Sonntag, 10. April 2016

Sklaverei in Deutschland

Götter
von Will Hofmann
(444 Seiten)


Weitere Informationen findet Ihr hier

Deutschland in der Zukunft: in 4 voneinander getrennten Reservaten werden Männer und Frauen als Sklaven unter widrigsten Bedingungen gehalten, kaum mit Bildung, dafür mit Angst versorgt. Agnes gelingt die Flucht aus einem dieser Reservate. In den Wäldern schlägt sie sich durch. Bis sie auf Gunther trifft. Sie muss erkennen, dass es nicht nur Frauen auf der Welt gibt. Welche Geheimnisse gibt es noch?

„Götter“ war mein erster Roman von Will Hofmann und hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Die Idee zum Buch klang sehr spannend, jedoch ist die Umsetzung in weiten Teilen nicht so mitreißend, wie ich es erhofft hatte.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei bekommt man sowohl einen Einblick in das Leben in den Reservaten als auch in das scheinbar normale Leben außerhalb. Interessant dabei war für mich, dass in den Reservaten die Zeit stehen geblieben scheint. So sprechen und agieren die Gefangenen wie im Mittelalter, werden von den Göttern mit ungenügender Bildung versorgt und bekommen von einem für uns normalen Alltag überhaupt nichts mit. Das hat mich fasziniert und auch erschrocken zurückgelassen. Denn Will Hofmann zeigt hier mit einem guten Blick auf, wie schnell und heftig Macht missbraucht werden kann.

Mit den Figuren, vor allem mit Agnes und Gunther wurde ich leider so gar nicht warm. Durch ihre doch starke Weltfremdheit blieben sie mir emotional fremd und ich konnte mich nicht mit ihnen identifizieren. Auch der fehlende Bildungsgrad und die damit einhergehende Kindlichkeit waren für mich Punkte, die zwar die Charaktere glaubhaft machten, für mich aber eine große Anstrengung beim Lesen darstellten. Hier hätte ich mir etwas mehr Lockerheit gewünscht, auch wenn dadurch ein Teil der Glaubwürdigkeit flöten gegangen wäre.

Die Story an sich ist gut und überzeugend erzählt. In den einzelnen Kapiteln wechselt man immer wieder zwischen verschiedenen Begebenheiten in und außerhalb des Reservates, was mir sehr gut gefallen hat. Der Verlauf des Romans hätte für mich an manchen Stellen kompakter und somit spannender sein können. Insgesamt ist das Werk von Will Hofmann zwar gut zu lesen, aber nichts, was mich komplett in den Bann gezogen hat.

Der Stil des Autors ist gut zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, schnörkellos und seinen Figuren angepasst. So berichtet er in einfachen Worten, wenn der Leser Agnes begleitet und wechselt seinen Stil, wenn man wieder in der „normalen“ Welt ist.

Fazit: Die Götter haben mich nicht vollends überzeugt. Schade!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen