Montag, 25. Januar 2016

Ein Killer mit Gewissen

Tag Null
von Leif Tewes
(234 Seiten)

Eine Leseprobe und die Möglichkeit zum Kauf findet Ihr hier

Tom ist Scharfschütze und Auftragskiller. Emotionslos führt er die Tötungswünsche seiner Auftraggeber auf. Doch bei seinem aktuellen Job schießt er daneben. Das gab es noch nie. Tom muss sich nun nicht nur seinen Geldgebern stellen, sondern auch mit der inneren Frage nach dem Warum kämpfen und entdeckt dabei, dass sein Opfer viel mehr ist, als er zu Beginn dachte...

"Tag Null" war mein erster Thriller von Leif Tewes und er hat mir gefallen. Der Autor bringt seinen Lesern den Job eines Auftragskillers näher und lässt dabei zu, dass man Sympathie für den Schützen entwickelt. Toll!

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Zunächst folgt man dabei Tom und seinen Recherchen, nachdem er den Fehlschuss abgegeben hat. Dabei wirkt der Killer so menschlich und sympathisch, dass ich ihm seine Morde schon fast verzeihen konnte. Im Verlauf lernt man dann die Ermittler Berg und Landers kennen, die sich mit den abgeschlossenen Aufträgen Toms befassen müssen und sein Beinahe-Opfer Paula beschützen. Diese Mischung gefiel mir gut, wobei ich lieber Tom gefolgt bin, als mit den beiden Polizisten zu ermitteln.

Das lag auch daran, dass die Ermittler mitnichten nur in der Gegenwart aktiv waren. Leif Tewes springt ohne Vorwarnung in die Vergangenheit, in den Kosovo-Krieg, ja sogar in die Ausbildungszeit von Berg und Tom. Diese Zeitsprünge sind unangekündigt und daher für mich zunächst verwirrend gewesen. Denn sie finden einfach so im Erzählfluss statt. Hier hätte ich eine klarere Struktur gut gefunden. Dies hätte auch das Lesen vereinfacht.

Die Geschichte an sich ist spannend erzählt. Wenn man sich erstmal in den Zeiten zurecht gefunden hat, erfährt man so einiges über den Balkan und das damalige Entscheidungen bis heute nachwirken. Erstaunlich fand ich, dass der Autor sich bei Tom sehr viel Zeit für die Charakterisierung genommen hat, während die Ermittler fast zu Nebenrollen degradiert werden. Ich fand das erfrischend anders und toll. Denn damit schaffte Tewes etwas, was selten ist: ich fand den Bösen toll und sympathisch und fieberte mit, dass er nicht gefasst wird.

Der Stil von Leif Tewes ist sehr gut zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt und wirkt so, als ob der Protagonist einem gegenüber sitzt und aus seinen Ermittlungen beziehungweise seinen Plänen erzählt. Toll!

Fazit: keine Nullnummer. Ich kann den Thriller trotz Kritikpunkt empfehlen.


Danke an FHL-Verlag
und
für das Buch!

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