7. April 2016

Einmal das Tagesmenü mit Geiselnahme, bitte!

Fürchte Dich
von J.S. Carol
(336 Seiten)


Mehr Informationen findet Ihr hier

J.J. Johnson kommt dann, wenn deine Karriere zu scheitern droht. In L.A. führt sie eine erfolgreiche PR-Agentur und hilft Promis nach einem Skandal wieder auf die Beine zu kommen. So auch Alex King, einen jungen aufstrebenden Schauspieler. Im Alfie's, einem DER Restaurants der Stadt, hat sie ihm einen Tisch besorgt und sitzt nur wenige Meter von ihm entfernt beim Lunch. Das Leben könnte nicht besser sein. Bis zu dem Zeitpunkt, als ein vollmaskierter Attentäter das Lokal betritt und die nächsten Stunden in einen Alptraum verwandelt...

„Fürchte Dich“ ist mein erster Thriller von J.S. Carol und hat mir sehr gut gefallen. Der Autor, der hierzulande mit „Broken Dolls“ einen Bestseller gelandet hat, lässt seine Leser in die Welt der Schönen, der Reichen und der ganz schön Reichen von Los Angeles eintauchen und zeigt auf imposante Art, wie klein die Welt doch in den Fängen eines Geiselnehmers werden kann.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei sitzt man nicht nur mit den Gästen des Alfie's beim Lunch, man recherchiert auch mit den Journalisten vor dem Lokal über das Warum, Wer und Wie. Diese Mischung, gepaart mit teilweise extrem kurzen Kapiteln, hat mich sofort gepackt und J.S. Carol hetzt dabei seine Leser wie seine Figuren. Jedoch verliert er dabei nie das große Ganze aus den Augen, so dass ich mich beim Lesen wie in einem sehr guten Actionfilm fühlte.

Die Figuren sind gut und für den Thriller ausreichend ausgearbeitet. Ich konnte mich in die einzelnen Protagonisten hineinversetzen und deren Gedankengänge nachvollziehen. Wer aber tiefgründige Charaktere mit innerer Zerrissenheit erwartet, ist hier falsch. J.S. Carol überzeugt mit seinem Roman durch die Geschichte und die vielen Twists, nicht durch Charakterstudien, was für mich vollkommen okay war.

Die Story selbst besticht durch den eigenen Kampf Gewissen vs Sensationslust. Denn auf der einen Seite habe ich mit den Geiseln gebangt und gehofft, dass alles gut geht. Auf der anderen Seite war ich wie die Journalisten: ich wollte einfach wissen, warum der Attentäter sich ausgerechnet dieses Restaurant mit diesen Menschen ausgesucht hat. Und so war ich von Kapitel zu Kapitel hin- und hergerissen und auch über mich selbst überrascht. Hinzu kommt, dass der Autor mich mit bestimmten Handlungen des Täters einfach überrumpelt hat. Einige Schlüsselszenen habe ich dadurch auch mehrmals gelesen, weil ich es einfach nicht glauben konnte. Bildlich gesprochen ist mir das Popcorn aus dem Mund gefallen vor Überraschung. Echt klasse!

Das Finale inklusive der Auflösung war solide, wenn auch nicht hoch überraschend. Dennoch passt es zum gesamten Buch und lässt mich insgesamt zufrieden zurück.

Der Stil von J.S. Carol ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, schnörkellos und teilweise detailreich. Er weiß, wie man schnell Spannung aufbaut und sie hält. Toll!

Fazit: ein solider, spannender Thriller für einen tollen Nachmittag. Ich kann ihn empfehlen.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Das klingt richtig, richtig gut! :-) Noch ein Thriller, der auf die Wunschliste muss...

    LG,
    Mikka

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    1. Hi Mikka,

      das freut mich, das es für dich gut klingt. Auf das es bald gelesen werden darf von dir :)
      LG
      Denise

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