Sonntag, 7. Februar 2016

Ein kopfloser Dirigent gibt Berlin Rätsel auf

Abschiedskonzert
von Kristina Herzog
(250 Seiten)

Mehr Infos findet Ihr hier

Die Putzfrau des Berliner Konzerthauses findet den Kopf des Stardirigenten Kolja Fechner. Und nur diesen! Die Ermittler Alexander Rosenberg, der gerade frisch nach Berlin gezogen ist, und Kathleen Neubauer sind ratlos. Wo ist der Rest der Leiche? Und wer tötet einen Künstler? Ihre Ermittlungen lassen die beiden Polizisten in einen Sumpf aus Geld, Macht und Korruption eintauchen.

"Abschiedskonzert" war mein erster Krimi von Kristina Herzog und er lässt mich zwiegespalten zurück. Die Autorin hat eine tolle Art zu erzählen und hat mich so auch gepackt, jedoch ist die Story um Alex und Kathleen gespickt mit Klischees und altbekannten Mustern, so dass mich hier nichts neues erwartet hat.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man sowohl Alexander, der sich gerade in Berlin und seinem Job bei der Kripo einlebt, als auch Kathleen, die als alleinerziehende Mutter wahrlich zu kämpfen hat. Kristina Herzog ließ in meinem Hirn durch ihre Beschreibungen Berlin lebendig werden und ich erkannte viele erwähnte Orte wieder. Das war echt toll beim Lesen.

Die beiden Ermittler habe ich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ins Herz geschlossen. Während Alex im Laufe des Krimis immer selbstsicherer wird, öffnet sich Kathleen und zeigt sich ihrem Kollegen gegenüber nicht nur biestig, sondern sogar mitfühlend. Diese Entwicklungen fand ich gelungen und authentisch. Toll!

Die Story hat mich zwar von Seite 1 mitgenommen, jedoch lag das eher an der Erzählweise der Autorin als am Inhalt. Denn dieser ist altbekannt und wird zum Ende hin auch mit Klischees angefühlt. Ob nun Kathleen ihrem Ex mega hinterher trauert, die Kollegen im Revier sich aufführen wie im Kindergarten oder die Verdächtigen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe angehören. All das fügte sich zwar sehr gut in den Krimi ein, war mir persönlich aber zu viel an aalglatten und vorhersehbaren Fakten. Schade!

Der Stil von Kistrina Herzog ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, manchmal einfach, aber nie langweilig. So konnte sie mich zum Weiterlesen animieren. Eine klasse Sache.

Fazit: Ein Krimi für zwischendurch, aber für Vielleser des Genres zu einfach.  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen