Montag, 7. März 2016

Ich kleb dir eine und zwar tödlich!

Killerverse
(Johannes-Thiebeck-Reihe Band 2)
von Ben Bauhaus
(465 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Johannes Thiebeck ist gerade wieder auf den Beinen und schon wird er wieder in einen Fall hineingezogen. Es gab einen Toten. Nichts neues in Berlin. Jedoch wurden diesem Toten die Hände zusammengeklebt sowie Nase, Mund und Augen verklebt, so dass das Opfer elendig erstickt ist. Gerufen wird Thiebeck von der Schwester einer Zeugin, die absoult mauert. Warum? Was hat sie zu verbergen? Schnell ist Thiebeck wieder mittendrin und merkt schnell: das Opfer in Berlin war nicht das erste....und nicht das letzte.

„Killerverse“ ist der 2. Fall für Johannes Thiebeck aus der Feder von Ben Bauhaus und hat mich überzeugt. Stand in Band 1 noch das Hobby Schachboxen im Mittelpunkt, geht es diesmal um einen Serientäter, der nicht nur Kleber, sondern auch Kinderreime liebt. Eine tolle und für mich spannende Mischung.

Die Geschichte wird von Thiebeck persönlich erzählt. Der bärbeißige und manchmal raue Typ berichtet dabei schonungslos offen und ehrlich, wie er sich seine Ermittlungen vorstellt. Dass er dabei nicht immer den ganz korrekten Dienstweg geht, ist dabei schon unerheblich und macht ihn in meinen Augen auch sympathisch. Thiebeck gibt Einblicke in seine Welt, die nicht immer voller Sonnenschein ist, sondern auch von Gewalt, Druck und traurigen Nachrichten dominiert werden kann. Diese Ehrlichkeit hat mir schon in Band 1 gefallen und kommt hier noch klarer zum Vorschein.

Der Ex-Bulle zeigt bei seinem ganzen Selbstbewusstsein auch etwas, was man selten bei männlichen Ermittlern findet: Einsicht und die Fähigkeit zur Selbstkritik. So steht er sich schnell Fehler ein, erkennt seine Arroganz und auch, wie er hätte anders reagieren können. Und ja, auch der fast 2 m große Ermittler kann manchmal kindisch sein, was mich als Leserin immer wieder grinsen ließ. Denn solche Situationen haben was von....nun Ihr wisst, was Männer machen, wenn sie sich beweisen wollen, wer besser ist ;)

Die Story selbst ist spannend und fesselnd erzählt. Die Jagd nach dem Mörder beginnt langsam und man ist gezwungen mit Johannes ganz von vorn zu ermitteln und zu recherchieren. Das hat mir hier sehr gut gefallen. Auch werden die Ermittlungen logisch durchgeführt, wenn auch nicht immer so, wie man es von der normalen Polizei kennt. Zusätzlich spielt Thiebeck noch den guten Samariter für einen Boxkumpel und entführt seine Leser somit in die dunklen Ecken Berlins. Hier trägt er dann auch mal dicker auf, was für mich aber noch realitätsnah war.

Das Finale hat mir gut gefallen, auch wenn ich schon vorher ahnte, wie es ausgeht. Das war aber gar nicht schlimm. Schade fand ich, dass Ben Bauhaus auf den letzten 20 Seiten noch so viele Enthüllungen gebracht hat, die für locker 50 bis 70 zusätzliche Seiten gereicht hätten. Hier hätte ich mir mehr Entspannung gewünscht. Dennoch bin ich mit dem Thriller sehr zufrieden.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Bauhaus Erzählweise ist direkt, offen und er macht keinen Hehl um Verletzungen, Tatorte, aber auch nicht um Emotionen, wenn es denn passt. Eine feine Mischung.

Eine Anmerkung noch: Thiebeck bezieht sich oft auf seinen ersten Fall. Daher ist es ratsam, die Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen.

Fazit: An der Story klebte ich fest. Ich kann das Buch empfehlen.

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