31. Mai 2016

2. Bloggeburtstag! Lasst die Korken knallen!

(Quelle: pincaption.com)


Hallo Ihr Lieben,

lasst die Korken knallen, schwingt die Hüfte und jubelt: Mein Blog wird heute 2 Jahre alt! 24 Monate voller Rezensionen, Erlebnissen und Begegnungen liegen nun hinter mir. Und es ist mir immer noch ein Fest, zu bloggen und Euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen.

Während ich letztes Jahr um diese Zeit 20.000 Besucher hatte, rennt der Zähler nun mit Riesenschritten auf die 56.000 zu. 56.000 Klicks für meine Gedanken. Ich bin baff und happy!

Und auch die Begegnungen, die ich im vergangenen Bloggerjahr erleben durfte, waren großartig. Von Martin Krist, der sich  meinem ersten Live-Interview stellte über Sebastian Fitzek, der seine Kabine für das Interview bereit hielt bis hin zu Peter v. Brett, einer DER Fantasyautoren aus den USA. Alle schenkten mir Vertrauen und Aufmerksamkeit, hörten geduldig zu und beantworteten jede noch so dusslige Frage ;) Dafür ein riesen Dankeschön!

Ein großes Dankeschön geht auch an die Verlage und Selfpublisher, die mich mit Büchern versorgen und meinen Postboten somit Arbeit geben ;)

Das letzte und größte Danke geht aber an EUCH! Denn ohne Eure Klicks, Likes, Herzen, Kommentare und Co. wäre ich einfach nur eine kleine Website mit Meinungsäußerung. Tausend Dank an jeden einzelnen!

Und weil ein Geburtstag ohne Geschenke kein Geburtstag wäre, gibt es bei mir auch was zu gewinnen:

Ich verlose ein signiertes Exemplar von Vincent Klieschs "Im Augenblick des Todes". Und nein, es ist nicht von mir signiert, sondern vom Autor höchstpersönlich. Was müsst Ihr dafür tun?

- Liket meine Facebook-Seite, werdet Follower bei Twitter oder über Google Friend Connect.
-Hinterlasst mir einen Kommentar. Dabei ist es egal, ob hier, auf Facebook oder bei Twitter.

Das war es schon. Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich 5. Juni 2016. Den Gewinner werde ich per Mail, PN oder DM benachrichtigen, je nachdem auf welchem Kanal er unterwegs ist. 

Achtung! Ich versende nur nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. 

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Eure Denise

27. Mai 2016

Der Tod lauert im Gebüsch

Denn mir entkommst du nicht
(Schneidmann/Käfer - Reihe Band 4)
von Christine Drews
(319 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Charlotte Schneidmann ist aus der Elternzeit zurück und muss sich mit ihrem Kollegen Käfer direkt um einen brutalen Mord kümmern: Am Aasee in Münster wird die Leiche einer Prostituierten gefunden. Der Unterleib ist bestialisch zerstört worden, ansonsten scheint die Tote aber nahezu unberührt. Bei der Obduktion kommt heraus: die Tote war schwanger. Wo ist das Kind? Wer tötet eine Mutter. Das Team muss schnell handeln!

„Denn mir entkommst du nicht“ ist bereits der 4. Fall für das Duo Schneidmann/Schäfer, aber mein erster Krimi von Christine Drews. Dachte ich zu Beginn, ich bekäme einen weiteren, eher ausgelutschten Krimi um den Tod einer Dirne, hat mich die Autorin positiv überrascht und in ihren Bann gezogen.

Ein Hinweis vorab: der Klappentext verrät wieder mal viel zu viel. Wer sich also noch mehr Spannung bewahren will, sollte einfach drauf los lesen!

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man zum Großteil den Ermittlungen von Charlotte und ihrem Partner Käfer, bekommt jedoch ab und an auch Einblicke in das Leben des Hauptverdächtigen Antonio Gomez. Diese Wechsel inklusive Abstecher in die Privatleben haben mir sehr gut gefallen, zumal ich gerade das Ermittlerduo schnell ins Herz geschlossen habe.

Charlotte und Käfer sind Polizisten wie aus dem normalen Leben. Sie haben Familie, lieben ihre Partner, kämpfen mit den Überstunden und tauschen sich mit ihren Kollegen aus. Christine Drews zeigt mit ihrem Krimi auf, dass die Polizeiarbeit nicht nur aus wilden Verfolgungsjagden und Ermittlungen in den dunkelsten Abgründen der Menschheit besteht. Genau dieser erfrischend normale Alltag hat mich so fasziniert. Und es gibt sogar etwas auffallendes: endlich ist mal kein großkotziger Staatsanwalt oder nerviger Chef vorhanden, der seinen Ermittlern das Leben noch zusätzlich schwer macht.

Obwohl ich die Vorgängerfälle der beiden noch nicht kenne, habe ich mich super in die Story hinein gefunden. Zu Beginn gibt es ein paar kleine Rückblicke, die mir ein Gefühl für das Umfeld der Polizisten vermitteln konnte. So fühlte ich mich von Beginn an mitten in den Ermittlungen und hatte nicht das Gefühl, irgendwo eine Wissenslücke zu haben. Christine Drews schaffte es, mich von Beginn an bei Laune zu halten. Der Krimi ist solide aufgebaut und besticht durch eine beständige Spannungssteigerung. Echt klasse!

Das Finale ist logisch herbeigeführt und in sich geschlossen. Ich dachte beim Lesen, dass ich den Täter schon enttarnt hatte und wollte schon lospoltern, als mich die Autorin dann überraschen konnte. Es gibt nicht mehr viele Autoren, die mich so aufs Glatteis führen können. Der Höhepunkt waren die letzten beiden Kapitel, bei denen ich sogar die ein oder andere Träne wegwischen musste.

Der Stil von Christine Drews ist leicht und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise besticht durch Lockerheit und durch die richtige Mischung aus detailgetreuen Beschreibungen und logischen Schlussfolgerungen.

Fazit: Fall 4 war zwar mein erster, aber definitiv nicht mein letzter! Lesen!

25. Mai 2016

Eine Schachtel voller Geheimnisse

(Quelle: Luebbe)

Leons Erbe
von Michael Theißen
(232 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Katja trauert um ihren Sohn. Leon wurde von einem Auto überfahren und hatte keine Chance. Die Mutter weiß weder aus noch ein. Da bekommt sie von einem Notar einen komischen Anruf. Er hätte etwas für sie. In der Kanzlei überreicht er ihr eine Schatulle, die Leon vor seinem Tod dort hinterlegt hat. Der Inhalt: das Armband von Katjas Schwester Nicci, die seit über 6 Monaten verschwunden ist....

„Leons Erbe“ ist das Debüt von Michael Theißen und hat mir insgesamt gut gefallen. Der Autor strickt ein dichtes Netz aus Geheimnissen, offenen Fragen und verbindet dies geschickt mit Thrillerelementen.

Die Geschichte wird von der trauernden Mutter Katja selbst erzählt. Dabei wird man direkt in die Trauerphase geworfen, muss miterleben, wie unterschiedlich Katja und ihr Mann Markus mit der Trauer umgehen und dass der Familie noch ein weiteres Unglück passsiert ist. Katjas Schwester Nicci ist vor mehr als 6 Monaten spurlos verschwunden und die Polizei findet keinerlei Anzeichen, wo die junge Frau stecken könnte. Diese Schicksalschläge üben Druck auf die Hauptfigur aus und ich konnte es durch die starke und emotionale Erzählweise des Autors sehr gut nachfühlen.

Ich konnte mich mit Katja gut identifizieren. Ihre Gedankengänge waren klar nachvollziehbar, geprägt von Wut, Traurigkeit und auch teilweiser Hoffnungslosigkeit, was mir das Gefühl gab, dass ich hier einer im Inneren zerrissenen Mutter zu folgen. Das hat mir sehr gut gefallen. An manchen Stellen hätte ich anders gehandelt, aber konnte Katja dennoch sehr gut verstehen. Und das ist für mich das Wichtigste: ich muss nicht alles gut heißen, will es aber verstehen. Hier hat Michael Theißen ganze Arbeit geleistet.

Die Story hat mich von Beginn an für sich eingenommen. Die Spannung baut sich Schritt für Schritt auf und mit jedem neuen Rätsel wurde ich verwirrter. Und so kam es, dass ich beim Lesen fast meine Haltestelle verpasst hatte, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Zum Ende hin häufen sich leider die Zufälle. Hier hätte ich mir mehr Nähe zu Realität gewünscht, aber für die Geschichte waren diese Wendungen notwendig, da ohne sie kein Vorankommen möglich gewesen wäre. Da mir der Thriller insgesamt sehr gut gefallen hat, kann ich über diese Schwäche hinwegsehen.

Der Stil von Michael Theißen ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist sehr dicht, gespickt mit Details und absolut passend für eine trauernde Frau. Ich hatte beim Lesen zu keinem Moment das Gefühl, dass hier ein Mann schreibt. Chapeau!

Fazit: Leons Erbe steckt voller Rätsel. Lesen!

24. Mai 2016

Eine Lanze für Selfpublisher oder auch "wer lesen kann, ist klar im Vorteil!"

(Quelle: www.simafore.com)


Hallo Ihr Lieben,

momentan geht es in der Bloggerwelt hoch her. Der Grund: Selfpublisher. Um genauer zu sein, die schwarzen Schafe, die es schaffen, jegliche Hinweise zu überlesen und mit ihren ungefragten Rezensionsexemplaren Blogs und deren Inhaber zu überziehen. Die Konsequenz? Tollen und von mir geschätzten Bloggerinnen wie Papiergeflüster oder Bröselchen von Brösels Bücherregal platzt der Kragen. 

Und auch wenn ich die Ansichten, die die beiden stellvertretend für viele darlegen, sehr gut nachvollziehen kann, brennt es mir unter den Nägeln, meine Sicht der Dinge kund zu tun. Denn nicht alles ist schlecht in der Selfpublisherwelt.

Meine Erfahrungen
Ja, auch ich bekomme Mails von Debütautoren, die ihre Werke komplett ohne Verlag und in Eigenregie herausbringen. Und auch mir passiert es, dass ich eine romantische Komödie angeboten bekomme, weil man meinen Blog sooooo toll findet und es ja genau meinem Genre entspricht. Äh nein, ein Blick in die letzten 5 Rezensionen und man sieht recht gut, für was mein Herz schlägt. Auch die Mails a la "ich lese mit Begeisterung deinen Blog und finde xy total spannend" kenne ich und weiß aus guten Quellen, dass dies DER Tipp unter Selfpublishern ist, um sich bei einem Blogger beliebt zu machen. Funktioniert nur nicht, wenn man so eine Mail in ähnlicher Art und Weise 10x bekommt ;)

Aber genug des negativen. Denn es gibt auch die andere, für mich mehr erlebte Seite: eine freundliche Mail mit richtiger Ansprache, ein kurzer Einblick in das Wie und Warum sowie der Link zu einer Leserprobe und der Bitte um eine kurze Rückmeldung. So mag ich das. Denn durch die Leseprobe weiß ich schnell, ob mir Stil und Thematik liegen. Darauf habe ich bisher immer geantwortet. Denn wer für mich persönlich in die Tasten haut, dem schreibe ich auch zurück. 


Qualität oder auch "Wie war das mit der Spannung?"
Ich habe im Thrillerbereich vieles durch, kenne so manche "überraschende" Wendung und bin da echt nicht zimperlich. Wer mir einen Abklatsch des 432. Frauenmörders, der in seiner Kindheit von Mama missbraucht wurde, anbietet und dazu noch wie ein Schulkind erzählt, muss auch mit einem dementsprechenden Feedback leben. Qualität mache ich nicht am Status Selfpublisher oder Verlag fest, denn hier habe ich bei beiden schon daneben gegriffen.

Im Gegenteil: wo mich die Verlagsautoren letztes Jahr reihenweise enttäuscht haben, konnten mich freie Schreiber ohne Verlag regelrecht begeistern. Die Perlen gibt es und ich tauche gern danach. Nur bin auch ich kein Apnoetaucher, sondern schon gezielt, was meine Ansprüche angeht.


Deal with it
Womit jeder bei mir leben muss, ist meine teilweise knallharte, ehrliche Meinung. Und auch hier ist es mir egal, ob ich einen Debütanten vor der Nase habe oder den gestandenen Bestsellerautor. Wenn mir was nicht gefällt, sage ich es. Und auch umgekehrt: wenn ich etwas genial finde, sage ich es auch. Direkt und ohne Schleimerei.

Da habe ich bisher sehr gute Erfahrungen mit Selfpublishern gemacht: bis auf eine Ausnahme wurde meine Kritik angenommen, ohne sich zu rechtfertigen. Mal wurden mir Details genannt (was ich persönlich echt toll fand), aber noch nie kam ein "Ich habe es dir kostenlos gegeben, also mach Werbung". Ich bin keine Litfaßsäule, keine Tauschbörse und schon gar nicht Werbeplattform. Ich veröffentliche nur, hinter dem ich auch stehe. Punkt!


Was ich mir wünsche
Tja, eigentlich möchte ich gern, dass es so bleibt, wie es gerade ist. Ich mag Selfpublisher, habe so manches großartige Werk entdeckt, bei dem ich mich gefragt habe, warum kein Verlag daran interessiert ist. 
Ich wünsche mir, dass die Selfpublisher ebenso wenig über einen Kamm geschert werden, wie wir Blogger uns das wünschen. Denn warum sollten ein paar schwarze Schafe uns die Freude an den wunderbaren, einzigartigen und wirklich toll erzählten Geschichten nehmen?

Was ich sagen will: ein Verlag ist kein Qualitätssiegel. Lasst euch öfter auf ein Abenteuer ein!

Eure Denise

22. Mai 2016

Meine Welt hielt den Atem an

(Quelle: Jessica Winter)
Wenn du mich sehen könntest
von Jessica Winter
(402 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Nate studiert Jura, hat seinen Dienst bei der Feuerwehr quittiert und kämpft nachts mit seinen Dämonen. Das Leben ist für ihn dennoch erfüllt, denn er lebt mit seinem besten Freund Toby zusammen und arbeitet nebenbei in einer großen Kanzlei. Als er bei Recherchen aus Versehen den Computer in seinem Büro lahmlegt, ruft er die Helpline der Uni an und trifft dabei auf Lexi. Diese antwortet mit so viel Witz und Charme, dass Nate nicht lang fackelt. Doch ist er auf das vorbereitet, was Lexi vor ihm verbirgt?

„Wenn du mich sehen könntest“ ist bereits der dritte Roman aus der Feder von Jessica Winter und hat mir wieder ausnehmend gut gefallen. Ich stehe mit dem Genre Romantik auf Kriegsfuß, für mich kann es nicht blutig genug sein, doch die Autorin hat mich mit ihrer Erzählung um Lexi und Nate von Seite 1 an gefangen genommen und nicht mehr losgelassen. Chapeau!

Die Geschichte wird abwechselnd von Lexi und Nate erzählt. Dabei erfährt man sowohl von den Problemen und Sorgen, als auch von den Sonnenseiten ihrer Leben. Während Nate, der eigentlich Nathan heißt, sich voll in seine Arbeit in der Kanzlei reinhängt und kaum was anderes kennt, verzaubert Lexi, die nur von ihrer Mutter Alexandra gerufen wird, ihn mit Witz, Schlagfertigkeit und extrem viel Wissen. Doch auch Nate trifft bei Lexi mit seinem Humor und seinem Wortzwitz ins Schwarze. Es war mir jedes Mal eine Freude, wenn die beiden sich am Telefon und später bei ihren Treffen nichts geschenkt haben. Mein innerer Geek hat bei den vielen Anspielungen auf Arrow und Computerspiele gejubelt. Jessica Winter hat mit ihren beiden Protagonisten ein mehr als sympathisches und dynamisches Duo erschaffen.

Wer glaubt, hier eine 08/15-Lovestory serviert zu bekommen, könnte nicht weiter daneben liegen. Die Figuren sind authentisch, realistisch, haben alle ihre Ecken und Kanten und ihre Probleme sind echt. Es gibt keine „Oh Gott, mein Nagel ist abgebrochen“-Teenie-Probleme. Die Sorgen der beiden Hauptfiguren und auch die Bedenken ihrer Freunde sind echt, teilweise traumatisch, aber nie übertrieben. Ich habe jede Handlung verstanden, jeden Gedanken verfolgt und war einfach so gefangen, dass ich nicht ganz 2 Tage zum Lesen benötigte.

Die Story selbst ist geradlinig und so herzerwärmend wie dramatisch, dass ich schon im ersten Drittel Tränen vergossen habe. Dabei trägt die Autorin nicht dick auf, sondern gibt ihren Charakteren genug Freiraum um sich zu entfalten. Jessica Winter lässt nicht künstlich Konflikte wachsen, sondern zeigt, dass eine Geschichte auch dann funktioniert, wenn die Figuren miteinander reden. Es war für mich erfrischend normal und doch einzigartig. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ich im Laufe des Werkes gelacht, geweint, geschrien habe und sogar Angst hatte. Diese Achterbahn der Gefühle löst kaum jemand so zuverlässig aus wie Jessica Winter.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist gefühlvoll, ohne Kitsch und mit so viel Mut zur Direktheit, dass ich mit Nate und Lexi gern meine Zeit verbracht habe.

Fazit: Ein Roman wie kaum ein zweiter Kein Kitsch, sondern tiefe Bekenntnisse. Lesen!

21. Mai 2016

Vom Suchen und Finden der Sinnhaftigkeit

Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint
(Die Auslese Band 3)
vonn Joelle Charbonneau


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Cia ist sich sicher: die Auslese muss beendet werden. Mit den Informationen, die sie gesammelt hat, begibt sie sich zu Präsidentin Collindar, um alles aufzudecken. Die Präsidentin hört ihr zu und übergibt Cia eine Aufgabe, die größer scheint, als alles, was sie je bewältigen musste. Kann sie es schaffen und somit das brutale Auswahlverfahren stoppen?

„Die Auslese – Nichts ist, wie es scheint“ ist der Abschluss der Trilogie von Joelle Charbonneau und wurde von mir heiß ersehnt. Was ich jedoch dann zu lesen bekam, ließ mich zwischen gähnender Langeweile und tiefem Nachdenken schwanken. Ich bin immer noch unentschlossen, was ich von dem Finale halten soll und das Gefühl der Enttäuschung macht sich breit.

Die Geschichte wird, wie in den beiden Büchern davor auch schon, von Cia selbst erzählt. Die junge Frau hat eine erstaunliche Wandlung hinter sich. War sie in Band 1 noch die Superanwärterin, ist sie in Band 3 gereift, nachdenklicher und auch menschlicher geworden. Das gefällt mir sehr gut, denn die Entwicklung passt zu den Erlebnissen, die Cia durchmachen musste. Allerdings wird sie gerade in diesem Teil der Trilogie so nachdenklich, vorsichtig und fast ängstlich, dass ich sie ab und an am liebsten geschüttelt hätte. Hier hätte ich mir wieder mehr Mut gewünscht.

Generell ließ mich nicht nur Cia fast wahnsinnig werden. Der gesamte Verlauf der Story schwankte zwischen gähnender Langeweile, Sinnsuche und großartiger Spannung. Während die erste Hälfte von Suchen, Laufen, Nachdenken und Grübeln geprägt war und mich fast zum Aufgeben gezwungen hätte, wurde es in der zweiten Hälfte durch das Aufdecken vieler Hintergründe richtiggehend spannend. Doch auch hier war es nicht durchgehend nervenzerreißend, so dass ich auch hier einige Male Absätze überflogen habe, in denen Cia einfach nur irgendwo hingelaufen, stehengeblieben und nachgedacht hat.

Generell wird in diesem Roman viel nachgedacht, abgewogen, überlegt und nochmal gegrübelt. An sich mag ich es, wenn eine Hauptfigur nicht kopflos handelt, ihre eigenen Ansichten in Frage stellt und sogar die eigene Meinung überdenkt. Hier war es mir jedoch zu viel des Guten. Cia hat alles, abr auch wirklich alles in Frage gestellt, egal, ob es nun um die Auslese an sich ging (was ich sinnvoll fand) oder einfach nur, welchen Weg sie entlang laufen soll. Hier habe ich mir den Heißsporn aus Band 1 zurückgewünscht, der einfach mal gemacht hat, anstatt ewig nachzudenken.

Und so kam es, dass auch die Auflösung mich nicht mehr vom Hocker geschmissen hat. Denn vieles war schon klar, die offenen Enden wurden früh zusammengeführt und so war das Ende nur logisch, aber ebend nicht mehr das Feuerwerk, das für diese Reihe angebracht gewesen wäre. Dennoch passt der Abschluss insgesamt und lässt keine Fragen offen.

Der Stil von Joelle Charbonneau lässt sich gut, wenn auch nicht immer flüssig lesen. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob die Autorin ihre Erzählweise geändert hat, aber an so mancher Stelle wirkten die Sätze hölzern, gestelzt und fast kindlich. Hinzu kommt, dass sich der Satzbau in vielen Szenen wiederholt hat und zwar so oft, dass es mir aufgefallen ist. Und mir fällt sowas selten auf.

Fazit: ein Abschluss, der die Reihe nicht würdigt. Kein kompletter Reinfall, aber auch kein Hurra. Schade!

15. Mai 2016

Leif ist live - Ein Abend mit Juliane Käppler


Hallo Ihr Lieben,

Lesungen kommen nie allein. Und so trieb ich mich am Freitag abend in der Disko Buchhandlung in Pankow rum, um endlich mal Max Leif und seine Erschafferin Juliane Käppler kennezulernen. Wie es war? Das erfahrt Ihr hier...

14. Mai 2016

Von Spandau bis Nottingham - Ein Abend mit Vincent Kliesch


Hallo Ihr Lieben,

endlich war es wieder mal soweit: ich war auf einer Lesung. Diesmal durfte ich Vincent Kliesch lauschen. Wie es mir bei der vertrauten Veranstaltung bei Bücher am Nonnendamm gefallen hat, erfahrt ihr hier...

12. Mai 2016

Was ist auf der anderen Seite?

(Quelle: Amazon)

Zwei Seiten einer Mauer
von Alexander Stapper
(348 Seiten)


Mehr Informationen findet Ihr hier

Theo lebt in einer kleinen Stadt hinter hohen Mauern. Das Mauerwerk schützt die Bewohner vor den Infizierten. Doch Theo lässt sich davon nicht einschüchtern. Er will wissen, was hinter der Mauer liegt, was ihn draußen erwarten könnte. Und erfährt das schneller, als ihm lieb ist....

„Zwei Seiten einer Mauer“ ist das Debüt von Alexander Stapper und hat mir insgesamt gut gefallen. Der Autor greift auf einen klassischen Dystopie-Aufbau zurück, konnte mich aber mit so mancher Begebenheit und dem Finale überzeugen.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei erfährt man vor allem, wie Theo und seine Freunde Pitz und Hanna mit dem Leben innerhalb der Mauern klar kommen, wie sich ihr Alltag gestaltet und mit welchen Widrigkeiten sie zu kämpfen haben. Hierfür lässt sich Alexander Stapper Zeit und Raum und gibt somit auch seinen Lesern die Möglichkeit, die 3 Freunde gut kennenzulernen. Diese Vorgehensweise fand ich toll, wenn gleich ich mir an manchen Stellen eine Straffung gewünscht hätte.

Leider erfährt man nicht viel über die Infizierten und wie es dazu kam, dass die Welt nun so aussieht, wie sie ist. Es gibt zwar Andeutungen, doch diese sind in meinen Augen zu wenig und zu ungenau. Hier hätte ich mehr Details oder gar einen Rückblick toll gefunden.

Zur Mitte hin nimmt der Roman dann an Fahrt auf und in der zweiten Hälfte lässt Alexander Stapper seinen Lesern kaum Zeit zum Luft holen. Hier kommt es dann auch zu einem Wechsel der Figuren, so dass man nochmals neue Blickwinkel und Ansichten kennenlernt. Eine klasse Idee, jedoch war der Bruch sehr abrupt. Es wirkte auf mich so, als ob hier zwei Teile einer Geschichte zusammengeführt wurden und einfach der Übergang vergessen wurde. Eine sanfte Überführung hätte mir den Wechsel erleichtert.

Wirkt die Dystopie zu Beginn vom Aufbau recht typisch, findet der Autor in der zweiten Hälfte zu seiner ganz eigenen Geschichte. Eine klasse Wandlung. Gern hätte ich auch hier wieder mehr über die Hinter- und Beweggründe seiner Figuren erfahren. So war das Finale zwar spannend, aber nicht immer greifbar.

Der Schreibstil Stappers ist einfach und gut zu lesen. Seine Erzählweise ist schnörkellos, direkt und konzentriert sich aufs Wesentliche. Für mich hat sie zur Geschichte gepasst.

Fazit: ein solides, wenngleich ausbaufähiges Debüt. Dennoch allein wegen der Idee lesenswert.

9. Mai 2016

Gib Acht auf deine Kehle!

(Quelle: Digital Publishers)

Gehasst
von Andreas Schmidt
(380 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

In Wuppertal wird eine junge Frau im wahrsten Sinne des Wortes totgebissen. Ihr Mörder hat ihr die Kehle herausgerissen und ist auch sonst nicht zimperlich mit ihr umgegangen. Franka und ihre Kollegen sind zunächst ratlos, folgen dann aber den noch brauchbaren Spuren, die der Mörder hinterlassen hat und müssen schnell erkennen, dass der Beißer vor nichts halt macht!

„Gehasst“ war mein erster Thriller von Andreas Schmidt und lässt mich nach dem fulminanten Start ernüchtert zurück. Der Autor erzählt eine großartige Idee, kommt aber zu schnell und glatt zum Punkt und reißt somit Löcher in die Spannung.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur den Ermittlern, die gewissenhaft und schnell recherchieren, sondern lernt auch intensiv den Täter und seine Opfer kennen. Das fand ich großartig. Gerade der erste Abschnitt des Buches beschäftigt sich ausschlicßlich mit der ersten Tat des Mörders. Und diese Tat wird von Andreas Schmidt detailreich, tiefgründig und mit viel Blut erzählt. So muss das sein!

Nach dem tollen ersten Kapiteln erfolgte dann schnell die Ernüchterung. Leider! Denn der Autor lässt seine Polizisten zunächst unlogisch in eine Richtung ermitteln, nur damit sie wenig später DEN Geistesblitz erhalten, in welchem Umfeld der Täter sich aufhalten könnte. Ich finde es sehr gut, wenn auch Ermittler mal Fehler machen, jedoch verrannten sich Franka und ihr Team sehr stark in eine Idee, so dass es mich verwunderte, dass sie bald darauf für eine andere Theorie so brannten.

Generell liefen die Ermittlungen mit dem Fortschritt der Story immer glatter ab. Zufälle häuften sich und so kam es, dass die Polizei rasant auf den Beißer kam. Das ist zwar für die verschonten Opfer großartig, für mich als Leserin war es zu fix. Ich fand es zudem schade, dass Andreas Schmidt nach der mehr als gelungenen Einführung die Beweggründe des Täters so fix abhandelt. Denn die Neigung des Beißers bot genug Potenzial um nicht nur mehr zu erzählen, sondern auch seine Taten greifbarer zu machen.

Auch seinen Figuren gönnt Andreas Schmidt nicht den Raum, den sie brauchen. Zwar erfährt man ein paar Fakten aus dem Privatleben der Polizisten, jedes Aufblitzen wird dann aber alsbald in Arbeit erstickt. Das wäre auch nicht dramatisch, allerdings holt der Autor selbst immer wieder das Privatleben seiner Figuren in den Vordergrund. Und da sollte es dann meiner Meinung nach nicht nur bei wenigen Sätzen bleiben.

Das Finale war, nun ja, teilweise überzeichnet. Was aber auch daran lag, dass es mir einfach an Details über die Beweggründe des Täters gefehlt hat. Zudem endet der Thriller so abrupt, dass ich meinen Reader ungläubig drehte und wendete und dachte „das wars jetzt?“.

Der Stil des Autors ist gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, detailreich und ab und an sehr wiederholungslastig. Hier hätte aber auch das Lektorat einiges ausmerzen können, denke ich.

Fazit: eine für mich tolle Grundidee, die mehr Raum gebraucht hätte. Schade!

8. Mai 2016

Computerviren und Ihre Auswirkungen [Blogtour "Das Mona-Lisa-Virus" von Tibor Rode]



Hallo Ihr Lieben,

heute begrüße ich Euch im Rahmen der Blogtour zu "Das Mona-Lisa-Virus" von Tibor Rode. Bei mir soll es um Computerviren und ihre Auswirkungen gehen.

Im neusten Thriller von Tibor Rode legt ein Virus, später als Mona-Lisa-Virus benannt, die komplette digitale Bilderwelt lahm. Aufnahmen von Models werden von diesem Virus kategorisch entstellt. Die Welt ist in heller Aufregung, denn das Virus verbreitet sich wahnsinnig schnell und bisher scheint kein Kraut dagegen gewachsen zu sein....

Computervirus- Der Versuch einer Definition
Was ist ein Virus eigentlich? Und wieso heißt er so? Tja, ganz banal gesprochen ist ein Computervirus nichts weiter als ein Programm, welches sich auf fremden PC einnistet und dort seine Arbeit verrichtet. Dabei muss diese Arbeit nicht zwingend schlecht sein. Denn es gibt auch Programmierer, die Viren entwerfen, damit sie so Unternehmen helfen können, Sicherheitslücken zu schließen.

Doch wie im Thriller ist es auch im wahren Leben: der Virus soll Schaden anrichten. Im Roman greift das Programm Bilder an. Das wirkt auf den ersten Blick noch harmlos, weitet sich aber zu einer weltweiten Epidemie aus. Und aufgrund Ihres Verhaltens haben die kleinen Schadprogramme auch den Namen Virus bekommen: sie infizieren ihren Wirt und zwingen ihn, sie weiter zu verteilen. So wie ein Schnupfen. Der infizierte PC muss dabei nicht mal selbst "erkranken". Er kann auch nur als Virenschleuder dienen.

Auswirkungen
Hier einen Überblick zu geben, wird sehr schwer. Denn die Programmierer der Viren sind so einfallsreich und kreativ wie die Natur. So gibt es Viren, die ihren Wirt zwingen, als Spam-Maschine zu dienen und an alle Kontakte Werbemails zu versenden. Das ist nervig, aber noch nicht gravierend.

Schlimmer wird es, wenn der eigene PC gekapert, gesperrt, Daten geklaut oder man selbst erpresst wird. So ging es mir mit dem sogenannten BKA-Virus. In einem Moment surfte ich noch, im nächsten wurde mein Bildschirm gesperrt, meine Webcam eingeschalten und Fotos von mir geschossen und ich selbst dazu aufgefordert, Geld zu bezahlen, da auf meinem Rechner angeblich kinderpornografische Inhalte gefunden wurde

(Quelle: Giga )
Da steht man erstmal wie der Ochse vor dem Tor. Denn abgesehen von dem Schreck hatte ich Angst um all meine Daten und war froh darum, noch einen Ersatzlaptop zu haben. Nach 2 Stunden voller Aggressionen, Flüchen, Bereinigungen und Co. konnte ich dann zumindest das Programm entfernen. Die darauffolgenden Tage begab ich mich auf die Suche nach der Sicherheitslücke, bis ich sie im Java-Programm fand. 

Und jetzt stellt Euch vor, dass passiert nicht Lieschen Müller daheim, sondern dem Stromversorger der Stadt, der  nächsten großen Bank oder einem Krankenhaus. Da wir immer mehr vernetzt sind, kann ein Angriff auf nur ein Unternehmen eine komplette Wirtschaft in die Knie zwingen. 

Schutz
Wie kann man sich nun vor solchen Viren schützen? Durch Vorsorge! Habt immer ein Antivir-Programm installiert, haltet dieses aktuell und seid einfach achtsam, was Ihr im Internet anklickt. Das gilt nicht nur für den Laptop, sondern auch für das Smartphone!
Wichtig sind auch regelmäßige Updates Eurer Browser und Programme. Denn dadurch werden auch immer wieder Lücken geschlossen. Also wenn der Browser das nächste Mal nölt, dass er unbedingt JETZT ein Update machen will, nicht genervt wegklicken, sondern einfach die Aktualisierung laufen lassen und nebenher nen Kaffee trinken....oder "Das Mona-Lisa-Virus" lesen ;)


Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in die Welt der Viren geben. Natürlich gibt es bei uns auf der Tour auch wieder was zu gewinnen!

Gewinnspiel

Zu gewinnen gibt es drei mal je ein signiertes(!) Exemplar von Tibor Rodes Das Mona-Lisa-Virus, welche freundlicherweise vom Bastei Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt wurden!

Teilnehmen könnt ihr, indem ihr auf unseren Blogs die jeweiligen Tagesfragen in den Kommentaren beantwortet. Mit jeder Antwort bekommt ihr eine weitere Chance auf einen Gewinn. Kommentiert ihr auf allen sechs teilnehmen Blogs könnte euer Name am Ende also sechs mal im Lostopf stecken!

Meine heutige Frage an euch lautet:

Was sind Eure Erfahrungen 
mit Computerviren
und/oder
Hackangriffen?



Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme ist bis einschließlich zum 11. Mai 2016 möglich. Die Gewinner werden am darauf folgenden Tag auf allen Blogs verkündet und haben dann eine Woche Zeit uns ihre Postadresse zukommen zu lassen. Des weiteren erklären sie sich damit einverstanden, dass ihre Adressen an den Verlag zwecks Buchversand weiter gegeben werden.

Ich freue mich auf Eure Antworten.

Eure Denise

4. Mai 2016

Ein Engel mit teuflischen Absichten

Engelsspiel
von Klaus Schuker
(420 Seiten)


Mehr Informationen findet Ihr hier

Janina ist fast 18, wunderschön und durchtrieben. Während sie eine Affäre zu einem älteren Mann pflegt, lässt sie ihre beste Freundin Kim, die immer wieder für Alibis sorgen muss, am ausgestreckten Arm quasi verhungern. Während Janina dieses Geheimnis genießt, ist Kim zusehends genervt....bis eines Abends etwas passiert, was nicht nur das Leben der beiden Teenies, sondern auch des Familienvaters Daniel Schönwind für immer verändert.

„Engelsspiel“ ist mein erster Krimi von Klaus Schuker gewesen und hat mich einfach überzeugt. Der Autor erzählt eine schockierende, wenn leider auch sehr reale Geschichte und fängt seine Leser schon von Beginn an ein.

Der Roman wird aus Sicht eines auktorialen Erzählers geschildert. Dabei folgt man sowohl Janina und ihren Unternehmungen, als auch Daniel Schönwind bei seinem Familienleben und später sogar den ermittelnden Beamten. Ich fand diese Mischung sehr gelungen und konnte mich von Beginn an mit den Figuren identifzieren, wenn auch nicht herzlich anfreunden.

Denn Klaus Schuker gestaltet seine Charaktere brutal real und schmeichelt weder der Jugend noch dem gestandenen Mann in seinem Krimi. Selbst bei den Polizeibeamten, die hier eine neutrale Rolle spielen, geizt er weder mit guten noch schlechten Seiten und stellt somit für mich ein leider viel zu selten in Romanen antreffendes Gesamtbild der Gesellschaft dar. Dennoch oder gerade deswegen konnte ich mit den Figuren mit leiden, mit hassen und mit fühlen. So manches Mal hätte ich abwechselnd Janina und Daniel erwürgen, schlagen, in den Arm nehmen oder tätscheln können. Und wären mir Bücher nicht so wichtig, wäre auch das ein paar Mal vor lauter aufgewühlten Emotionen durch den Raum geflogen. Schon viel zu lange hat mich kein Autor mehr so mitgerissen. Grandios!

Die Story an sich ist von Beginn an fesselnd und toll erzählt. Klaus Schuker setzt bewusst auf kurze Kapitel beziehungsweise Begebenheiten und gewährt zudem immer wieder Einblicke in die Gefühlswelt seiner Charaktere. Zwar beinhaltet der Krimi so manche bekannte Wendung, jedoch war es mir in diesem Fall vollkommen egal. Denn der Autor erzählt seine Geschichte mit solch einem klaren und teilweise kühlen Blick, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Das Ende hat mich dann vom Sofa kippen lassen. Ich war baff, überrascht und bin sehr sehr zufrieden mit dem Schluss. Denn Schuker vermeidet den erhobenen Zeigefinger und verführt seine Leser zu einem diabolischen Grinsen.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, einfach, aber nicht langweilig. Durch die kurzen Kapitel entsteht eine Sogwirkung, die einen bis zum Schluss mitreißt.

Fazit: kein Spiel für Engel, sondern mit dem Teufel im Bunde. Eine klare Leseempfehlung!  

3. Mai 2016

Wissenschaft mit Humor

Warum Tätowierte mehr Sex haben
von Mark Benecke
(256 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Sachbücher müssen nicht immer staubtrocken sein. Und schon gar nicht dann, wenn es um wissenschaftliche Experimente geht. Dr. Mark Benecke, seines Zeichens Kriminalbiologe, zeigt in seinem Buch „Warum Tätowierte mehr Sex haben“, zu welchen Forschungen sich Wissenschaflter hinreißen lassen, getreu dem Motto „Erst lachen, dann denken!“

Ja, der Titel hat mich als Tattoo-Trägerin angezogen. Jedoch erfolgte die Ernüchterung schon im ersten Kapitel. Es ist nicht so, wie man gerne glauben möchte. Wie es wirklich ist, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Dennoch schaffte es Mark Benecke auf humorvolle Art und Weise aufzuzeigen, wie selbst Wissenschaftler nicht gegen Vorurteile gefeit sind.

Doch weg von Tattoos hin zu den wichtigen Sachen im Leben. Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum Spaghetti NIE in nur 2 Teile brechen? Oder wie die perfekte Formel zum Einparken lautet? Schwimmt man in Gelee langsamer als in normalem Wasser? Und wie bekommt man die perfekte Schaumkrone beim Bier hin?

Diese und andere Fragen stellten sich auch Forscher auf der ganzen Welt und haben sie unter Laborbedingungen, durch Experimente und ähnliches versucht zu lösen. Die Ergebnisse erläutert der Herr der Maden, wie Mark Benecke auch genannt wird, sehr anschaulich, mit seinem eigenen Humor unterlegt und so verständlich, dass selbst ich als Laie sowohl Versuchsanordnungen als auch die Grundlagen verstanden habe. Ein toller Einblick!

Die Kapitel sind dabei angenehm kurz und eignen sich somit auch für einen Blick zwischendurch ins Buch oder zum Besserwissen beim nächsten Kochabend mit Freunden. Jede Studie ist mit Quellen angegeben, so dass der interessierte Leser sich auch die ursprünglichen Formulierungen und Anordnungen zu Gemüte führen kann. Klasse!

Der Stil von Mark Benecke ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Schilderungen wirken locker-leicht und er erklärt die Beobachtungen der Forscher ähnlich verständlich wie es die Maus jeden Sonntag tut. Für mich eine gelungene Mischung.

Fazit: wir Bunten sind auch nur normale Menschen und Forscher haben ab und an auch mal Spaß. Ich kann das Buch empfehlen.

2. Mai 2016

Wenn die Medizin die Spannung killt

Zerschunden
(Fred-Abel-Reihe Band 1)
von Michael Tsokos
(432 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Fred Abel, angesehener Rechtsmediziner des BKA, wird zu einem eher unspektakulären Mordfall gerufen. Eine Seniorin ist in ihrer Wohnung überfallen und getötet worden. Alles sieht nach einem Nachläufer aus. Diese Art von Täter folgt seinen Opfern bis in die Wohnung um sie dann auszurauben. Als Abel aber die Leiche genauer in Augenschein nimmt, zeigt sich schnell: der Fall hier ist anders. Und zieht bald Kreise, die auch vor den Grenzen innerhalb Europas nicht Halt machen.

„Zerschunden“ war mein erster Thriller von Michael Tsokos, an dem er allein gearbeitet hat. Ich kenne den Rechtsmediziner bereits durch seine Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek und dessen gemeinsames Werk „Abgeschnitten“ und war dementsprechend neugierig, wie gut der Mediziner so einen Thriller alleine gewuppt bekommt. Am Ende muss ich sagen: naja....

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man zum Einen Fred Abel und darf ihm bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Zum Anderen verbringt man auch mit dem Täter Zeit und lernt sein Denken und Vorgehen kennen. Hinzu kommen einige Kapitel, die einem das soziale Leben Fred Abels und seines guten Freundes Moewig näher bringen. Diese echt gute Mischung hat mir super gefallen. Michael Tsokos hat hier ein tolles Gleichgewicht zwischen Ermittler und Täter gefunden.

Doch die Mischung macht es leider nicht. Die Figuren, die Michael Tsokos teilweise real existierenden Personen angelehnt hat, blieben für mich blass und oberflächlich. Gerade Fred Abel, der als Hauptfigur und auch als die treibende Kraft fungiert, blieb für mich schwer greifbar. Ja, alle wichtigen Rahmendaten zählt der Autor auf. Aber diesen Rahmen dann mit Leben, Wirklichkeit und Sympathie zu füllen, das blieb er schuldig. Auch der Täter, den man in vielen Kapiteln begleiten durfte, blieb eher ein Schatten denn ein wirklicher Schrecken. Michael Tsokos bleibt hier kühl-distanziert. Und so kam es, dass ich zu keiner Figur eine Bindung aufbauen konnte, was echt schade war.

Das wäre auch noch nicht so dramatisch, wenn mich die Story durchgängig begeistert hätte. Der Beginn war auch vielversprechend und Tsokos hat gerade den ersten Fall des Nachläufers klasse und detailreich dargestellt. Doch schon ab der Hälfte des Buches plätschert der Thriller nur noch vor sich hin. Abel reist durch Europa, guckt sich Tatorte an (und das nicht immer ganz vorschriftskonform), kommt mit seinen Erkenntnissen nur schleppend voran. Die Identität des Täters wird in meinen Augen zu früh enthüllt, denn dadurch verpuffte auch das letzte Quäntchen Spannung. Somit bleibt mir nur zu sagen: Stark angefangen, stark nachgelassen.

Wobei ich nicht unerwähnt lassen möchte, dass kaum jemand Tsokos bei den medizinischen Details das Wasser reichen kann. Hier hatte ich das Gefühl, wirklich mit am Seziertisch zu stehen.

Der Stil des Autors ist gut zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, emotionslos und mit medizinischen Details gespickt. Ab und an wären mehr Emotionen toll gewesen, aber insgesamt passt der Stil Tsokos zum gesamten Buch.

Fazit: Zerschunden hat mich der Verlauf. Ich hatte mehr erwartet. So bleibt ein Naja....

1. Mai 2016

SUB-Abbau Extrem April

(Quelle: freepik)



Hallo Ihr Lieben,

der April verabschiedet sich wenigstens mit Sonnenschein. Zwischendurch  musste ja die Pudelmütze wieder herhalten. So unbeständig wie das Wetter war auch meine Lesemotivation. Zu Beginn des Monats war es noch "YIIIIHAAA ich lese drölfundzwölfzig Bücher!". Gegen Ende war es dann nur noch "Was? Buch? Wie sieht denn sowas aus?".

Aber gucken wir auf die nackten Zahlen:

Abbau: 7
Aufbau: 4

Das macht einen Abbau von 3 Büchern. Somit ist mein monatliches Ziel erfüllt
(Quelle: giphy.com )

Die Zusatzaufgabe für den April hieß: Lies nur Bücher mit maximal 300 Seiten. Diese Aufgabe habe ich schon mit meinem ersten Buch gerissen. Daher steht hier nicht erfüllt!

Insgesamt ist der Trend aber erkennbar. Und so kann der Mai kommen!

Liebe Grüße
Denise