29. Januar 2016

Ein perfider Thriller um Glaube und Blut

Totenprediger
(Red River City Band 1)
von Mark Roberts
(365 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Vor 7 Jahren hat DCI Eve Clay den Totenprediger Adrian White hinter Gittern gebracht. Seitdem hatte sie zu ihm auch keinen Kontakt mehr. Bis zu dem Moment, in dem sie einen besonders abartigen Fall übertragen bekommt: eine 6-köpfige Familie wird bestialisch ermordet. Eve und ihr Team versuchen, diese unfassbare Tat zu ergründen, als sich der Prediger meldet. Seine Nachricht: dies war nur der Anfang!

"Totenprediger" ist der Auftakt der Reihe um DCI Eve Clay und hat mich schwer beeindruckt. Mark Roberts hat mit diesem Thriller etwas geschafft, was bisher nur 2 Autoren überhaupt gepackt haben: er hat mich auf mehreren Ebenen verstört. Dafür zolle ich ihm großen Respekt.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Den Großteil der Zeit folgt man Eve und ihrem Team bei den Ermittlungen und den Versuchen die grausamen und mehr als brutalen Taten zu verstehen. Besonders DCI Clay steht hier im Mittelpunkt. Kapitelweise rückt auch der Totenprediger Adrian White in den Mittelpunkt. Und dessen Ansichten sowie Aussagen haben nicht nur die Figuren, sondern auch mich geängstigt. Was für eine Mischung.

Ich habe beim Lesen am Rande des Horrors getanzt, mit Fortschreiten der Story wurde mein Herz von einer dunklen Hand des Schattens umfasst und genau diese Hand drückte immer mehr zu. Ich war wie gebannt und hatte in den Lesepausen auf einmal Angst durch meine dunkle Wohnung zu gehen.

Die Figuren, die Mark Roberts erschaffen hat, haben von Beginn an eine ungewöhnliche Tiefe. Eve Clay als Hauptfigur ist weder abgewrackt noch stereotypisch, sondern nennt eine intakte Familie und ein gesundes Umfeld ihr Eigen. Das fand ich erfrischend und herausragend. Denn so konnte ich mich voll und ganz auf die Störung des Predigers einlassen. Und der wird vom Autor ebenso tief und facettenreich beschrieben wie die Guten. Sympathie konnte ich für ihn nicht aufbringen, doch das war auch nie in der Absicht von Mark Roberts. Er zeigte mit White die Abgründe der Menschheit und konnte damit sogar mich, die wirklich viel in diese Richtung liest, schocken.

Die Story selbst ist von Seite 1 an fesselnd und entwickelt einen Sog, den man sich nur schwer entziehen kann. Zu Beginn erinnerte das Szenario an "The Purge", doch je mehr ich gelesen habe, desto tiefer verstrickte ich mich in die wahnsinnigen Vorstellungen des Predigers, in die Ermittlungen von Clay und ihren Kollegen und bin am Ende einfach nur unfassbar glücklich, dass das Ende rund und passend ist, zugleich aber viele Gelegenheiten für die Fortsetzung bietet.

Der Stil von Mark Roberts ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, hat auf der anderen Seite aber was leicht mystisches, ohne ins Übersinnliche abzudriften. Ein Sog, dem ich nicht entkommen konnte.

Fazit: Wow! Ich kann es nicht anders sagen. Lesen!

Kommentare:

  1. Hi Denise ♥
    Was für eine Rezension! Wow!
    Das Buch habe ich letztens schon irgendwie auf Facebook gesehen und war schon neugierig geworden. Aber jetzt... am liebsten würde ich in die nächste Buchhandlung stürmen und es kaufen. Das muss noch bis zum Wochenende warten :D
    Danke für die tolle Rezension!
    Hast mich sehr neugierig gemacht!

    Liebe Grüße
    Jacky ♥

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    1. Hi Jacky,

      ich laufe gerade hochrot an. Dankeschön!!! Hach, ich bin grad so stolz und glücklich!

      LG
      Denise

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