Dienstag, 15. März 2016

Alleinerziehender Vater und Polizist, kann das gut gehen?

Totenfreund
von Jenna Kosig
(228 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

David ist seit 4 Jahren Witwer und alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter. Seine Frau wurde von einem Serienmörder getötet, den David als Kommissar nicht stoppen konnte. Alpträume quälen ihn und dennoch liebt er seinen Job als Polizist. Auch dann noch, als eine junge Frauenleiche auf einem Bauernhof gefunden wird. Deren Körper ist mit Schnittwunden übersät.. Wie damals bei Davids Frau. Was kann das bedeuten?

„Totenfreund“ ist das Debüt von Jenna Kosig und hat mir gut gefallen. Der Thriller ist solide und gut durchdacht und gerade für Einsteiger in das Genre super geeignet.

Die Geschichte wird von der Hauptfigur David selbst erzählt. Dies war schon der erste positive AHA-Effekt für mich. Zwar kenne ich viele Autoren, die in eine Frauenrolle schlüpfen, aber Autorinnen, die sich eine männliche Hauptfigur wählen, das ist selten. Aber Jenna Kosig trifft die männliche Sichtweise in meinen Augen sehr gut.

David erzählt locker und frei von der Leber weg, wie sein Leben als Polizist und Vater läuft. Dabei zeigt er vor allem im Umgang mit seiner Tochter Mia ein großes Herz und ließ mich so manches Mal vor Rührung aufseufzen.
Auf der anderen Seite ist er als Polizist effektiv und seriös. Er arbeitet perfekt mit seinem Partner Philip zusammen, geht akkurat vor und lässt sich, trotz seiner privaten, aber alltäglichen Probleme, nicht von seinem Weg abbringen. Ich hatte bei der Lektüre das Gefühl, einem echten Polizisten über die Schulter zu blicken und nicht einem hochstilisierten Superermittler mit Tonnen an Problemen. Toll!

Die Figuren, die die Autorin erschaffen hat, sind glaubwürdig. Während David echt toll ausgearbeitet ist, hätte ich mir zum Beispiel bei seinem Partner Philip oder auch bei der Reporterin Hannah mehr Tiefe gewünscht. Zwar konnte ich sie mir gut vorstellen, jedoch wären mehr Details hier von Vorteil gewesen.

Die Story an sich ist spannend und fesselnd, für alte Thrillerhasen jedoch recht bald zu durchschauen. Mir hat sie dennoch gut gefallen, denn ich wollte sehen, ob sich mein Verdacht bestätigt. Das wurde er in der Tat, jedoch ist der Aufbau von Jenna Kosig super durchdacht und zudem erzählt sie fesselnd und gleichzeitig erfrischend alltäglich, so als ob man mit David gemeinsam unterwegs ist. Wunderbar!

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist anschaulich und ich konnte mich gut in David einfühlen.

Fazit: ich konnte mich mit Totenfreund anfreunden. Ich kann das Debüt empfehlen.

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