Nun ja, eine Ex-Freundin, denn der gute Mann ignoriert seine Lena eher, als das er sie auf Händen trägt. Als sie auszieht, will er sie zurück. Und wird dabei von einer Kirchturmspitze tötlich getroffen. Ende der Geschichte? Mitnichten, denn Jonas kommt zurück. Und das Chaos beginnt...

"Und Gott sprach: Es werde Jonas" war mein erster Roman von Sebstian Niedlich und ich frage mich: warum? Der Autor zeigt auf humorvolle und bissige Art, wie unsere Welt mit einem neuen Messias, der keiner sein will, umgehen würde und wie viel Chaos Gott damit produziert. Herrlich!

Die Geschichte wird von niemand anderen als Gott höchstselbst erzählt. Ja, der Big Boss macht sich die Mühe und Freude, uns an dem Leben von Jonas teilhaben zu lassen. Und dabei zeigt sich: Gott hat Humor und ist nicht mit allem einverstanden, was so in seinem Namen passiert. Dabei lässts er Jonas, dessen besten Freund Markus, Mutter Gudrun und Ex (?)- Freundin Lena nicht aus den Augen und wir erfahren aus erster Hand, was es bedeutet, wenn man in einem Leichenschauhaus aufwacht und der Welt erklären muss, was man selbst nicht versteht. Einfach göttlich!


Die Figuren, allen voran Jonas, sind mit sehr viel Liebe zum Detail beschrieben und haben alle ihre Macken. Während der Auferstandene gern mit den Augen rollt, sieht sein bester Freund Schrägstrich Manager Markus bei allem das große Geld und Mutter Gudrun preist den Herrn, das es eine Freude ist. Ich habe alle Figuren ins Herz geschlossen, auch wenn ich gerade mit Jonas zu Beginn gehadert habe. Typisch Mann hat er so viel Einfühlungsvermögen wie eine Schnecke und sieht sich nur zu gern ungerecht behandelt. Doch mit jedem neuen Tag erkennt er mehr und mehr, was er an seinem Leben hat und was wichtig ist. Diese Wandlung war wunderbar und köstlich humorig zu lesen. Ich habe so manches Mal schallend losgelacht, was vor allem morgens in der S-Bahn für komische Blicke sorgte. Und immerhin sind die Berliner einiges gewohnt!


Die Geschichte selbst hat mich von Seite 1 gefangen genommen. Immerhin: man sollte schon zuhören, wenn der Erschaffer von Himmel und Erde spricht. Und das tut er mit so viel Witz, Charme und Ironie, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Schlaf? Überbewertet! Und das Schöne: Sebastian Niedlich hat neben all dem Witz auch so manche ernste Botschaft, die überdeutlich herauskommt, ohne belehrend zu wirken. So passierte es, dass ich von schallendem Lachen zu vielen Tränen innerhalb weniger Kapitel wechselte. So muss ein Leseerlebnis sein.


Der Stil des Autors ist sehr gut und leicht zu lesen. Sebastian Niedlich erzählt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, direkt, mit Ironie und hat sogar Anspielungen für Nerds versteckt. Und wer besonders gut aufpasst, erkennt so manchen Seitenhieb auf den Film "Dogma".


Fazit: Und Gott sprach: Kauft das Buch! Genial! Lesen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen